: Karin Rick
: Sex ist die Antwort Erotischer Roman
: konkursbuch
: 9783887698645
: 1
: CHF 7.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 100
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Liebe zu einer Lederfrau verwirrt die Protagonisitn. Und eine coole Exfreundin, deren Attraktivität längst passé sein sollte, läßt sich nicht so leicht abschütteln.... Die Lust an Glamour, an Unterwerfung und Dominanz, Eifersucht, Verlangen und Sehnsucht leiten die Hauptpersonen Kay, Felicitas und die Erzählerin, drei Frauen, die im Spiel der Verführung zu recht ungewöhnlichen Methoden und Instrumenten greifen.

Die Wiener Autorin schreibt seit vielen Jahren über Liebe, Sex und Macht. Ihre Romane verschränken grenzgängerisch sexuelle Freizügigkeit mit innigen Gefühlen. Sie studierte Kommunikationwissenschaft und Kunstgeschichte. Dolmetscher- und Übersetzerstudium an den Universitäten Wien und Paris, Studien- und Lehraufenthalte in Frankreich, Belgien und Spanien.

Hot Love


Ich springe in ein Taxi, die lang ersehnte Herbstsonne scheint durch die verschmierten Wagenscheiben. Ich bin blind dafür. Ich möchte nur schnell ankommen. Der Wagen hält vor einem heruntergekommenen Hotel, das einzige in der Stadt, in dem noch ein Zimmer frei war. Ich habe Stunden gebraucht, um es zu ergattern.

 

Ich trage uns in das Gästebuch ein. Als er unsere Namen sieht, fragt der Portier, ob es ein Zimmer mit zwei Einzelbetten auch tun würde.„Nein“, sage ich etwas zu laut. Er schaut mich mit einem aufdringlichen Blick an, bevor er sich umdreht und nach einem Schlüssel sucht.

Der mir zugewiesene Raum ist unter dem Dach, karg, noch nicht aufgeräumt, die fleckige, braune Matratze bloß. Ich bin mir selbstüberlassen, von nebenan ist der Staubsauger der Zimmermädchen zu hören. Ich stehe ungeduldig in der Tür dieses Zimmers, das genau genommen aus einem einzigen, großen, noch nicht gemachten Bett besteht. Ich frage mich, wie es hier drei Tage lang mit ihr sein wird.

Weder der schöne Tag, der durch das schräge Dachfenster erahnbar ist, noch der schmutzige, mit schwarzen Haarenübersäte Boden des Bades oder der klebrige, schimmelige Duschvorhang dringen in mein Bewusstsein. Ich bin von einem einzigen Streben getrieben– mich für sie schön zu machen.

Ich gehe meine Kleider gewissenhaft durch, dann entscheide ich mich für das, hinsichtlich der Situation des Abholens von einem Bahnhof, gewagteste Gewand. Es meint, ich will mit dir sofort ins Bett. Doch das Angebot ist verborgen. Ich schlüpfe in einen kurzen, sehr engen Rock, dessen Stoff bei jeder Bewegung glatt an den Schenkeln hin und her rutscht und mich erregt. Es ist das erste Mal seit undenklichen Zeiten, dass ich in derÖffentlichkeit einen Rock anziehe und Stöckelschuhe mit Bleistiftabsätzen. Ich habe Angst, von ihr sofort ertappt zu werden, bei diesem offensichtlichen Versuch, ihrem Geschmack zu entsprechen.

Und noch etwas ziehe ichüber: eine schwarze Strumpfhose, die um meine Möse und um meinen Arsch herum ausgeschnitten ist, jene Stelle freilässt, die sie streicheln, feucht machen, zum Anschwellen bringen, in die sie eindringen soll. Mein Oberkörper ist nur von einer Lederjacke bedeckt.

So aufgemacht gehe ich durch die Straßen und fürchte, dass mir alle ansehen, wie es darunter aussieht, dass irgendeiner der Passanten stehen bleibt, mir die Jacke aufreißt, den Rock hochzieht, mich in ein Haustor zerrt. Diese Kleidung zu tragen, bedeutet Gefahr, sage ich mir. Aber niemand beachtet mich, die Leute gehen arglos an mir vorbei. Ich setze mich vorsichtig, damit der Ansatz der Strümpfe nicht sichtbar wird, auf die Terrasse eines Bistros, um schnell noch zu essen, bevor es beginnt, um keinen leeren Magen zu haben und damit abgelenkt zu werden. Drei Uhr nachmittags ist es jetzt, in dem Trubel um mich herum fühle ich mich verloren. Ich habe nur noch eine halbe Stunde, bis sie ankommt. Ich schwitze unter der Lederjacke, kann diese nicht ausziehen, weil ich darunter nackt bin, die Füße in den hohen Stöckeln schmerzen. Ich gehe auf die Toilette, um mich unter meinem Rock ganz frei zu machen. Ich ziehe nun auch noch den Slip aus, den ich vorsichtshalber bis jetzt getragen habe. Aber welche Vorsicht, was soll ihr denn passieren, dieser jetzt schon feuchten Möse? 

Ich fahre zum Bahnhof, bin zu früh dran, gehe durch die Passage, noch immer einige Minuten bis zur Ankunft des Zuges. Ich will nicht am Bahnsteig stehen, wenn sie ankommt, ich will, dass sie aussteigt, mich sucht und mich in dem kurzen Rock, mit meinen schönen langen Beinen in den spitz zulaufenden, so fragilen Stöckeln auf sich zukommen sieht und mich sofort haben will– aber der Zug hat Verspätung.

Die Sonne steht schon tief und leuchtet durch die milchigen Glaskacheln des Bahnhofdaches, macht die Ferne anziehender. Die schwarzen Schienen tauchen in dieses goldfarbene Licht und werden weit draußen selbst spiegelnd und glänzend, eine Atmosphäre des Aufbruchs verbreitet sich in der geschäftigen Halle, alle Konzentration scheint nur auf diese helle Weite gerichtet zu sein, und von dort wird sich auch der Zug nähern. Aber wann?

Ich gehe wieder zu den Kiosken zurück, betrachte die angebotenen Waren. Dann sehe ich Bewegung dort, wo ihr Zug erwartet wird. Leute. Leute kommen, aber nicht sie. Dann doch ihre Gestalt, in Schwarz gekleidet, klein, mit schwarzen Brillen, schwarzer Reisetasche um die Schultern. Flammend rotes Haar, kompakt zus