: Roland Mueller
: Das Erbe des Salzhändlers Roman
: dotbooks
: 9783955206215
: 1
: CHF 5.40
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 421
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Liebe, Treue und der Kampf um das 'weiße Gold' des Mittelalters - entdecken Sie jetzt 'Das Erbe des Salzhändlers' von Roland Mueller als eBook. Im Sommer 1158 reißt ein Feuer den Salzhändler Anselm Zierl samt Familie in den Tod. Nur sein Sohn Kai wird in letzter Sekunde von Junker Gottfried gerettet. Gottfried nimmt sich des Jungen an, der sich außer an seinen Namen an nichts erinnern kann. Erst nach vielen Jahren lüftet sich der Schleier um Kais Identität. Endlich ist er imstande, sein Erbe einzufordern. Doch seine Verwandten in Innsbruck erwarten ihn nicht mit offenen Armen. Trotz Intrigen, Habgier und Verrat wird Kai Salzhändler wie sein Vater - und kommt hinter das Geheimnis, das Gottfried so lange vor ihm verborgen hat ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Das Erbe des Salzhändlers' von Roland Mueller. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Roland Mueller, geboren 1959 in Würzburg, lebt heute in der Nähe von München. Der studierte Sozialwissenschaftler arbeitete in der Erwachsenenbildung, als Rhetorik- und Bewerbungstrainer und unterrichtet heute an der Hochschule der Bayerischen Polizei. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher. Bei dotbooks veröffentlicht sind Roland Muellers historische Romane: »Der Goldschmied« »Das Schwert des Goldschmieds« »Im Land der Orchideenblüten« »Das Erbe des Salzhändlers« »Die Reise des Conquistadors« Die beiden historischen Romane »Der Goldschmied« und »Das Schwert des Goldschmieds« sind ebenso als Sammelband unter dem Titel »Der Meister des Goldes« verfügbar. Außerdem hat Roland Mueller bei dotbooks die historische Serie »Der Clan des Greifen« veröffentlicht, die folgende Bände umfasst: »Die Begegnung. Staffel I - Erster Roman« »Der Pakt. Staffel I - Zweiter Roman« »Das Vermächtnis. Staffel I - Dritter Roman« »Das Erbe. Staffel I - Vierter Roman« »Die Rache. Staffel I - Fünfter Roman« »Das Spiel. Staffel I - Sechster Roman« »Die Hexe. Staffel II - Erster Roman« »Der Betrüger. Staffel II - Zweiter Roman« »Der Greif. Staffel II - Dritter Roman« »Die Verfolgten. Staffel II - Vierter Roman« »Die Braut. Staffel II - Fünfter Roman« »Die Liebenden. Staffel II - Sechster Roman« Die komplette Serie ist außerdem in den drei Sammelbänden »Die Burgherrin«, »Die Kinder der Burgherrin« und »Das Vermächtnis der Burgherrin« enthalten. Daneben hat Roland Mueller die beiden historischen Kinderbücher »Die abenteuerliche Reise des Marco Polo« und »Der Kundschafter des Königs« bei dotbooks veröffentlicht.

2

Am nächsten Morgen lag erneut dichter, nasskalter Nebel über dem Lager. Jeder Schritt, die Rufe der Knechte, das Schnauben der Pferde – alles klang verhalten. Gottfried steckte den Kopf durch den Zelteingang.

»Gott zum frühen Gruße, ehrwürdige Brüder. Seid ihr schon auf?«

Er fragte, obwohl er sah, wie Wernhardt auf der Erde kniete und betete. Nun küsste der Mönch das kleine Holzkreuz in seinen Händen und erhob sich umständlich. Dann erst wandte er sich um.

»Wir sind es gewohnt, jeden Morgen ein Gebet an unseren Herrn Jesus Christus zu richten. Eine Sitte, die man hier wohl nicht kennt.«

»Heinrich wünscht auf der Jagd keine Strenge, Bruder.«

Wernhardt seufzte.

»Werden wir den Herzog sprechen können?«

»Er lädt euch sogar ein, mit ihm gemeinsam zu speisen.«

Der Mönch nickte zufrieden. Na endlich, schien er mit einem Seitenblick auf seinen getreuen Bertholdus zu sagen, endlich kommen die Dinge in Bewegung. Heinrich schien sich doch noch seiner Pflichten als Gastgeber zu erinnern.

»Richte dem Herzog aus, dass wir kommen werden.«

»Besser, ihr kommt gleich mit mir.«

Es entstand eine Pause.

«Jetzt gleich«, setzte Gottfried mit Nachdruck hinzu.

Im Zelt des Welfen waren neben dem Kochfeuer eine Reihe kleinerer Kohlefeuer entzündet worden, und es war wohlig warm. Heinrich saß auf einem Sessel, vor sich eine reich gedeckte Tafel, um ihn herum eine Reihe Männer. Die meisten schienen Lehnsmänner der Gegend zu sein. Beim Anblick der Mönche winkte er.

«Ihr frommen Herren aus Freisingen, ich grüße euch. Kommt, setzt euch zu uns. Wärmt euch, und füllt euch den Bauch!«

Er wartete, bis sie alle einen Platz gefunden hatten.

»Gott sei hier, Herzog Heinrich«, begann Wernhardt. »Wir entbieten dir den Gruß des ehrwürdigen Bischofs. Lass uns den Grund unseres Kommens erklären.«

»Später«, wehrte Heinrich kauend ab, »erst lasst uns essen.«

Wernhardt nickte. Zögernd griffen er und seine Begleiter zu. Heinrich kaute mit vollen Backen und grinste. Ab und an stieß er einen seiner Ritter in die Seite. Die lachten dann leise, und erneut konnte sich Wernhardt des Verdachts nicht erwehren, dass diese Heiterkeit ihnen galt. Der Mönch fühlte sich nicht sonderlich wohl, und so verlief das Essen mit leisem Geplänkel ringsum. Wenigstens waren seine Schmerzen verschwunden.

In dem Zelt herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Einmal kamen Falkner herein und zeigten zwei Jungvögel in einem Korb. Heinrich beobachtete interessiert, wie die beiden Tiere heiser rufend mit den Flügeln schlugen. Er nickte zufrieden, und die Gelegenheit nutzte ein Knecht, um ihm eine Garnitur Sauspieße zu präsentieren. Heinrich erhob sich, beugte sich über die Tafel und wählte dann etliche Waffen aus. Er schien Zeit zu haben, und Wernhardt fragte sich, ob der Augenblick nicht günstig wäre, um erneut mit seinem Anliegen zu beginnen.

Viel gegessen hatte er nicht. Er trank auch nicht besonders viel, fürchtete er doch, was ihm blühte, wenn er die Kutte heben musste, um sich zu erleichtern.

»Verehrter Herzog«, begann er in dem Stimmengewirr und räusperte sich.

Zahlreiche Augen blickten ihn an. Der Löwe rülpste wohlig und gähnte dann. Wernhardt ließ sich nicht beirren. »Worum es uns geht ...«

»Aber ich weiß, warum ihr hier seid«, antwortete Heinrich, »aber hier bin ich nicht in meiner Eigenschaft als Fürst dieses Landes.«

Er schwieg einen Augenblick.

»Heute werde ich Glück haben. Und wisst ihr auch, warum?"

Wernhardt schüttelte den Kopf.

»Weil ich nun christlichen Beistand habe«, meinte Heinrich.

Wernhardt und Bertholdus blickten einander an, die beiden anderen Mönche hörten mit dem Essen auf.

»Ich verstehe nicht«, begann Wernhardt, aber Heinrich lachte laut, und die Ritter neben ihm grinsten oder lachten ebenfalls. Diese Mönche waren wirklich ein wenig begriffsstutzig.

»Christlichen Beistand«, wiederholte Heinrich langsam und zeigte mit dem Finger auf Wernhardt und Bertholdus, »weil ihr, liebe Brüder, heute Morgen mit mir kommen werdet. Begleitet mich und betet für mein Jagdglück. Ich bin sicher, bis zum Mittag haben wir ein feines Stück erlegt. Mit eurer Hilfe im Gebet.«

Wernhardt spürte, wie ihm schwindlig wurde. Auf die Jagd mitre