: Stuart MacBride
: Das Knochenband Thriller
: Goldmann
: 9783641145415
: Detective Sergeant Logan McRae
: 1
: CHF 8.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 608
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein abgründiger neuer Fall für Detective Logan McRae.
Der erste Tote wird mit einem brennenden Reifen um den Hals gefunden, es gibt außerdem Anzeichen einer Strangulierung sowie diverse Stichwunden. Zur gleichen Zeit hinterlässt jemand kleine Knochenbündel vor Detective Inspector Logan McRaes Tür, die dieser jedoch ignoriert. Als eine weitere Leiche gefunden wird, zeigt sich eine Verbindung zwischen den Morden und der Handlung eines Bestsellers um Hexen und Hexenjäger, der gerade in Aberdeen verfilmt wird. Und plötzlich erweisen sich auch die Knochenbündel als weit weniger harmlos, als McRae dachte ...

Bereits 'Die dunklen Wasser von Aberdeen', Stuart MacBrides erster Roman um den Ermittler Logan McRae, wurde als bestes Krimidebüt des Jahres ausgezeichnet. Seither sind die brillanten Spannungsromane des Schotten aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Stuart MacBride lebt mit seiner Frau im Nordosten Schottlands.

2

»Ich bin schon unterwegs. Sagen Sie den Kollegen, sie sollen …« Etwas knirschte unter seiner Sohle. Logan erstarrte auf der Türstufe, das Mobiltelefon ans Ohr gepresst. Er schob den Fuß zur Seite und verzog das Gesicht. »Nicht schonwieder

Drei kleine Knochen lagen auf der Betonplatte, zusammengebunden mit einem zerschlissenen roten Band.

Vom anderen Ende kam heiseres Gezischel.»Im Ernst, Chef, Pukey Pete macht sich gleich ins Hemd, es ist …«

»Ichsagte doch, ich bin unterwegs.«

Logan drückte das Telefon an die Brust und blickte mit finsterer Miene auf den Wagenpark hinaus. Die Dämmerung senkte sich schon auf die Siedlung herab. Klotzige Wohnwagen, groß wie Schiffscontainer, alle in einheitlichem Anstaltsgrün gestrichen. Auf der asphaltierten Fläche, die als Wendeplatte diente, stand mit laufendem Motor ein Streifenwagen, dessen blau-weißes Blinklicht in der warmen Abendluft pulsierte. Der Fahrer saß vornübergebeugt auf seinem Sitz und spähte durch die Frontscheibe zu Logan, während er mit beiden Händen das Lenkrad knetete, als wollte er es massieren.

Von den kleinen Mistkerlen war weit und breit nichts zu sehen.

Logan kickte die Knochenfragmente von der Stufe in den Efeu, der neben seiner Tür emporkletterte. Dann holte er tief Luft und brüllte, so laut er konnte: »ICHWEISS,WOIHRWOHNT,IHRKLEINENDRECKSBÄLGER

Er hielt sich das Telefon wieder ans Ohr.

»Ich meine, er hat das ja schon öfter gebracht, aber so schlimm war’s noch nie. Er ist …«

»Wenn er den Tatort versaut, nehmt ihn fest. Wenn nicht, dann haltet ihm verdammt noch mal die Hand, bis ich da bin.« Logan marschierte zum Streifenwagen, warf sich auf den Beifahrersitz und schnallte sich an. »Fahren Sie los.«

Der Constable trat aufs Gas.

Die Sonne war nur eine scharlachrote Schliere am Horizont, deren Schein das unebene Gelände in ein Mosaik aus Blut und Schatten verwandelte. Bäume ragten ringsum auf, ihre Kronen erfüllt vom Flattern und Krächzen der Krähen, die sich zur Nachtruhe sammelten.

Die Lichtung war mit grauen und schwarzen Wracks übersät: ausgebrannte Autos, der Lack abgebeizt, statt der Sitze nur noch Gerippe aus rostigem, verbogenem Metall, die Reifen zu körnigen Pfützen aus geschmolzenem und erstarrtem Gummi verformt.

Blau-weißes Absperrband mit der Aufschrift »POLIZEI« war zwischen den Fahrzeugen gespannt und markierte einen sechs Meter breiten Streifen Niemandsland um die innere Sperrzone mit dem gelb-schwar