: Darja Sterbenc-Erker
: Religiöse Rollen römischer Frauen in"griechischen" Ritualen
: Franz Steiner Verlag
: 9783515104616
: Potsdamer altertumswissenschaftliche Beiträge
: 1
: CHF 66.90
:
: Altertum
: German
: 310
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Weiblich religiöse Rollen im antiken Rom wurden in den 1990er Jahren – trotz spezifisch weiblicher Opferkompetenzen in der öffentlichen Religion – als den männlichen untergeordnet und marginal interpretiert. Allerdings eröffnete der hohe soziale Status ausgewählten Matronen der römischen Oberschicht den Zugang zu Opferungen an die Staatsgötter, die als"griechisch" oder"fremd" charakterisiert wurden. Rom rezipierte die Religion griechischer Städte Süditaliens hierbei sehr schöpferisch: Der aus der griechischen und römischen rituellen Praxis kreierte"griechische" Cereskult bot römischen Matronen neue religiöse Rollen. So enttarnten sich die"Fremdheit" weiblicher religiöser Rollen und die"Magie" weiblicher Rituale als Zuschreibungen, welche die Abweichungen von den Normen einer männlichen Religion thematisieren. Die gebildete Elite nutzte diese Konzeptualisierungen in politischer und literarischer  Kommunikation als Abgrenzungsstrategie im eigenen Identitätsdiskurs. Neben den Frauenkulten boten auch Bacchus- und Kybelekult viele Gestaltungsmöglichkeiten für literarische Bilder der"Fremdheit" und"Verweiblichung".

D rja Šterbenc Erker ist zurzeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klassische Philologie der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Promotionsarbeit untersuchte sie die Geschlechterrollen im römischen Totenkult, ihre Habilitation ist der geschlechtsspezifischen Rezeption"griechischer" Rituale in Rom gewidmet. Darüber hinaus hat sie ein Forschungsprojekt zur römischen Religion bei Ovid und Dionysios von Halikarnass und ein Forschungsprojekt zur rituellen Raumkonstruktion im Römischen Imperium abgeschlossen.

Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Religionsgeschichte der Antike, Römische Literatur und Religion, Gender Studies, visuelle und auditive Kultur der Antike, Antike im Film sowie Ritualtheorien.

DANKSAGUNG6
InhaltsverzeIchnIs8
I. WEIBLICHE RELIGIÖSE ROLLEN IN ROM: ZUR METHODIK12
GRUNDLAGEN FÜR DIE ERFORSCHUNG WEIBLICHER RELIGIÖSER ROLLEN14
FORSCHUNGSSTAND: UNENTBEHRLICHE, JEDOCH RELIGIÖS UNMÜNDIGE FRAU?20
METHODIK, QUELLEN, BEGRIFFE25
ZUR RECHTLICHEN STELLUNG DER FRAUEN33
ÖFFENTLICHE RITUALE DER FRAUEN: ARCHAISCHE MATRONENFESTE (MATRONALIA UND MATRALIA)38
ZUR LITERARISCHEN DARSTELLUNG WEIBLICHER KULTE UND TUGENDEN IN DER AUGUSTEISCHEN ZEIT43
II. CERESKULT66
DER „GRIECHISCHE“ CHARAKTER DES CERESKULTES68
DAS SACRUM ANNIVERSARIUM CERERIS85
DER KORERAUBMYTHOS114
DIE „THEOLOGIE“ DER GÖTTIN CERES145
III. EXPIATIONEN, BACCHUS- UND KYBELERITUALE172
ERWEITERUNG DER FRAUENRITUALE IN ROM IN DER ZEIT DER PUNISCHEN KRIEGE174
GESCHLECHTERDIFFERENZ IN DER RÖMISCHEN RELIGION: NORMEN UND ZUSCHREIBUNGEN VON WEIBLICHKEIT UND MÄNNLICHKEIT190
LIVIUS’ SCHILDERUNG DES BACCHANALIENSKANDALS VON 186 V. CHR.209
„PHRYGISCHE“ EFFEMINIERUNG UND RÖMISCHE FRAUEN: DER KYBELEKULT DER FRÜHEN KAISERZEIT246
IV. FAZIT: GESCHLECHTERORDNUNG, TRANSGRESSION UND MACHT274
BIBLIOGRAPHIE282
FORSCHUNGSLITERATUR282
AUSGABEN DER ORIGINALTEXTE, KOMMENTARE UND ÜBERSETZUNGEN304
ABKÜRZUNGEN305
SACH- UND NAMENSREGISTER306