: Zoe Mizrahi, Uli Strengert
: Domina Hera - Ein Interview über Liebe, Sex und Macht Gespräche mit einer Sexarbeiterin
: Verlag Christine Janson
: 9783939229728
: 1
: CHF 6.20
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: Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
: German
: 206
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Domina Hera ganz privat! Was denkt eine Sexarbeiterin über Partnerschaft, Liebe, Missbrauch, Fetish, Prostitution, Pornos, Analsex und Gangbang? Darum geht es in diesem ungewöhnlichen Gespräch, dass der bekannte Journalist Uli Strengert mit ihr geführt hat. Vor einigen Jahren wurde die Autorin Zoe Mizrahi hier in Deutschland bekannt durch ihr Buch: Hera - Domina am Tag, Rechtsanwältin in der Nacht, das von einer äußerst interessanten jungen Frau handelte, die sich sehr offen darüber äußerte, wie sie tagsüber als seriöse Anwältin arbeitete und dann nachts ihrem geheimen Vergnügen als Domina nachging. 'Was für eine mutige Frau', dachte ich mir schon damals. 'Das ist jemand, der total authentisch lebt und das gibt es eigentlich ganz selten.' Ich war tief beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Frau über SM redete, und wie viele tiefe Eindrücke sie über menschliche Abgründe, über Sexualität und Liebe im Laufe ihres aufregenden Lebens gesammelt hatte. Uli: 'Das dominante Spiel' hat sicher einige elementare Grundregeln. Welche waren die ersten und wichtigsten, die du dir aneignen musstest? Zoe: Ich musste lernen, den anderen zu lesen, versuchen zu erfühlen, wo seine Reise hingehen soll. Empathie vor Ego.

Zoe Mizrahi ist im Rheinland aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann, einem amerikanischen Filmemacher, in New York. Sie haben zwei fette Nacktkatzen. Aufsehen erregte sie mit einem Buch über ihr Leben als Rechtsanwältin und Domina in Deutschland. ('Hera - Domina am Tag, Rechtsanwältin in der Nacht', Schwarzkopf& Schwarzkopf Verlag) Mehr Info: http://www.domina-hera.de und ihre facebook Seite http://www.facebook.com/domin .hera?fref=ts sind ihre Adresse als Weltbürgerin, wo ihre Kunst Ambitionen und eine tiefe Sensibilität erläutern, welche den Dingen kritisch auf den Grund geht. Uli Strengert ist ein gebürtiger Düsseldorfer, der seit 10 Jahren in Südasien lebt, von wo aus er seinen Internet TV Sender www.web62.com produziert, auf dem derweilen über 1.000 Videos zu sehen sind. Herausragend sind dabei unter anderem seine ungewöhnlichen Interviews mit weltweit bekannten Künstlern, wie Shaggy, Boy George oder 'America's Saxophone' Branford Marsalis. Dazu auch Deutsche Prominenz, wie die Modedesigner Harald Glööckler, Tristano Onofri, Sonja Kiefer, Politiker wie Björn Engholm, Heide Simonis oder TV Größen wie Ralf Möller, Nina Ruge, Frauke Ludowig.

Herrin und Sklave


Uli: Du bekommst sicherlich viele Anfragen von Männern, die von dir gedemütigt oder bestraft werden wollen. Kann dich denn jeder Sklave für Geld kaufen?

Zoe: Nein, auf keinen Fall. Im Gegenteil lehne ich sogar die meisten Angebote ab. Wenn ich zum Beispiel höre, dass ein Mann gerne mein perverses Schwein sein möchte, dann kann ich nur ablehnen. Ich besitze keinen Bauernhof und mein Verständnis von Sklave dreht sich mehr um den nubischen Krieger der seine Göttin Kleopatra beschützt und anbetet. Im Gegenzug gibt sie ihm Macht, indem sie Nähe zulässt. Ich mag es somit wohl lieber etwas symbiotisch und respektvoll.

Uli: Das erinnert zumindest ansatzweise ein wenig an die Rolle des heutigen"Mentaltrainers" im Damentennis, bei dem die Spielerin die Göttin ist, und er sich ihre Nähe mit sinnvollen Tipps erarbeiten darf, damit sie weiterhin Geld, Ruhm und Macht mit ihm in angemessenem Umfang teilt. Welche Sklaven sind dir am liebsten und welche würdest du in der Regel als Problemsklaven lieber weitergeben?

Zoe: Mir sind alle gleich lieb! Diejenigen die ich nicht mag, bearbeite ich auch nicht. Ich gehe da keine Kompromisse ein, da mir meine Lebenszeit bei weitem zu teuer ist.

Uli:"Bearbeiten" liest sich in diesem Zusammenhang ja sehr charmant. Ist das einer derüblichen Begriffe unter guten Freundinnen, genau wie dein an anderer Stelle erwähnter Austausch per Telefonüber"untenrum".

Zumindest in meinen Ohren klingt das ja fast wie ein Mix aus"Aktenlage" und"Figarosprache". Welche markanten Terminologien gibt es sonst noch?

Zoe: Keine! Das ist meine persönliche Terminologie.

Uli: Konntest du schon immer freiüber deine Engagements verfügen? Gibt es Kolleginnen, die weniger Auswahl haben?

Zoe: Bestimmt! Aber ich musste mir damit ja auch nicht meinen Lebensunterhalt verdienen weshalb ich mir immer alle Freiheiten nehmen konnte.

Uli: Denkst du, dass in jedem Mann und in jeder Frauen submissive, also unterwürfige Neigungen stecken? Oder siehst duüberwiegend klare Unterscheidungen zwischen angeborener Autorität, einer natürlichen Dominanz und einer eher an Führung interessierten Veranlagung? Es scheint ja wohl auch einige sogenannte"Switcher" zu geben, aber ist die Mehrheit nicht klar zugeordnet?

Zoe: Ich denke, in jedem gesunden Menschen stecken beide Anteile. Diese Stereotype sind wieder so ein szenetypisches Ding. Ich kenne Sklavinnen die scheuchen ihre Master erstklassig durch die Gegend. Und im besten Fall ist es ja auch ein Spiel und keine Lebenseinstellung. Man darf sich also entwickeln und auch verändern. Aber das ist nur MEINE bescheidene Meinung, und wie ich die Dinge handhabe. SM ist für mich keine todernste Angelegenheit und ich habe Menschen getroffen, die mir sagten, sie hätten ihr Leben dem SM gewidmet. Da bekomme ich Angst. Ich mag keine Art von Fanatismus oder Hirnwäsche, sondern Leute, die sich und ihre sexuelle Neigung nicht so ernst nehmen undüber beides auch lachen können! Mit denen beschäftige ich mich dann gerne.

Uli: Also gibt es auch Dominas, die sich ab und an von einem Herrn oder einer Herrin bearbeiten lassen?

Zoe: Natürlich. Das ist doch wie mit dem Klischee vom machtvollen Unternehmer, der dann und wann mal die Kontrolle abgeben möchte.

Uli: Gibt es irgendwelche Schätzungen bezüglich der Anzahl von an SM usw. interessierten Deutschen?

Zoe: Das weiß ich nicht. Ist jemand SM interessiert, wenn er seinem Partner mal die Augen verbindet? Strapse trägt? Mal ein wenig fesselt? Frauen in Nylons reizend findet etc.? Da fängt kinky doch schon an.

Uli: Gibt es erschwingliche Veranstaltungen wo sich neugierige Seelen informieren könnten?

Zoe: Ich denke es gibt STAMMTISCHE, wenn man so etwas mag. Ist auch für den ersten Einstieg bestimmt sinnvoll. Mir persönlich ist das zu sehr Dackelclub-mäßig. Da geht es doch nur darum, wer hat die schönste Peitsche hat oder es am härtesten mag. Immer wenn ich die Satire vom"POPO-Club" sehe (Comedy-Serie, die der Sesamstraße nachempfunden ist), dann muss ich sofort an diese Stammtische denken.

Uli: Das erinnert an einen Tennisclub oder auch an in Geld schwimmendeSexpats, die sich jeden