: Margret Bürgisser
: Egalitäre Rollenteilung Erfahrungen und Entwicklungen im Zeitverlauf
: Verlag Rüegger
: 9783725308569
: 1
: CHF 25.10
:
: Allgemeines, Lexika
: German
: 240
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Im egalitären Rollenmodell teilen sich Mann und Frau die Verantwortung für Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Kinderbetreuung. Das Modell bietet Frauen die Möglichkeit, Beruf und Familie ohne erhebliche Doppelbelastung zu verbinden. Den Männern ermöglicht es - ergänzend zur Berufsarbeit - die Teilhabe an der Kinderbetreuung und den Erwerb von Haushaltskompetenzen. 1994 befragte die Autorin erstmals 28 Deutschschweizer Paare mit egalitärer Rollenteilung über ihre Arbeitsteilung, ihre Elternschaft und ihr berufliches Engagement. In einer 2005 abgeschlossenen Folgestudie im Rahmen des NFP 52 untersuchte sie nun, wie sich die Rollenteilung im Zeitverlauf bewährt und verändert hat.
Es zeigt sich, dass die Paarkonstellationen insgesamt stabil sind, gleichwohl aber individuelle und paarspezifische Entwicklungschancen bieten. Veränderungen des egalitären Rollenmodells werden vor allem Bezug nehmend auf Sozialisation und Familienzyklus begründet. Durch das Heranwachsen der Kinder eröffnen sich den Eltern neue Freiräume, welche viele zur Aufstockung der Erwerbsarbeitspensen nutzen. Weitere Gründe zur Veränderung der Rollenteilung liegen im Bereich der Erwerbsorientierung, der Arbeitssituationen oder krankheitsbedingter Erschwernisse.

2 Haushalte mit egalitärer Rollenteilung im Lichte gesamtschweizerischer Statistiken (Gilbert Ganguillet) 

2.1 Zielsetzung


Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP 52) soll das Projekt«Haushalte mit egalitärer Rollenteilung– Die Langzeitperspektive» Informationen zur Gestaltung und zur Funktionsweise von egalitären Haushalten in der Schweiz vermitteln. Zur Verortung der qualitativen Hauptstudie wurde eine Sekundärdatenanalyse durchgeführt, welche die Verbreitung sowie die wichtigsten strukturellen Merkmale und Arbeitsteilungsmuster der egalitären Paarhaushalte in der Schweiz mit Hilfe von amtlichen Daten festhält. Wichtiges Ziel dieser Analyse ist die Gegenüberstellung des egalitären Rollenmodells mit anderen Formen des familialen Zusammenlebens. Zu diesem Zweck wurden aktuelle gesamtschweizerische Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS), insbesondere jene der Volkszählung 2000, der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2002 sowie des Schweizer Haushalt-Panels 2002 herangezogen. Die Haushaltsdaten der Volkszählung 2000 des Bundesamts für Statistik beinhalten 3’181’568 Haushalte in der ganzen Schweiz. 

Daraus wurden 609’711 Paarhaushalte (Ehe- und Konsensualpaare) mit Kindern unter 15 Jahren eruiert (zum Vergleich: 1990 waren unter den damals bestehenden 2’859’766 Haushalten praktisch gleich viele Paarhaushalte ermittelt worden, nämlich 603’251). Gegenüber 1990 lässt sich somit in der Schweiz einen zweiprozentigen Rückgang der Paarhaushalte mit Kindern im Vorschul- und Schulalter feststellen (von 21 auf 19%). Bei den Haushaltsdaten der SAKE handelt es sich um eine Stichprobe von 41’321 Haushalten, ebenfalls aus der ganzen Schweiz. Darunter befinden sich 8’510 Paarhaushalte mit Kindern unter 15 Jahren. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der SAKE mit einer geeigneten Gewichtung auf die gesamtschweizerischen Haushalte hochgerechnet. Die vierte Welle des Schweizer Haushalt-Panels für das Jahr 2002 umfasst 3’690 Haushalte. Leider konnte dieser Datensatz für unsere Analyse nicht berücksichtigt werden, weil die vorhandene Datenstruktur die Konstruktion adäquater Familienmodell- Variablen nicht zulässt.

Inhaltsübersicht6
Vorwort14
Dank16
Das Wichtigste in Kürze17
1 Einleitende Informationen20
1.1 Forschungsstand zum Thema Egalitäre Rollenteilung20
1.2 Merkmale des egalitären Rollenmodells21
1.3 Forschung der Autorin auf dem Gebiet der egalitären Rollenteilung22
1.4 Weitere für das Projekt relevante Forschung22
1.4.1 Pluralisierung der Familien- und Lebensformen22
1.4.2 Wandel der Geschlechterrollen23
1.4.3 Erwerbsorientierung und Erwerbsarbeit von Frauen24
1.4.4 Weibliche Erwerbstätigkeit und Mutterschaft24
1.4.5 Probleme mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie25
1.4.6 Neuverteilung der Aufgaben zwischen Mann und Frau26
1.4.7 Neue Formen aktiver Vaterschaft26
1.4.8 «Geteilte Elternschaft» als Chance für Eltern und Kinder27
1.4.9 Familiengründung und Etablierung der Rollenteilung28
1.4.10 Determinanten der innerfamiliären Hausarbeitsteilung29
1.4.11 Männliches Engagement in der Haus- und Betreuungsarbeit29
1.4.12 Wahrgenommene Gerechtigkeit und (Un-)Zufriedenheit mit der Rollenteilung30
1.4.13 Belastungserscheinungen durch Familienarbeit und Rollenteilung31
1.5 Problemstellung und Zielsetzung der Studie31
1.6 Zentrale Forschungsfragen32
1.7 Theoretische Grundlagen des Projekts32
1.7.1 Rollentheoretische Grundlagen33
1.7.2 Individualisierungstheoretische Konzepte34
1.7.3 Das Struktur-Kultur-Paradigma von Hoffmann-Nowotny35
1.7.4 Wertwandelstheoretische Ansätze38
1.7.5 Ressourcen- und austauschtheoretische Grundlagen39
1.7.6 Die mikroökonomische Haushalts- und Familientheorie41
1.7.7 Equity-Theorie 42
1.7.8 Sozialisationstheoretische Grundlagen 43
1.8 Zur Methodologie des Projekts45
1.8.1 Datenerhebung, -auswertung und -interpretation45
2 Haushalte mit egalitärer Rollenteilung im Lichte gesamtschweizerischer Statistiken (Gilbert Ganguillet)50
2.1 Zielsetzung50
2.2 Vorgehen51
2.3 Ergebnisse52
2.3.1 Eine Typologie der Familienmodelle53
2.3.2 Charakteristika der egalitär-partnerbezogenen Haushalte56
2.3.3 Verteilung der Haus- und Familienarbeiten in unterschiedlichen Familienmodellen67
2.3.4 Zusammenfassung71
3 Ergebnisse der Elternbefragung74
3.1 Die Rollenteilung im Zeitverlauf74
3.1.1 Die Rollenkonfigurationen im Zeitverlauf74
3.1.2 Arbeitssituationen und -pensen77
3.1.3 Zusammenfassung79
3.2 Beurteilung der im Zeitverlauf gemachten Erfahrungen80
3.2.1 Positive Urteile/Erfolgserlebnisse81
3.2.2 Zentrale Voraussetzungen, Belastungen und Nachteile82
3.2.3 Negative Beurteilungen: Konflikte/Frustrationen83
3.2.4 Modifikationen des Halbe-Halbe-Modells84
3.2.5 Zusammenfassung84
3.3 Gründe für Modifikationen des egalitären Rollenmodells85
3.3.1 Sinkende Beanspruchung durch die Kinder85
3.2.2 Finanzielle/materielle Gründe86
3.3.3 Erwerbsbezogene Gründe86
3.3.4 Schritt in die berufliche Selbständigkeit88
3.3.5 Betonung von Freizeitinteressen88
3.3.6 Krankheitsbedingte Gründe89
3.3.7 Zusammenfassung90
3.4 Wahrnehmung und Ausübung der Elternrollen90
3.4.1 Der Grundsatz der geteilten Elternschaft90
3.4.2 Unterschiedliche Wesensarten, Umgangsformen und Erziehungsstile91
3.4.3 Geteilte Verantwortung reduziert die Belastungen92
3.4.4 Vater-Kind-Beziehung: Sich im Familienalltag aktiv engagieren92
3.4.5 Mutter-Kind-Beziehung: Loslassen können94
3.4.6 Selbständigwerden und Ablösung der Kinder96
3.4.7 Ablösungsprobleme auf Seiten der Eltern97
3.4.8 Wandel der familialen Beziehungskultur98
3.4.9 Vermutete Sozialisationswirkungen99
3.4.10 Die elterliche Rollenteilung in der (vermuteten) Sicht der Kinder100
3.4.11 Trennungen und ihre Folgen100
3.4.12 Was bringt das Modell für die Erwerbsarbeit?102
3.4.13 Zusammenfassung102
3.5 Rücksichtnahme auf kindliche Bedürfnisse104
3.5.1 Die Eltern wollen in der Familie präsent sein104
3.5.2 Den Familienalltag nach den Zeitplänen der Kinder richten104
3.5.3 Mahlzeiten als integrierende Elemente105
3.5.4 Kinder zur Schule oder zu den Freizeitorten transportieren106
3.5.5 Altersabhängiger Betreuungsaufwand106
3.5.6 Wachsende Eigenständigkeit der Kinder107
3.5.7 Die Eltern als Freunde und Berater108
3.5.8 Zusammenfassung109
3.6 Aufteilung der Hausarbeiten zwischen den Partnern (Vergleich 1994 und 2004)110
3.6.1 Hausarbeiten111
3.6.2 Kinderbetreuung111
3.6.3 Andere familienbezogene Arbeiten112
3.6