: Michelle Borchardt
: Mobilität vs. Nachhaltigkeit: Car-Sharing als Lösung?
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783842830950
: 1
: CHF 31.70
:
: Volkswirtschaft
: German
: 160
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
In der heutigen arbeitsteiligen und international verflochtenen Gesellschaft und Wirtschaft ist Mobilität von grundsätzlicher Bedeutung. Sie ist nicht nur Ausdruck des menschlichen Bedürfnisses nach Beweglichkeit, sondern auch Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft. Von besonderer Bedeutung ist im Rahmen der Verkehrswissenschaften dabei die räumliche Mobilität, die eng mit der Wahl eines Verkehrsträgers verbunden ist. Der Personenverkehr in der Bundesrepublik Deutschland ist geprägt von einer Dominanz des Personenkraftwagens, was insbesondere seiner stetigen Verfügbarkeit und Ungebundenheit an vorgegebene Zeiten und Strecken geschuldet ist. Was aus Nutzerperspektive jedoch die komfortabelste Art der Fortbewegung darstellt, geht mit zahlreichen negativen ökologischen, ökonomischen und sozialen Begleiterscheinungen einher. Lärmbelastungen, Flächenverbrauch, Verkehrsunfälle, Luftschadstoffemissionen und nicht zuletzt die Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen sind nur einige Probleme, die zu einem großen Teil aus dem Pkw-Verkehr resultieren und im Widerspruch zu den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung stehen. Einen vielversprechenden Ansatz zur Minderung der negativen Folgen des Personenverkehrs bei einer gleichzeitigen Erhaltung der individuellen Mobilität bietet die eigentumslose Pkw-Nutzung, das sogenannte Car-Sharing.

Michelle Borchardt, geboren 1986, studierte nach dem Abitur Wirtschaftswissenschaft an der Universität Bremen mit den Schwerpunkten nachhaltiges Management sowie strategisches Management. Heute lebt sie in der Nähe von Hamburg und ist in der freien Wirtschaft tätig.
Textprobe: Kapitel 4.1, Nachhaltige Verkehrsentwicklung: Nachdem die Begriffe Verkehr und Mobilität im dritten Kapitel näher erläutert wurden, stellt sich nun die Frage, wann der durch Mobilitätsbedürfnisse generierte Personenverkehr als nachhaltig betrachtet werden kann. Rückblickend auf Kapitel zwei lässt sich feststellen, dass Verkehr sozial und ökologisch verträglich, als auch ökonomisch gestaltet werden muss, um mit dem Konzept einer nachhaltigen Entwicklung konform zu gehen. BECKER et al. (1999) definieren dafür in Ihrer Studie 'Ziele von und für Verkehr' als 'Sozial' vorrangig alles, was niemanden ungerechtfertigt bevorteilt oder diskriminiert. Dazu gehöre auch, dass die Auswirkungen des Verkehrs auf Dritte bzw. nicht-Nutzer über externe Belastungen, wie bspw. Abgasemissionen, minimal gehalten werden. Als ökologisch verträglich gelte weiterhin alles, was eine Verringerung der Belastungen des Verkehrs auf die Umwelt bedeutet, d.h. was die Inputs und Outputs minimiert. Hinsichtlich der ökonomischen Dimension steht der Effizienzgedanke im Vordergrund. Die Autoren argumentieren, dass das vorgegebene Ziel der bedürfnisgerechten Mobilität für alle mit einem möglichst geringen Mitteleinsatz erreicht werden müsse. Das Verkehrssystem sei demnach so zu gestalten, dass insgesamt die preiswerteste Lösung zum Tragen kommt, die das vorgegebene Ziel erfüllt. Diese Auffassung teilen auch die Verfasser des Abschlussberichts zum Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Umsetzung und Akzeptanz einer nachhaltigen Verkehrspolitik im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen. Dort wird etwas detaillierter gefordert, dass die vom Verkehr ausgehenden ökologischen Belastungen so zu minimieren sind, dass insgesamt die Erneuerungs- und Austauschkapazitäten der Naturhaushalte eingehalten werden. Weiterhin seien die ökonomischen Austauschprozesse zu sichern oder zu verbessern, wobei Verkehr mit dem geringst möglichen Ressourcenverzehr (Rohstoffe und Finanzen) abzuwickeln sei. Insbesondere dürften die Verkehrsausgaben nicht über eine Verschuldung der folgenden Generationen finanziert werden. An dieser Stelle findet eine Erweiterung der Definition von BECKER et al. (1999) um den Gedanken der intergenerationalen Gerechtigkeit statt, d.h. nicht mehr nur der Effizienzgedanke steht im Vordergrund, sondern auch die Hinterlassenschaft an künftige Generationen wird mit einbezogen. Die Ansprüche an einen nachhaltigen Verkehr in der sozialen Dimension sind hingegen analog: Nach den Minimierungsbemühun
Mobilität vs. Nachhaltigkeit: Car-Sharing als Lösung?1
Inhaltsverzeichnis3
Abkürzungsverzeichnis5
Abbildungsverzeichnis7
Tabellenverzeichnis9
1 Einleitung11
2 Grundlagen15
2.1 Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung15
2.2 Nachhaltigkeitsindikatoren23
3 Mobilität und Verkehr29
3.1 Der Zusammenhang zwischen Mobilität, Bedürfnis und Verkehr29
3.2 Das Angebot: Verkehrsträger im Personenverkehr32
3.3 Charakteristika der Verkehrsträger im Personenverkehr undNutzeranforderungen33
3.4 Mobilitäts- und Verkehrsverhalten in Deutschland39
4 Nachhaltiger Verkehr47
4.1 Nachhaltige Verkehrsentwicklung47
4.2 Negative Verkehrswirkungen50
4.2.1 Ressourcenverbrauch51
4.2.2 Klima53
4.2.3 Schadstoffemissionen56
4.2.4 Natur und Landschaft59
4.2.5 Lärmemissionen62
4.2.6 Verkehrsunfälle64
4.2.7 Volkswirtschaftliche Kosten des Verkehrs65
4.3 Personenverkehr in Deutschland und Nachhaltigkeit68
4.4 Ansätze einer nachhaltigen Verkehrspolitik71
4.5 Instrument zur Nachhaltigkeits-Beurteilung von Verkehrskonzepten77
4.5.1 Nachhaltigkeitsindikatoren für Verkehrskonzepte77
4.5.2 Bewertungsinstrument83
5 Car-Sharing: Situation und Entwicklung85
5.1 Definition und Abgrenzung86
5.2 Car-Sharing in Deutschland: Die Angebotsseite89
5.2.1 Entstehung und Entwicklung des deutschen Car-Sharing-Marktes89
5.2.2 Der deutsche Car-Sharing-Markt heute90
5.2.3 Car-Sharing-Angebot92
5.2.4 Praktischer Ablauf94
5.2.5 Car-Sharing-Anbieter der Gegenwart: Das Fallbeispiel Deutsche Bahn AG95
5.3 Car-Sharing in Deutschland: Die Nachfrageseite98
5.3.1 Nutzergruppe98
5.3.2 Motive für die Nutzung100
6 Nachhaltigkeitsanalyse des Car-Sharing103
6.1 Car-Sharing in der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit103
6.1.1 Ressourcen und Energie103
6.1.2 Emissionen106
6.1.3 Natur und Landschaft107
6.1.4 Bewertung in der ökologischen Dimension108
6.2 Car-Sharing in der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit110
6.2.1 Ökonomische Effekte für den Anbieter110
6.2.2 Ökonomische Effekte für den Anwender111
6.2.3 Volkswirtschaftliche und regionale Effekte114
6.2.4 Bewertung in der ökonomischen Dimension116
6.3 Car-Sharing in der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit118
6.3.1 Gesundheit118
6.3.2 Lebensqualität119
6.3.3 Gesellschaftliche Effekte120
6.3.4 Bewertung in der sozialen Dimension121
7 Fazit und Ausblick125
Anhang129