: Oliver Zeigermann
: JavaScript für Java-Entwickler
: entwickler.press
: 9783868026337
: 1
: CHF 8.90
:
: Informatik, EDV
: German
: 132
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Das Buch JavaScript für Java-Entwickler führt anhand von vielen Code-Beispielen in die Grundlagen der Programmiersprache JavaScript ein. Zielpublikum sind Java-Entwickler, die sich so einfach und schmerzfrei wie möglich der Sprache JavaScript nähern wollen oder müssen. Deshalb wird alles weggelassen, was man als Java-Entwickler entweder sowieso weiß oder nicht wissen muss. Zudem werden Vergleiche zu bereits bekannten Konzepten aus dem Java-Bereich gezogen.

Oliver Zeigermann programmiert seit über 10 Jahren in Java. Mit anfänglichem Widerwillen programmiert er seit 2010 auch JavaScript und ist inzwischen mit den Schwächen der Sprache versöhnt. Nun freut er sich, in einer Sprache programmieren zu können, die auf beinahe jeder Plattform läuft.

3 Funktionen

Funktionen sind eines der mächtigsten und komplexesten Sprachkonstrukte von JavaScript. Dabei geht das Konzept von Funktionen weitüber das hinaus, was in Java mit Methoden möglich ist.

3.1 Bürger erster Klasse

Eine Funktion definiert ihr in JavaScript mit dem Schlüsselwortfunction. Dann folgen der Name der Funktion, Klammern für die deklarierten Parameter und ein Block für den Funktionskörper. Das Ganze könnte z. B. so aussehen:

function meineErsteFunktion() {
console.log("Toll!");
}
Dazu der passende Aufruf:
meineErsteFunktion();
// => Toll!

Funktionen können auch anonym sein und haben dann keinen Namen. Ebenso wie bei einer anonymen inneren Klasse in Java ist das nur sinnvoll, wenn ihr sie direkt ausführt oder einer Variablen zuweist. Den Sinn der direkten Ausführung sehen wir weiter hinten in diesem Kapitel, hier erst einmal die Zuweisung an eine Variable:

var meineZweiteFunktion = function () {
console.log("Auch toll!");
};
meineZweiteFunktion();
// => Auch toll!

Vielleicht ist euch das Semikolon am Ende der Zuweisung aufgefallen? Ja, das Ganze ist nun zu einem Statement geworden, und Statements sollen ja laut Tipp aus dem letzten Kapitel mit einem Semikolon beendet werden.

Hinweis: Funktionen sind Objekte und können als solche einer Variablen zugewiesen oder als Parameterübergeben werden.

Hält eine Variable eine Referenz auf eine Funktion, ist die Funktion darüber mit dem()-Operator aufrufbar.

3.2 Sichtbarkeitsbereiche (Scopes)

Wie in Kapitel 2 gesehen, spannen Blöcke in JavaScript im Gegensatz zu Java keine Sichtbarkeitsbereiche auf. Zur kurzen Wiederholung: hier gibt es zwar einen Block, allerdings ist auch nach Beendigung des Blocks die darin definierte Variablea noch sichtbar:

{
var a = 10;
}
// Hoppla!
console.log(a); // => 10

Um Sichtbarkeitsbereiche zu definieren, gibt es in JavaScript ein anderes Konstrukt:

(function(){
var b = 10;
console.log("Noch bin ich da:" + b);
})();

console.log(typeof b);
// => undefined

Was passiert hier? Erst einmal definieren wir eine anonyme Funktion, also eine Funktion ohne Namen. Diese führen wir sofort mit() aus. Das weitere Klammerpaar um die Funktionsdefinition herum ist nur aus syntaktischen Gründen notwendig.

Da Funktionen Sichtbarkeitsbereiche aufspannen, ist die Variableb nach der Ausführung der Funktion nicht mehr sichtbar, und wir haben erreicht,