: Regine Kuglstatter
: Multiplikatoren - Mogelpackung oder Wunderwaffe? Was das Multiplikatorenprinzip in der betrieblichen Bildung tatsächlich leisten kann
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783842834989
: 1
: CHF 18.00
:
: Erwachsenenbildung
: German
: 84
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Der Wettbewerbsdruck auf Unternehmen verschärft sich in zunehmendem Maße. Sie müssen wirksam, strategisch und kostengünstig investieren, wenn sie dauerhaft am Markt bestehen wollen. Dabei hängt ihr Überleben immer mehr von qualifizierten Mitarbeitern ab. 'Lebenslanges Lernen' ist in aller Munde. In diesem Zusammenhang taucht regelmäßig der Begriff des Multiplikatorenansatzes auf. Dieses Prinzip verspricht eine rasche und flächendeckende, aber vor allem wirtschaftlich günstige Verbreitung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten innerhalb von Betrieben. Dieses Buch untersucht, was ein Multiplikator überhaupt ist und inwiefern der Multiplikatorenansatz unter Beachtung erwachsenenpädagogischer Grundsätze als Instrument der betrieblichen Bildung genutzt werden kann. Vor diesem Hintergrund werden Arbeitsprozesse, Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen hinsichtlich ihrer Lernförderlichkeit für den einzelnen Mitarbeiter sowie den gesamten Betrieb erörtert. Die dargestellten Möglichkeiten und Einschränkungen des Multiplikatorenansatzes werden praxisnah am Beispiel der stationären Altenpflege mit ihren berufsspezifischen Anforderungen kritisch reflektiert. Daraus folgt eine abschließende Bewertung des Einsatzes von Multiplikatoren als Option für betriebliche Bildungsprozesse mit einer Einschätzung des tatsächlichen Leistungsspektrums und den dafür erforderlichen Rahmenbedingungen.

Regine Kuglstatter wurde 1965 in München geboren. Zwischen den Abschlüssen als Fremdsprachenkorrespondentin 1988 und als Übersetzerin 1992 verbrachte sie 2 Jahre in Südengland und Südfrankreich. Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete 8 Jahre in einer Einrichtung der neurologischen Frührehabilitation für Schädel-Hirn-Geschädigte sowie in einer geriatrischen Rehabilitationsabteilung. Zur Erweiterung ihrer fachlichen Qualifikationen studierte sie Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Bildung und Beratung an der EFH Darmstadt und schloss 2003 mit ihrem Diplom ab. Seit 2004 ist sie als Qualitätsmanagementbeauftragt und Verantwortliche für die innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung für zwei Wiesbadener Alten- und Pflegeheime beschäftigt. Um ihre pädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten abzurunden, studierte sie von 2009 bis 2012 Erwachsenenbildung an der Technischen Universität Kaiserslautern und beendete diesen Fernstudiengang als M.A. der Sozialwissenschaften. Im Laufe ihres Berufslebens kam sie immer wieder mit einem Phänomen der betrieblichen Bildung, der Wissensweitergabe durch Multiplikatoren, und seinen mitunter willkürlichen Anwendungsformen in Kontakt. Die berufliche Verschränkung ihrer Arbeitsbereiche Qualitätsmanagement und Pädagogik veranlasste sie nun, im vorliegenden Buch dem Multiplikatorenansatz auf den Grund zu gehen und sich anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse mit seinen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen qualitativ hochwertiger Bildungsprozesse auseinander zu setzen.
Textprobe: Kapitel 3.3, Externe Dozenten versus Multiplikatoren: Organisiertes Lernen findet herkömmlicherweise in Seminaren oder Workshops statt. Diese können unter der Leitung professioneller Dozenten als betriebsexterne oder als Inhouse-Veranstaltungen organisiert sein. Für die Teilnehmer externer Seminare liegen die Vorzüge darin, dass sie sich außerhalb der Kontrolle durch andere Kollegen oder Vorgesetzte befinden. Sie können aufgrund der vorherrschenden Anonymität im sanktionsfreien Raum ungehemmter über Probleme und Unsicherheiten sprechen, einen Rollenwechsel ausprobieren oder unbemerkt fachliche Defizite beheben. Weiterhin kann man sich mit fremden Menschen austauschen und nützliche Kontakte knüpfen, neue Sichtweisen und Argumente kennen lernen und den Blick über den eigenen Tellerrand wagen. Im Bereich der Methoden lassen sich auch ungewohnte Herangehensweisen einsetzen, was in Teams, die später wieder zusammen arbeiten sollen und bereits feste Rollenstrukturen etabliert haben, nicht unbedingt einfach oder empfehlenswert ist. Inhouse-Seminare mit externen Dozenten weisen ähnliche Effekte auf, die jedoch in kleinen oder mittleren Betrieben geringer ausgeprägt sind, da sich die Mitarbeiter im Großen und Ganzen kennen (VGL. WARHANEK S. 67FF). Grundsätzlich stellt das Lernen in seminaristischer Form neben der Abwechslung zu gewohntem Arbeitsalltag und Arbeitsumgebung eine Ausnahmesituation für die Lerner dar - sie erfahren neue Freiheiten, aber auch Unsicherheit. Diese womöglich krisenhafte Situation ist gleichwohl ein wichtiger Bestandteil des individuellen Lernprozesses (VGL. LANGMAACK / BRAUNE-KRICKAU S. 113), denn: 'Jeder Lernvorgang erstrebt und erfordert eine Bewusstseinserweiterung.' (BROCHER S. 22). Leider ist nicht nur in der Führungsetage, sondern gerade auch bei Mitarbeitern die Neigung festzustellen, dass als nicht unmittelbar beruflich verwertbar zu identifizierende Bildungsinhalte auf Unverständnis treffen und als unbrauchbar oder ü
Multiplikatoren –Mogelpackung oder Wunderwaffe?Was das Multiplikatorenprinzipin der betrieblichen Bildungtatsächlich leisten kann1
Inhalt1
31
1 Einleitung5
2 Betriebliche Bildung und Ökonomie8
2.1 Organisations- und Arbeitsstrukturen8
2.2 Betriebliche Bildung9
2.2.1 Aufgaben betrieblicher Bildung10
2.2.2 Ziele der betrieblichen Bildung10
2.2.3 Arten der betrieblichen Bildung11
2.2.4 Transferproblematik12
2.2.5 Einflussfaktoren für Transfererfolg13
2.3 Informelles Lernen am Arbeitsplatz15
2.4 Arbeitsplatznahes Lernen16
2.5 Organisationales Lernen17
2.5.1 Die erste Evolutionsstufe: Organisationsentwicklung18
2.5.2 Die zweite Evolutionsstufe: Die lernende Organisation19
2.5.3 Die dritte Evolutionsstufe: Wissensmanagement20
2.5.4 Implizites Wissen21
3 Multiplikatorenkonzepte als Option für die betriebliche Bildungsarbeit22
3.1 Hierarchieorientierte Hauptströmungen24
3.1.1 Exkurs Peer Learning25
3.2 Implementierung des Multiplikatorenansatzes26
3.2.1 Auswahl von Multiplikatoren27
3.2.2 Betriebspädagogen28
3.2.3 Direkte Vorgesetzte29
3.2.4 Erfahrene Mitarbeiter30
3.3 Externe Dozenten versus Multiplikatoren31
4 Erwachsenenpädagogische Grundsätze34
4.1 Grundsätze für Lehrende34
4.2 Grundsätze für den Betrieb35
5 Die stationäre Altenpflege36
5.1 Ökonomische und finanzielle Rahmenbedingungen37
5.2 Besonderheiten sozialer Dienstleistungen38
5.3 Anforderungen an Pflegeheime als Arbeitgeber39
5.4 Der Beruf der Altenpflege40
5.4.1 Aufgaben der Altenpflege40
5.4.2 Belastungen in der Altenpflege41
5.4.3 Teamarbeit als Organisationsprinzip43
5.4.4 Auswirkungen von Teamarbeit auf Entwicklungspotenziale44
5.4.5 Lernen als Teamprozess45
5.5 Weiterbildungsinhalte in der Altenpflege46
5.6 Betriebliche Weiterbildung in Pflegeheimen48
5.7 Der Multiplikatorenansatz in der Altenpflege49
5.7.1 Potenzielle Inhalte für den Multiplikatorenansatz50
5.8 Qualifizierung betrieblicher Multiplikatoren52
5.8.1 Rollen und Rahmenbedingungen53
5.9 Potenzielle Multiplikatoren in der Altenpflege55
5.9.1 Pflegefachkräfte als Multiplikatoren55
5.9.2 Praxisanleiter als Multiplikatoren56
5.9.3 Vorgesetze als Multiplikatoren58
5.9.4 Bewertung des Multiplikatorenansatzes59
6 Schlusswort62
7 Literaturverzeichnis67
8 Anhang75
Autorenprofil79