: Ray Manzarek
: Die Doors, Jim Morrison und ich
: Hannibal
: 9783854454519
: Rockgeschichte
: 1
: CHF 8.90
:
: Musik, Film, Theater
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dies ist die wahre Geschichte der Doors und ihres Leadsängers Jim Morrison, erzählt von Ray Manzarek, dem einzigen Augenzeugen, der alles von Anfang an hautnah miterlebt hat. Lebendig schildert er, wie er in seiner Heimatstadt Chicago vom Blues-Virus infiziert wird und wie er an der Filmakademie in Los Angeles Jim Morrison begegnet, mit dem ihn alsbald eine innige Freudschaft verbindet. Es sind gemeinsame Interessen in Literatur, Musik und Film, die dieses enge Band schmieden, und Manzarek leuchtet diesen kulturellen Background ebenso gründlich aus, wie er dem Leser die zerrissene Persönlichkeit des Poeten, Rebellen und modernen Schamanen Morrison nahe bringt.

Erstes Kapitel

Jim Morrisons Tod

Wirwissen nicht, was mit Jim Morrison in Paris geschah. Und ehrlich gesagt, ich glaube nicht, daß wir es jemals erfahren werden. Die Wahrheit wird verdeckt durch Gerüchte, Anspielungen, eigennützige Lügen, durch Projektionen zum Schutz­eigener Unzulänglichkeienund Seelennöte– unddurch schlichte Dummheit. Es gibt einfach zu viele widersprüchliche Theorien. Er ging ins Kino (wieOswald). Nein, er ging nicht ins Kino,er ging in eine Barnamens Rock& Roll Circus. Offensichtlich ein verrufener französischer Schuppen,Van Goghs„Nachtcafé“ nicht unähnlich…„Es war einer dieser Orte, an denen einMann wahnsinnig werden oder ein Verbrechen begehen konnte.“

We could plan a murder, or start a religion.

Er ging nicht in den Rock& Roll Circus– er war mit Pam zu Hause. Nein, er wurde von dreifranzösischen Lebemännern nach Hause gebracht. Im Koma. Erhatte Heroin genommen. (Soweit ich weiß,hat Jim niemals Heroin probiert. In denStaaten jedenfallsgarantiert nicht. Pam allerdings schon.Und ihr gefiel es. Aber den meisten Leuten, die es probieren, gefällt es nun mal… ist das nicht ganz­normal?) Nein, erwar betrunken. Siehatten ihn ins Bettgebracht. Nein, er warüberhaupt nicht weggegangen, er war krank. Er war am Tagzuvor bei einem Arztgewesen. Eine böseErkältung. Pam wollte für die beiden abends kochen. Nein, sie gingen zum Essen aus und verbrachten dann den Rest des Abends in irgend­welchen Clubs. Nein, er ging früh ins Bett undwachte dann um Mitternacht auf, er fühlte sich nicht gut und brauchte ein Bad,um sich aufzuwärmen– was das Wasser angeht, werden sich alle einig. Das flüssige Element. Die Wasser des Unbewußten. Der Mutterleib. Eintauchen. Taufe. Reinigung. Die wunderbareletzte Ruhe in den Wassern der Mutter. Pam war nicht einmalda. Sie war weggegangen, um sich mit demGrafen zu treffen.Man nannte ihn stetsnur„den Grafen“. Er war ein Adliger. Pam umgab sich gern mit Blaublütigen. Seinen Namen konnte mannicht aussprechen.Wir konnten kein Wort Französisch. Wir waren Amerikaner.Über die Kunst, die Musik, die Literatur und die Filme wußten wir Bescheid, aber die Sprache verstandenwir nicht. Wie dieser Graf hieß, weiß ich bis heute nicht.Ich weiß, daß er Jims Rivale bei Cin