: Detlef Chruscz
: Morbi-RSA, Versorgungsmanagement und Wettbewerb der Krankenkassen: Strategische Ausrichtung von Betriebskrankenkassen im Versorgungsmarkt
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783842833340
: 1
: CHF 27.10
:
: Einzelne Wirtschaftszweige, Branchen
: German
: 76
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Die Einführung des Gesundheitsfonds war zentraler Bestandteil der Gesundheitsreform (GKV-WSG) von 2009. Ziel des Gesetzgebers war es u.a., Qualitäts- und Effizienzsteigerungen bei den Leistungserbringern zu erreichen. Dies solle geschehen durch größere Vertragsfreiheit und eine daraus resultierende Intensivierung des Wettbewerbs der Kassenseite. Damit verbunden waren die Organisationsreform der Krankenkassen, die kassenartenübergreifende Fusionen möglich macht, ebenso wie die neuen Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Einführung des Gesundheitsfonds. Mit dem Gesundheitsfonds wurde der Beitragswettbewerb durch einen Einheitsbetrag faktisch abgeschafft. Damit einhergehend wurde der bestehende Risikostrukturausgleich (RSA) um eine Morbiditätskomponente erweitert. Ziel dieser Untersuchung ist es die Auswirkungen von Gesundheitsfonds inkl. morbiditätsorientiertem Risikostrukturausgleich auf den Wettbewerb der Krankenkassen zu untersuchen, um daraus Vorschläge für die strategische Positionierung der BKK im Versorgungsmarkt abzuleiten, die das Fortbestehen kleinerer Krankenkassen bzw. der BKK rechtfertigen. Der dreiseitige GKV-Markt - Versicherte/Patienten, Leistungserbringer und Krankenkassen - weist Steuerungsprinzipien auf, deren Ausrichtung durch das GKV-WSG verändert wurden. Zentrale Punkte sind der Wandel in der Finanzierung - der Gesundheitsfonds - und die Morbiditätsorientierung des Risikostrukturausgleichs, die zu einer Verlagerung des Wettbewerbs der Krankenkassen vom Versicherungs- zum Versorgungsmarkt führen. Die Handlungsfelder der Krankenkassen liegen nun im Versorgungsmanagement durch interne Steuerung der Krankenkasse selbst sowie in den Möglichkeiten des selektiven Kontrahierens (Stichwort: Integrierte Versorgung). Hierbei spielen die Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Versorgungsprogrammen eine hervorgehobene Rolle. Des Weiteren werden die Besonderheiten der Betriebskrankenkassen gegenüber den anderen Kassenarten dargestellt und ihre Wettbewerbs- und Konkurrenzsituation insbesondere im Versorgungsmarkt analysiert. Daraus wird eine Strategiekonzeption für Betriebskrankenkassen im Bereich des Versorgungsmarktes abgeleitet.
Textprobe: Kapitel 2.3, Neues Rollenverständnis der Krankenkassen: Aus der institutionenökonomischen Perspektive bekommen die Krankenkassen durch die Möglichkeit des selektiven Kontrahierens eine neue Rolle. Sie werden zu echten Intermediären zwischen Versicherten und Leistungserbringern. Die Wertschöpfung erfolgt durch ein Wertnetzwerk, dass die direkte oder indirekte Kontaktaufnahme zwischen den Akteuren ermöglicht. Die Krankenkasse kann als ein Netzwerk angesehen werden, welches einen Wert dadurch schafft, Kontakte zwischen Patienten und Leistungserbringern zu ermöglichen. Die weiteren Aufgaben des Intermediärs sind die Distribution von Gütern und Dienstleistungen, die Mitwirkung an der Preisbestimmung sowie die Sicherstellung der qualitativen und quantitativen Verfügbarkeit der nachgefragten Absatzleistung. Konkret schafft die Krankenkasse einen Wert für die Versicherten, in dem sie die Vorauswahl (Selektion) und Qualitätsprüfung der Leistungserbringer übernimmt, Preise, Behandlungsstandards u. a. verhandelt, die Zusammenarbeit der einzelnen Anbieter koordiniert und die Zahlung der Vergütung an die Leistungserbringer vornimmt. Für den Leistungserbringer
Morbi-RSA,Versorgungsmanagement und Wettbewerb der Krankenkassen: Strategische Ausrichtung von Betriebskrankenkassen im Versorgungsmarkt1
Inhaltsverzeichnis3
Abkürzungs- und Akronymverzeichnis5
Abbildungsverzeichnis6
Tabellenverzeichnis7
1 Einleitung9
1.1 Ausgangssituation9
1.2 Problemstellung10
1.3 Zielsetzung und Gang der Untersuchung10
2 Der Markt in der Gesetzlichen Krankenversicherung13
2.1 Tripolarer GKV-Markt13
2.2 Informationsasymmetrien15
2.3 Neues Rollenverständnis der Krankenkassen17
2.4 Das Verhalten der Versicherten18
2.5 Steigende Gesundheitsausgaben: „Teufelskreis“ und Wachstumsmarkt19
3 Wettbewerb im Wandel – der Gesundheitsfonds21
3.1 Wettbewerb im Versicherungsmarkt bis Ende 200821
3.2 Wandel in der Finanzierung: der Gesundheitsfonds24
3.3 Folgen des Gesundheitsfonds für den Wettbewerb27
4 Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich als Ausgangspunkt für Versorgungsmanagement31
4.1 Ziele, Aufbau und Funktion des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs31
4.1.1 Berücksichtung von Krankheiten im Risikostrukturausgleich31
4.1.2 Prospektiver Ansatz33
4.1.3 Von der Diagnose zur Ausgleichzahlung33
4.1.4 Weiterentwicklung des Morbi-RSA 201034
4.1.5 Manipulationsanfälligkeit des Morbi-RSA35
4.2 Anreizwirkungen des Morbi-RSA36
5 Handlungsfelder der Krankenkassen im Versorgungsmanagement39
5.1 Versorgungsmanagement durch die Krankenkassen39
5.2 Wettbewerb im Versorgungsmarkt – Selektives Kontrahieren42
5.2.1 Gesetzliche Regelungen zum selektiven Kontrahieren44
5.2.2 Ökonomische Bedeutung des selektiven Kontrahierens46
5.2.3 Selektives Kontrahieren – Unterschiede zum Kollektivvertrag47
5.2.4 Vertragstypen und Vergütungsformen von Selektivverträgen49
5.2.5 Transaktionskosten51
5.2.6 Selektivverträge – Chancen und Risiken für die Krankenkassen52
5.3 Versorgungsmanagement und selektives Kontrahieren – Anforderungenan die Krankenkassen54
6 Die Betriebskrankenkassen im Wettbewerb57
6.1 Branchenstruktur des GKV-Marktes57
6.2 Konkurrenzanalyse der gesetzlichen Krankenkassen60
6.3 BKK Typologie62
6.4 Umfeld- und Unternehmensanalyse63
6.5 Strategiekonzeption65
7 Fazit: Betriebskrankenkassen im Versorgungsmarkt67
Literaturverzeichnis69