Der Kaiser und Konstantinopel Kommunikation und Konfliktaustrag in einer spätantiken Metropole
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Rene Pfeilschifter
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Der Kaiser und Konstantinopel Kommunikation und Konfliktaustrag in einer spätantiken Metropole
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Walter de Gruyter GmbH& Co.KG
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9783110266887
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Millennium-Studien / Millennium StudiesISSN
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1
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CHF 0.50
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Altertum
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German
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738
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
< >Zwischen 395 und 624 residierte der Kaiser des Ostens ununterbrochen in Konstantinopel. Er reiste nicht mehr durchs Reich, er führte keine Armee in den Krieg, er verließ die Stadt nicht weiter als eine Tagesreise. Konstantinopel war ohne das Kaisertum undenkbar, aber ebenso war der Herrscher auf die Stadt angewiesen. Ein römischer Kaiser konnte nämlich, anders als ein Erbmonarch der Neuzeit, Macht und Leben an einen Usurpator verlieren, seine Stellung blieb stets prekär. Daher mußte er immer wieder um die Unterstützung der Einwohner Konstantinopels werben, sie um jeden Preis behaupten - und manchmal doch erfahren, daß er sie verlor. Geschah das, war sein Sturz unvermeidlich. So war der Kaiser eingebettet in ein komplexes Netz sozialer Beziehungen. Er benötigte die Akzeptanz von Armee, Volk, Geistlichkeit und Eliten. Ihren Bedürfnissen kam er nach, indem er ihre Anliegen in der Sache befriedigte oder den Status der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen durch angemessenes rituelles, gestisches und verbales Handeln anerkannte. Das Buch analysiert diese Prozesse gesellschaftlicher Interaktion, es zeigt, wie der Kaiser Kaiser blieb. So entsteht ein neues Bild des soziopolitischen Systems Konstantinopels und des spätantiken Reiches insgesamt.< r />
< >
R. Pfeilschifter
,Julius Maximilians-Universität Würzburg.
Abkürzungen
13
Liste der Kaiser in Konstantinopel
15
Einleitung: die spätrömische Monarchie als Akzeptanzsystem
17
Legitimität und Akzeptanz
18
Usurpation und Hauptstadtbindung im Prinzipat
25
Mehrkaisertum und monarchische Solidarität im vierten Jahrhundert
30
Konstantinopel und ein neues Akzeptanzsystem
34
Die Einheit des Untersuchungszeitraums
41
Die Akzeptanzgruppen
44
Der Aufbau der Untersuchung
54
Technica
55
Der Kaiser in Konstantinopel: eine (fast) unauflösliche Verbindung
57
Gottesgnadentum, Hofzeremoniell – und Zugänglichkeit
92
War der gottbegnadete Kaiser ein unantastbarer Kaiser?
92
Die Entrückung des Kaisers und die Legende vom zeremoniellen Korsett
101
Der civilis princeps in der Spätantike
115
Justinian und die Notwendigkeit der civilitas
120
Die Herrschaft über das Zeremoniell
128
Demut und Nähe
133
Die Vererbung des Throns und der Einfluß der Akzeptanzgruppen
139
Kindkaiser
141
Der kontrollierte Herrschaftsübergang oder: die Macht des Kaisers
153
Justin II. im Jahr 574: Tod eines Kaisers
158
Der ungeregelte Herrschaftsübergang oder: die Macht der Akzeptanzgruppen
163
Kaiserproklamationen
176
Der Herrschaftsantritt Justins I. (518)
181
Der Nika-Aufstand (532)
194
Januar 532: die Ereignisse
196
Januar 532: Analyse
205
Der Kaiser und die Soldaten
227
Die Festung Konstantinopel
228
Warum kämpften die Soldaten in den Provinzen für den Kaiser?
239
Soldaten in Konstantinopel: eine Annäherung
241
Bukkellarier
248
Der Stadtpräfekt und seine Hilfstruppen
252
Die Garden und die Wahrung der öffentlichen Ordnung
255
Die Garden und ihr Kaiser
261
Der Fall von Maurikios (602)
268
Ein unbeliebter Herrscher
268
November 602: die Ereignisse
277
November 602: Analyse
285
Der Kaiser und das Volk
310
Wer war das Volk?
311
Das Volk für Johannes Chrysostomos (403/04)
317
Konfliktfelder und Lösungsstrategien
323
„Würdig der Stadt“: der Kampf gegen Not und Unterdrückung
326
„Würdig der Dreieinigkeit“: der Kampf um den rechten Glauben
329
„Würdig der Herrschaft“: kaiserliche Normverletzungen
345
Die erwartete Begegnung zwischen Kaiser und Volk
349
Die (für den Kaiser) unerwartete Begegnung
357
Die (für das Volk) unerwartete Begegnung
362
Der Kaiser und die Geistlichkeit
371
Bischofswahlen
373
Der Bischof als Kaisermacher?
394
Der Bischof gegen den Kaiser: wiederum Johannes Chrysostomos (397– 404)
399
Der Bischof gegen die Akzeptanzgruppen: Nestorios (428– 431)
410
Der Bischof gegen alle: Flavian (446– 449)
415
Drei Bischofsabsetzungen des sechsten Jahrhunderts (511, 536, 565)
426
Kam es in Konstantinopel überhaupt auf den Bischof an?
432
Unruhige, unbeliebte Mönche
438
Heilige Männer und irdische Regierungen
450
Der Kaiser und die Eliten
468
Die Vereinzelung der Aristokraten
468
Die Gefahr der Usurpation und die Kontrolle der Ressourcen
481
Der überwältigte Kaiser und der Untergang des Westens
490
Minister, Frauen, Eunuchen unter Arcadius und Theodosius II. (395 – 450)
501
Gainas in Konstantinopel (400)
513
Die permanente Überwältigung des Kaisers? Leon I. und Zenon (457 – 491)
527
Aspar und das vergebliche Werben um Akzeptanz
528
Die rätselhafte Usurpation von Basiliskos (475)
552
Illus und der gefesselte Zenon
560
Zwischenspiel: Markians Putsch (479)
567
Zenons Behauptung
570
Die Usurpation in der Provinz: Illus und Leontios (484)
573
Der erfolgreiche Usurpator als gescheiterter Kaiser
578
Die 20 Monate von Basiliskos (475/76)
580
Die acht Jahre von Phokas (602 – 610)
600
Schlußbetrachtung
622
Quellenverzeichnis
628
Literaturverzeichnis
646
Stellenregister
683
Sachregister
719
Personen- und Ortsregister
723