: Christiane Nasse
: Erdichtete Rituale Die Eingeweideschau in der lateinischen Epik und Tragödie
: Franz Steiner Verlag
: 9783515104937
: Potsdamer altertumswissenschaftliche Beiträge
: 1
: CHF 67.80
:
: Altertum
: German
: 408
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Die Unterscheidung von etruskischem und römischem Opferritual gehört zu den Grundüberzeugungen der Religionsgeschichtsschreibung Christiane Nasse zeigt, daß diese Annahme auf einer Fehlinterpretation der zentralen Quellen und Besonderheiten einer hundertjährigen Forschungsgeschichte beruht. Die Kritik führt zu Dekonstruktionen: Weder erscheint die Hypothese von einer Dichotomie der Eingeweideschau plausibel, noch ist eine 'Sakralsprachlichkeit', auf die sich die Forschung wesentlich stützt, hinreichend definiert.

Mit der Frage nach dem Historisch-Referentiellen auf der einen und nach literarischen Verfremdungen auf der anderen Seite untersucht die Autorin zentrale Quellen zu diesem Schlachtritus. Sie zieht spätantike Texte von Vergil-Erklärern wie Servius und Macrobius heran sowie Gesetze aus dem Codex Theodosianus. In Einzelanalysen wirft sie ein neues Licht auf die poetischen Darstellungen klassischer Autoren wie Vergil, Ovid, Lucan, Seneca und Silius Italicus. Grundlage hierfür bilden die historisch-kritische Methode einerseits und Ansätze aus der Erzähltheorie andererseits.



Chri tiane Nasse studierte Evangelische Theologie, Religionswissenschaft, Latein, Klassische Archäologie in Heidelberg und an der Freien Universität Berlin. Promotion in Religionswissenschaft an der Universität Erfurt. Aufbaustudium Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Forschungsschwerpunkte und Publikationen zur römischen Antike und zur Gesangbuchforschung.
VORWORT6
INHALTSVERZEICHNIS8
EINLEITUNG14
1 DIE HYPOTHESE VON EINER ETRUSKISCH-RÖMISCHEN DICHOTOMIE DER EINGEWEIDESCHAU18
1.1 FORSCHUNGSGESCHICHTLICHE SKIZZE19
1.2 REVISION DER HYPOTHESE37
2 ZUR PROBLEMATIK EINER SAKRALEN TERMINOLOGIE FÜR DIE EINGEWEIDESCHAU: DAS BEISPIEL‚ CONSULERE‘51
2.1 DAS BEGRIFFLICHE UMFELD VON ‚EXTA CONSULERE‘51
2.2 ZUM SOGENANNTEN BEGRIFF ‚HOSTIA CONSULTATORIA‘ (MACR. SAT. 3,5,562
2.3 ZUM VERMEINTLICH SAKRALEN FACHBEGRIFF ‚EXTA CONSULERE‘ BEI SERVIUS (AEN. 4,64)72
2.4 ZUM CODEX THEODOSIANUS UND DEM AUSDRUCK ‚SPIRANTIA EXTA CONSULERE‘79
2.5 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN ZUR FRAGE EINER SAKRALEN TERMINOLOGIE99
3 METHODEN ZU EINEM NEUANSATZ104
3.1 QUELLENERMITTLUNG UND QUELLENAUSWAHL104
3.2 METHODEN ZU EINER NEUBEARBEITUNG DER QUELLEN106
3.3 BESTANDSAUFNAHME111
4 DIDO (VERGIL, AENEIS 4,1–129)114
EINFÜHRUNG114
4.1 EINGEWEIDESCHAU UND HOCHZEITSAUSPIZIUM115
4.2 EINLEITENDE SKIZZIERUNG DES INHALTS118
4.3 TEXT UND ÜBERSETZUNG DER ZENTRALEN STELLE119
4.4 ZUM AUFBAU DES WEITEREN KONTEXTS (VERG. AEN. 4,1–129)121
4.5 DIE HOCHZEITSTHEMATIK IN DER DIDO-EPISODE123
4.6 DIE IM RITUAL ANGESPROCHENEN GOTTHEITEN: CERES, PHOEBUS, PATER LYAEUS, IUNO126
4.7 ZU DEN AUSFÜHRENDEN IM RITUAL141
4.8 DIE SUCHE NACH DEM ERGEBNIS AUS DER EINGEWEIDESCHAU – DIE LITATIO160
4.9 DER ZEITLICHE RAHMEN FÜR DIE RITUELLEN TÄTIGKEITEN163
4.10 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN173
5 CIPUS (OVID, METAMORPHOSEN 15,565–621)176
EINFÜHRUNG176
5.1 TEXT UND ÜBERSETZUNG177
5.2 DER SZENISCHE AUFBAU180
5.3 SKIZZIERUNG DES INHALTS181
5.4 FUNKTIONSWANDEL IM KONTEXT DER ÜBERLIEFERUNGEN183
5.5 DIE FUNKTION DER CIPUS-EPISODE IM NARRATIVEN KONTEXT199
5.6 ZUR ERZÄHLTEN ZEIT206
5.7 DIE GOTTHEITEN208
5.8 DIE IM RITUS HANDELNDEN: CIPUS UND EIN HARUSPEX210
5.9 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN220
6 ARRUNS (LUCAN, BELLUM CIVILE 1,584–638)225
EINFÜHRUNG225
6.1 EINLEITENDE SKIZZIERUNG DES INHALTS UND DER KONTEXT226
6.2 TEXT UND ÜBERSETZUNG228
6.3 DER AUFBAU230
6.4 SKIZZIERUNG DES INHALTS232
6.5 DIE NARRATIVE ZEIT234
6.6 DIE GÖTTER238
6.7 DIE AUSFÜHRENDEN241
6.8 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN246
7 TIRESIAS UND MANTO (SENECA, OEDIPUS 291–402)249
EINFÜHRUNG249
7.1 EINLEITENDE SKIZZIERUNG DES INHALTS BIS ZUR EINGEWEIDESCHAU252
7.2 TEXT UND ÜBERSETZUNG254
7.3 DER SZENISCHE AUFBAU259
7.4 SKIZZIERUNG DER EINGEWEIDESCHAU260
7.5 VORLAGEN UND TRADITION264
7.6 DAS LITERARISCHE PERSONAL265
7.7 DIE NARRATIVE ZEIT271
7.8 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN286
8 ATREUS (SENECA, THYESTES 641–788)289
EINFÜHRUNG289
8.1 SKIZZIERUNG DES INHALTS UND DER SITUATION BIS ZUM RITUAL291
8.2 TEXT UND ÜBERSETZUNG293
8.3 DER SZENISCHE AUFBAU DES RITUALBERICHTS299
8.4 SKIZZIERUNG DES PERVERTIERTEN SCHLACHTRITUALS300
8.5 DER KONTEXT VON STERBEN UND BESTATTUNG305
8.6 DIE ZEITLICHE ANALYSE306
8.7 DAS LITERARISCHE PERSONAL314
8.8 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN320
9 HANNIBAL (SILIUS ITALICUS, PUNICA 1,81–139)325
EINFÜHRUNG325
9.1 DER NÄHERE KONTEXT UND DAS PROOEM326
9.2 TEXT UND ÜBERSETZUNG331
9.3 DER AUFBAU333
9.4 SKIZZIERUNG DES INHALTS334
9.5 DIE GOTTHEITEN337
9.6 DIE AUSFÜHRENDEN IM RITUAL341
9.7 DIE ERZÄHLTE ZEIT IM RITUAL348
9.8 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN350
10 EIN FAZIT AUS DEN LITERARISCHEN ANALYSEN353
10.1 STATUS UND VERÄNDERUNG: DAS ÜBERSCHREITEN VON GRENZEN354
10.2 PERSÖNLICHES SCHICKSAL UND STAATSWOHL354
10.3 OMINA ODER PRODIGIEN?355
10.4 DIE KOMMUNIKATION MIT DEN GÖTTERN359
10.5 DIE RELIGIÖSEN EXPERTEN UND MITTELSPERSONEN361
10.6 DAS ERGEBNIS – KUNDTUN UND VERBERGEN363
10.7 DAS MOTIV DER MANTIK365
10.8 ZWISCHEN ADAPTION RÖMISCHER KULTVERHÄLTNISSE UND LITERARISCHER VERFREMDUNG366
ZUSAMMENFASSUNG372
LITERATURVERZEICHNIS377
REGISTER399