: Manuel Norden
: Nackt Erotischer Roman
: Verlag Christine Janson
: 9783939229698
: 1
: CHF 6.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 230
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Geplant ist ein romanischer Urlaub in Schweden mit guten Freunden. Doch Nacktbaden im See ist nicht das einzige frivole Vergnügen, dem sich die beiden Paare und die zwei Singles hingeben. Zunehmend wird die Stimmung intimer und das einsame Holzhaus lässt viel Spielraum für aufregende erotische Fantasien. Doch eines Morgens ist Petra nicht mehr da. Hat der mysteriöse Fremde, der in die Idylle einbricht, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun? 'Lecker. Wirklich lecker. Es schmeckte so gut, dass der Kuss gern noch eine oder zwei Minuten länger hätte dauern können. Hoppla! Mit einem leichten Ruck trennten sich ihre Lippen. Doch es würde gewiss nicht der letzte Kuss sein in diesem gemeinsamen Urlaub. Allerdings nicht nur zweisam: Ein gemeinsamer Urlaub mit gemeinsamen Freunden.'

Erster Tag


Unterwegs


Lecker. Wirklich lecker.

Es schmeckte so gut, dass der Kuss gern noch eine oder zwei Minuten länger hätte dauern können. Hoppla! Mit einem leichten Ruck trennten sich ihre Lippen. Doch es würde gewiss nicht der letzte Kuss sein in diesem gemeinsamen Urlaub. Allerdings nicht nur zweisam: Ein gemeinsamer Urlaub mit gemeinsamen Freunden. Zu sechst saßen sie in dem Kleinbus, den sie sich zu diesem Anlass beschafft hatten. Bastians Freundin Bianca– sie war es nicht, die er gerade geküsst hatte– hatte auf einem Fahrzeug mit Stil bestanden. Dazu gehörten ihrer Vorstellung nach durchgehende Sitzbänke. Offenbar auch Luftkühlung und Hinterradantrieb. Er hielt jedoch nichts von ihrem Vorschlag, das Fahrzeug noch mit bunten Blumen zu bemalen– sie hätte es wahrscheinlich getan.

Als sie an diesem Morgen Marianne abholten– sie war es, die Bastian gerade geküsst hatte–, machte diese leicht amüsiert eine Bemerkungüber Flower-Power-Romantik. Marianne war nämlich mit ihren fast 50 Jahren dieälteste in der Runde, eine wunderbare Frau mit roten Haaren, fraulich gereiften, sehr sinnlichen Rundungen und der Herzenswärme, die nur eine Frau haben kann, die gelernt hatte, den erotischen Versuchungen ihres Lebens gern nachzugeben. Bianca und Bastian hatten sie in einem Club kennengelernt, den sie gerne gemeinsam mit ihren Freunden Tim und Petra besuchten. Wie schön sie wirklich war, hatte Bastian erst auf den zweiten Blick begriffen. Bianca hatte ihre Reize aber schneller als er bemerkt und ein wenig nachgeholfen. Schon bald trafen sie sich regelmäßig und führten philosophische Gespräche bei einem Glas Rotwein– manchmal vorher, manchmal hinterher.

Es waren die Gespräche mit Marianne gewesen, die das Paar dazu brachten, ernster als zu Anfangüber ihr Zusammenleben nachzudenken. Sie waren glücklich. Und wollten es bleiben. Die Freundschaft mit Tim und Petra, die gemeinsamen Clubbesuche, das frivole Vergnügen an ihren und an seinen Seitensprüngen machten die Entscheidung darüber leicht, wie sienicht leben wollten. Die schrecklichen Dramen jener, die, wie sie meinten, weder die Liebe noch die Lust noch die Treue verstanden hatten, sollte es für sie nicht geben. Doch wie genau wollten sie leben? War es genug zu glauben, wer liebt, wen ich liebe, der ist mein Freund?

Noch wussten sie nicht, ob die Reise mit ihren Freunden mehr Klarheit bringen würde. Aber sie würde sicher einen Anlass zu exquisiten Ausschweifungen geben, und das gab den Ausschlag. Ihr Urlaubsziel, das Holzhaus in den schwedischen Wäldern, war dafür genau das richtige Ambiente.

Ein Schlagloch war an dem eben unterbrochenen Kuss schuld gewesen. Tim, der den Kleinbus steuerte, murmelte eine Entschuldigung. Neben ihm saß seine Freundin Petra und amüsierte sich nachsichtigüber das unfreiwillig beendete Knutschen. Verschmitzt schaute sieüber ihre Schulter nach hinten.»Jetzt könnt ihr weitermachen!«<