: Angelika Monkberg
: DRACHE UND PHÖNIX - Band 2: Goldene Kuppeln Zweiter Roman
: dotbooks
: 9783955204570
: Drache und Phönix
: 1
: CHF 3.60
:
: Fantasy
: German
: 173
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Am Fuß des Berges loderte eine breite Feuerwalze mannshoch auf. Jan riss sich den roten Damastmantel vom Leib. Es war seine letzte, noch von klarer Überlegung beherrschte Tat, bevor er sich mit einem rauen Lustschrei in die Flammen stürzte. Was machte es, wenn sein Hemd brannte oder die Haare, er lechzte nach dem heißen Kuss des Feuers.' Das 18. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. Noch immer trauert Jan Stolnik um seine große Liebe La Fiametta. Aber ist die Dame Phönix wirklich in den Flammen gestorben? Als Jan in einer alten Handschrift den Hinweis auf die sagenumwobene Türme des Schweigens findet, macht er sich sofort auf den Weg zu jenem Ort, an dem seine Geliebte aus ihrer Asche auferstehen kann. Doch die Reise durch das Osmanische Reich bis nach Persien ist lang und gefährlich. In Baku am Kaspischen Meer begegnet Jan schließlich der Königin des Sudans. Sie ist hierhergekommen, um sich mit einem Sohn des Schahs zu vermählen - aber sie und die Frauen ihres Hofstaats hüten auch ein Geheimnis ... Der zweite Band der historischen Fantasysaga, die Jahrhunderte überspannt und von der unsterblichen Liebe des Drachensohnes Jan Stolnik erzählt: spannend, berührend, faszinierend. Jetzt als eBook: 'DRACHE UND PHÖNIX: Goldene Kuppeln' von Angelika Monkberg. dotbooks - der eBook-Verlag. JETZT BILLIGER KAUFEN - überall, wo es gute eBooks gibt!

Angelika Monkberg, geboren 1955, lebt in Franken. Wenn Sie nicht in ihrem Garten arbeitet, zeichnet oder malt sie - und widmet sich dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen. Bei dotbooks erschien bereits Angelika Monkbergs Roman TORNADO sowie das Fantasy-Epos DRACHE UND PHÖNIX, den es unter diesem Titel als Sammelband gibt sowie in den folgenden Einzelbänden: Erster Roman: Goldene Federn Zweiter Roman: Goldene Kuppeln Dritter Roman: Goldene Spuren Vierter Roman: Goldene Asche Fünfter Roman: Goldene Jagd Sechster Roman: Goldene Lichter Siebter Roman: Goldene Ewigkeit Mehr Informationen über Angelika Monkberg im Internet: Die Website der Autorin: www.angelikamonkberg.de Die Autorin auf Instagram/Threads: https://www.instagram.com/ang lika.monkberg/ Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/1AngelikaMon berg

Kapitel 1


Schloss Burgk bei Freital in Sachsen; Mittwoch, 24. Juni 1781; am Tag von Sankt Johannes dem Täufer, Theodulf von Lobbes und Wilhelm von Vercelli; Regen

Das Gesinde hatte wie üblich im Hof einen Reisighaufen für ein Johannisfeuer aufgeschichtet, aber Jan glaubte nicht, dass es sich später überhaupt entzünden ließ. Dafür war alles viel zu nass. Er steckte den Schlüssel in die Spieluhr und zog das Werk auf. Eine leise Melodie erklang, der feuervergoldete Vogel auf dem Deckel begann mit den juwelenbesetzten Flügeln zu schlagen, doch die leise zirpende Melodie ertrank fast im Trommeln des Regens, der auf das Oberlicht der Werkstatt klatschte. Draußen ging ein Wolkenbruch nieder.

Es war heute schon der vierte oder fünfte, aber wenigstens gab es Unterbrechungen zwischen ihnen. Auch dieser Sommer verdiente seinen Namen wieder nicht. Selbst wenn der Himmel seine Schleusen ausnahmsweise geschlossen hielt, blieben die Tage trüb und kalt, die Felder waren aufgeweicht und alle Wege schlüpfrig.

Nicht einmal ein ausgebildeter Schnellläufer schaffte es zurzeit noch an einem Tag nach Dresden und zurück, und Jan hatte Nanni solche halsbrecherischen Fahrten verboten. Barberinas Ehemann soff, und er prügelte auch gerne einmal auf ein Gespann ein, wenn die Pferde, die in dieser Beziehung viel mehr Verstand zeigten, nicht wollten wie er. Bevor Nanni noch einmal ein Fuhrwerk umwarf, zahlte Jan lieber Futter, Stellplatz und Bett im Gasthof, obwohl er genau wusste, dass Bodenschatz seinen Diener mühelos für eine Nacht in der Residenz unterbringen konnte. Wo der Tropf sicher wieder eine junge Magd beschlief und das Geld für den Gasthof in die eigene Tasche steckte, zwei Fliegen mit einer Klappe.

Jan legte den Schlüssel der Spieluhr beiseite.

Barberinas launischer und unzuverlässiger Ehemann hatte bisher neben seinem ehelichen Sohn zwei Bankerte gezeugt und sich jedes Mal geweigert, für die Folgen aufzukommen, so dass schließlich er die Kinder bei guten Pflegeeltern untergebracht und Bodenschatz angewiesen hatte, die Mägde in der Residenz vor seinem Diener zu warnen. Trotzdem waren Weibergeschichten noch das kleinste Übel des ganzen Problems, das Nanni hieß. Jan bedauerte inzwischen heftig, dass sie ihn damals nicht einfach in Venedig zurückgelassen hatten.

Sein Blick schweifte zum Kachelofen. Der Anblick der Glut hinter den Ritzen der Ofenklappe erinnerte ihn an La Fiametta. Wenn es stimmte, was Pater Giuliano damals behauptet hatte, war er unsterblich. Er konnte es nicht ganz glauben, obwohl er bald sechzig wurde und noch immer jung aussah. Doch er hatte die Frau verloren, mit der er vielleicht wirklich für immer hätte leben können, und nun verstrich ein Jahr nach dem anderen ohne sie. Manchmal fühlte er sich wie ein alter Mann.

Er tippte die goldene Nachtigall der Spieluhr an, der künstliche Vogel wippte noch einmal, die Walze im Inneren spielte ein letztes Plim. Aber es half keine Kunst, die goldenen Federspiegel, die La Fiametta auf Schultern und Kreuzbein getragen hatte, waren dahin. Dahin wie ihre göttliche Stimme, ihre Gier nach Liebe und Geld. Sie war beim Brand des Teatro San Benedetto ums Leben gekommen, freiwillig ins Feuer gegangen, und er verstand noch immer nicht, warum.

Er lebte, musste weiterleben, obwohl ihm damals in der Brandnacht ein Priester den Schädel eingeschlagen hatte, um ihn daran zu hindern, zurück ins Teatro San Benedetto zu laufen, vielleicht auch, um ihm zu beweisen, dass selbst tödliche Verletzungen bei ihm heilten.

Barberina hatte ihn damals gepflegt. Sie wenigstens war ihm geblieben. Sie hielt den Vertrag treu ein, den Prinz Anton 1774 mit ihr abgeschlossen hatte. Ihr Dienst für ihn gegen ein Landgut auf der Terra ferma für ihre Familie. Doch er war allmählich versucht, Bodenschatz zuzustimmen, der immer wieder sagte, er halte es doch von Weisheit getragen, dass die meisten Gesindeordnungen Dienstboten das Heiraten rundheraus verboten. Barberina hätte ohne Nanni zweifellos besser gelebt. Und Jan mit ihr.

Natürlich hätten sie nach Meinung der heiligen Mutter Kirche in Sünde gelebt, doch Jan kannte genug Herren von Stand, sogar Geistliche, die ein ähnliches Arrangement mit ihrer Haushälterin getroffen hatten. Ein Mann brauchte nun einmal ab und z