: Chris Ryan
: Agent 21 - Reloaded Band 2
: cbt Jugendbücher
: 9783641107239
: Die Agent 21-Reihe
: 1
: CHF 8.00
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein sympathischer Held und eine hochbrisante Mission
Ein Jahr ist vergangen, seitdem Zak zum Agenten wurde, und es gibt kein Zurück in sein altes Leben. Schon führt sein nächster Auftrag ihn nach Westafrika. Dort soll er das Schiff der Black Wolfs ausspionieren und außer Gefecht setzen - einer Gruppe von Terroristen, die sich an den Diamantenvorkommen des kriegsgebeutelten Landes bereichern. Als jugendlicher Entwicklungshelfer getarnt, erreicht Zak sein Ziel. Doch was ihn dort erwartet ist grauenvoller, als er sich hätte träumen können ... Und was Zak nicht ahnt: Seine alten Feinde sind ihm auf der Spur!

'Agent 21' ist eine actiongeladene, packende Agenten-Thriller-Reihe mit exotischen Settings und hochbrisanten Einsätzen. Chris Ryan fesselt seine Leser mit technischer Detailgenauigkeit und irrwitziger Action.

Alle Bände der 'Agent 21'-Reihe:
Agent 21 - Im Zeichen des Todes (Band 1)
Agent 21 - Reloaded (Band 2)
Agent 21 - Codebreaker (Band 3)
Agent 21 - Survival (Band 4)
Agent 21 - Dead End (Band 5)

Chris Ryan wurde 1961 in Newcastle, England, geboren. Zehn Jahre lang war er für die SAS, die britische Eliteteinsatztruppe, tätig. Er war an verschiedenen militärischen und verdeckten Operationen beteiligt und Leiter eines Antiterrorteams. Im Golfkrieg war er das einzige Mitglied eines achtköpfigen Teams, dem die Flucht aus dem Irak gelang, und erhielt dafür eine Ehrenmedaille. In den letzten Jahren verfasste er mehrere Actionthriller, die sofort Einzug in die Bestsellerlisten hielten.

In Gefahr

Sonntag,16:30Uhr GMT

Für fast alles im Leben gibt es gute Zeiten und schlechte Zeiten. Nur nicht für den Besuch eines Grabs.

Wenn Ellie Lewis den Friedhof Allerheiligen in Camden verließ, fühlte sie sich immer noch schlechter als auf dem Weg dorthin. Sie musste immer angestrengt blinzeln und schwer schlucken, um die Tränen, die ihr in die Augen stiegen, zurückzuhalten. Sie war jetzt fünfzehn und wollte in derÖffentlichkeit nicht mehr weinen. Aber sie konnte es einfach nicht lassen, dort hinzugehen. Einmal, manchmal auch zweimal die Woche kam sie an derüberdachten Pforte der Kirche vorbei und wanderte zwischen Grabsteinen hindurch zu einem abgelegenen Winkel des Friedhofs. Hier befand sich unter einer alten Eiche, etwa zehn Meter vom nächsten Grab entfernt, ein schmaler Erdhügel, so lang wie ein Körper. Am Kopfende stand ein schlichter Stein mit nur zwei Worten:ZAKDARKE.

Auf jedem anderen Grabstein auf dem Friedhof waren mehr Informationen zu finden als auf diesem. Zumindest das jeweilige Geburts- und Sterbedatum. Und denübrigen Steinen zufolge wurden die Verstorbenen schmerzlich vermisst oder waren für immer in irgendjemandes Herzen. Sie würden in Frieden ruhen.

Doch nicht auf Zak Darkes. Sie erinnerte sich noch gut an die Diskussion. Ellies Vater und Mutter waren nach dem Tod seiner Eltern Zaks Vormunde geworden, aber sie hatten ihn nie wirklich gemocht. Sie hatten ihn eigentlich nicht haben wollen. Als es darum ging, zu entscheiden, was auf dem Grabstein stehen sollte, waren sie sehr hartnäckig geblieben.»Jeder Buchstabe kostet weitere siebzehn Pfund fünfzig. Wir schwimmen doch nicht im Geld, Ellie!«Daher hatten sie nicht einmal seinen vollen Namen Zachary daraufschreiben lassen. Die Kurzform war viel billiger gewesen.

Das Grab ihres Cousins konnte man nicht gerade als gepflegt bezeichnen. Der Erdhügel hatte sich erst neun Monate nach der Beerdigung zu senken begonnen und mittlerweile wuchsen kleine Grasbüschel daraus hervor. In den Sommermonaten hatte Ellie Blumen gepflückt und aufs Grab gelegt. Doch sie waren schnell verwelkt, sodass die Erde jetzt mit vertrockneten Anemonen bedeckt war. Doch sie hatte es nichtübers Herz gebracht, sie wegzunehmen. Schließlich würde ihm sonst niemand Blumen bringen.

Heute war es kalt. Als Ellie aufgewacht war, war der Rasen vor dem Haus Nummer63 im Acacia Drive mit Raureif bedeckt gewesen, der sich den ganzen Tag gehalten hatte. Jetzt war es halb fünf und schon fast dunkel, als sieüber den Friedhof stapfte. Der Atem dampfte vor ihrem Gesicht und die Kälte biss ihr in die Fingerspitzen. Aus der Kirche trat ein Priester und hielt unter dem Türbogen inne. Als Ellie an ihm vorbeiging, musste sie niesen.

»Du solltest lieber rein ins Warme, Kleine«, riet der Priester ihr.

Ellie lächelte ihn nur kurz an und eilte weiter. Kaum eine Minute später hatte sie ihrenüblichen Wegüber den Friedhof zurückgelegt und stand vor Zaks letzter Ruhestätte.

Sie erinnerte sich noch gut an den schrecklichen Tag, an dem Zak verschwunden war. Die Polizei hatte behauptet, er hätte einen Einbrecher in ihrem Hausüberrascht. Wochenlang hatte Ellie ihnen nicht geglaubt. Weder ihre Eltern noch sie selbst hatten in dieser Nacht auch nur das Geringste gehört. Wie sollte das alles passiert sein, ohne dass einer von ihnen aufgewacht wäre? Und dann waren da noch diese mysteriösen Dinge, die Zak am Tag zuvor zu ihr gesagt hatte:Es wird etwas passieren. Frag mich nicht, was. Ich will nur, dass du weißt, dass ich in Sicherheit bin.

Sie hatte niemandem davon erzählt, doch lange Zeit hatte sie erwartet, dass Zak einfach urplötzlich wieder auftauchen und eine völlig logische Erklärung für sein Verschwinden haben würde. Doch dann hatten sie die Leiche gefunden. Einen etwa dreizehnjährigen Jungen. Verstümmelt. Unkenntlich. Die Leiche hatte im schlammigen Wasser eines Grabens bei Hertfordshire gelegen. Ihre Eltern hatten versucht, ihr die Details zu ersparen, aber sie hatten sie nicht davon abhalten können, die Zeitungen zu lesen. Die Polizei konnte die sterblichenÜberreste nur anhand vonDNA-Spuren identifizieren, und die Auswertung bestätigte, dass es Zaks Leiche war.

Beim Gedanken daran stiegen Ellie wieder die Tränen in die Augen. Sie vermisste ihn. Sie vermisste ihn wirklich. Schließlich wandte sie sich von seinem frostigen Grab ab, wickelte ihren Sch