: Angelika Monkberg
: DRACHE UND PHÖNIX - Band 4: Goldene Asche Vierter Roman
: dotbooks
: 9783955204273
: Drache und Phönix
: 1
: CHF 3.60
:
: Fantasy
: German
: 152
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'War es nicht immer Euer Wunsch, dass die Urne, die die Kaiserin von Napoleon geschenkt bekam, an eine würdige Person weitergegeben wird?' - Jan sagte nichts, denn der Schlag kam zu plötzlich. Er hörte der Duchesse einfach weiter zu. - 'Ihre Majestät hat eine Nachfolgerin gefunden, die die goldene Asche hüten wird. Wollt Ihr wissen, wo sie sich befindet?' Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts. Jan Stolnik, der Drache in Menschengestalt, führt das Leben eines Adligen - doch wann immer er die Gelegenheit dazu findet, mischt er sich unerkannt unter die einfachen Arbeiter. Die Hitze der Schmelzöfen lässt ihn für kurze Zeit die unstillbare Sehnsucht nach seiner großen Liebe vergessen, der Phönixdame La Fiametta, deren goldene Asche er immer noch nicht in seinen Besitz bringen konnte. Doch auch andere suchen nach der magischen Urne. Jan macht die Bekanntschaft eines Geheimordens, der Sonnenkreuzler, die von einer mysteriösen verschleierten Dame gelenkt werden. Handelt es sich bei ihr um eine britische Lady, Nachfahrin eines alten Feengeschlechts - oder etwas ganz anderes? Der vierte Band der historischen Fantasysaga, die Jahrhunderte überspannt und von der unsterblichen Liebe des Drachensohnes Jan Stolnik erzählt: spannend, abenteuerlich, faszinierend. Jetzt im eBook: 'DRACHE UND PHÖNIX - Vierter Roman: Goldene Asche' von Angelika Monkberg. JETZT BILLIGER KAUFEN - überall, wo es gute eBooks gibt!

Angelika Monkberg, geboren 1955, lebt in Franken. Wenn Sie nicht in ihrem Garten arbeitet, zeichnet oder malt sie - und widmet sich dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen. Bei dotbooks erschien bereits Angelika Monkbergs Roman TORNADO sowie das Fantasy-Epos DRACHE UND PHÖNIX, den es unter diesem Titel als Sammelband gibt sowie in den folgenden Einzelbänden: Erster Roman: Goldene Federn Zweiter Roman: Goldene Kuppeln Dritter Roman: Goldene Spuren Vierter Roman: Goldene Asche Fünfter Roman: Goldene Jagd Sechster Roman: Goldene Lichter Siebter Roman: Goldene Ewigkeit Mehr Informationen über Angelika Monkberg im Internet: Die Website der Autorin: www.angelikamonkberg.de Die Autorin auf Instagram/Threads: https://www.instagram.com/ang lika.monkberg/ Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/1AngelikaMon berg

Kapitel 1


Der Mann erhob sich mit einer eleganten Bewegung und legte die Serviette sorgfältig auf dem Tisch vor sich ab. Er bedachte Nina mit einem entschuldigenden Lächeln, dann straffte er die Schultern und drehte sich um. Sein Gang verriet, dass er wusste, dass sie ihn beobachtete, und Nina wusste, dass er es wusste …

Sie betrachtete ihn, wie er an der Längsseite der Bar entlangschlenderte und die Finger fast zärtlich über die schwarze Glasplatte gleiten ließ. Der Anzug aus tintenblauer Baumwolle saß perfekt und betonte seine schmale Gestalt, die Hose war genau um die paar Millimeter zu kurz geschneidert, um die pinkfarbenen Strümpfe darunter aufblitzen zu lassen. Jetzt blieb er bei dem auffallend attraktiven Barmann stehen und strich sich dabei durch die fast schulterlangen dunkelblonden Haare.

Nina musste unwillkürlich schmunzeln. Ihr Chef war ein Pfau, wie er im Buche stand, aber er lebte seinen Spleen auf eine so natürliche Art, dass er in jeder Gesellschaft schnell zum beliebten Mittelpunkt wurde.

Nun sah er zu ihr herüber, nickte ihr zu, und Nina nickte zurück. Sie nippte an ihrem Wein, dann blickte sie auf ihre Hände; ungeduldig trommelte sie mit den Fingernägeln auf den Tisch. Hoffentlich ließ er sie nicht so lange hier sitzen. Nina atmete tief ein. Ihre alte Unsicherheit kam wieder hoch, sie mochte es einfach nicht, so allein in einem Lokal zu sitzen. Ihr Blick folgte Fabrizios Bewegungen. Er stand immer noch an der Bar. Seine Hand mit dem schweren Siegelring lag jetzt auf der des Barkeepers, und dieser machte keine Anstalten, sie zurückzuziehen.

Nina versuchte, diesen Augenblick der Intimität zwischen den beiden Männern zu ignorieren, aber es gelang ihr nicht. Sie trank noch einen Schluck von dem Primitivo und überlegte, wann sie sich zum ersten Mal begegnet waren. Es war am Morgen ihres ersten Arbeitstages gewesen. Fabrizio hatte sie an der Haupttreppe des Palazzo Borghese in Empfang genommen und ihr freundlich erklärt, dass er nun ihr Vorgesetzter sei. Der alte Kurator – nun ja. Die Gesundheit. Dann hatte er sie freundschaftlich am Arm gefasst und durch die Ausstellung geschleift – anders ließ sich sein Tempo kaum beschreiben – und ihr sein Heim gezeigt, wie er es nannte: erst die Gemälde im ersten Stock, dann die Skulpturen im Parterre. Nina kannte alle Exponate, hätte zu jedem Stück aus dem Stand ein Referat halten können, doch das schien ihn nicht zu interessieren. Stattdessen redete er die ganze Zeit wie ein Wasserfall, fragte, kommentierte, fragte erneut. Sie begriff schnell, dass er ihr seine Sicht der Dinge verständlich machen wollte, und ließ ihn erzählen. Fabrizio sprach sehr gut Deutsch, aber wenn er nicht schnell genug das passende Wort fand, wechselte er mitten im Satz in seine Muttersprache. Er war ihr auf Anhieb sympathisch, und die aufmerksame Art, wie er zuhörte, und die Art, wie er sie dabei ansah, ließ ihr einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen.

Nina seufzte und drehte ihr Weinglas in der Hand. Das hatte nichts zu bedeuten. Mit diesem Blick bedachte er jeden und jede, wie sie nach zwei Wochen Zusammenarbeit wusste, und genau das war auch sein Mittel zum Erfolg: Fabrizio konnte jedem Menschen das Gefühl vermitteln, er sei der Nabel der Welt für ihn.

Nina betrachtete die beiden Männer an der Bar immer noch. Jetzt war es der graumelierte Beau hinter dem Tresen, der die Hand auf die ihres Chefs legte. Nina bemerkte, dass der Barmann ebenfalls einen auffälligen Ring trug – vielleicht war es sogar der gleiche? Die beiden waren ein Paar, wie es aussah, doch das schien hier niemanden zu interessieren.

Nina spielte weiter mit dem Stiel des Weinglases und wusste nicht so recht, was sie nun machen sollte. Fabrizio wollte eigentlich nur kurz den Mann an der Bar begrüßen, wie er gesagt hatte, doch das Ganze schien länger zu dauern. Sie strich sich eine lange braune Haarsträhne hinter das Ohr und sah auf die Uhr. Es war schon nach elf. Seit sie in Rom war, hatte sie nur gearbeitet, von kleinen Spaziergängen durch die Parkanlagen