: Stuart MacBride
: Die dunklen Wasser von Aberdeen Thriller
: Goldmann
: 9783641122386
: Detective Sergeant Logan McRae
: 1
: CHF 8.00
:
: Spannung
: German
: 544
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Detective Sergeant Logan McRae hat nach neun Monaten im Krankenstand seinen ersten Einsatz, und der könnte nicht schockierender sein: In einem Wassergraben hat man die Leiche des vierjährigen David Reid gefunden. Der Junge wurde erwürgt, seine Leiche grausam verstümmelt. Doch bei diesem Mord bleibt es nicht. Ein Serienkiller, der es auf Kinder abgesehen hat, macht das schottische Aberdeen unsicher. Und Logan weiß, das ihm nicht viel Zeit bleibt, bevor in der Bevölkerung eine Hexenjagd ausbricht ...



Bereits 'Die dunklen Wasser von Aberdeen', Stuart MacBrides erster Roman um den Ermittler Logan McRae, wurde als bestes Krimidebüt des Jahres ausgezeichnet. Seither sind die brillanten Spannungsromane des Schotten aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Stuart MacBride lebt mit seiner Frau im Nordosten Schottlands.

3

Das Präsidium der Grampian Police war in einem Gebäude aus grauem Beton und Glas untergebracht, einem siebenstöckigen Hochhaus, dessen Dach Notfall-Sendeanlagen und Funkantennen zierten. Es stand ganz am Ende der Queen Street, direkt neben dem Bezirksgericht. Gegenüber erhob sich das Marischal College, eine Art Hochzeitstorte aus grauem Granit, und gleich um die Ecke war das Arts Centre, ein Gebäude im Stil eines römischen Tempels und Zeugnis des viktorianischen Geschmacks. Das Polizeipräsidium dagegen zeugte lediglich von der Vorliebe der Bauherren für hässliche Architektur. Aber dafür war es nur einen Steinwurf vom historischen Town House, dem Rathaus und ungefähr einem Dutzend Pubs entfernt.

Pubs, Kirchen und Regen. Drei Dinge, die Aberdeen in Hülle und Fülle hatte.

Der Himmel über der Stadt war tief und düster, und das gelbliche Licht der Straßenlaternen verbreitete in den frühen Morgenstunden eine angekränkelte Atmosphäre – selbst die Straßen sahen aus, als ob ihnen schlecht wäre. Die sintflutartigen Regenfälle hatten auch über Nacht nicht nachgelassen, und immer noch klatschten schwere Tropfen auf das glänzende Pflaster. Die Gullys liefen schon über.

Busse rumpelten durch die Straßen und verpassten jedem, der so dumm war, sich an einem Tag wie diesem vor die Tür zu wagen, eine kostenlose Dusche.

Logan hielt sich krampfhaft mit einer Hand den Mantelkragen zu, während er das ganze Busfahrerpack mit deftigen Flüchen zur Hölle wünschte. Er hatte eine wahrhaft beschissene Nacht hinter sich: Ein Schlag in die Magengrube, gefolgt von drei Stunden in der Notaufnahme, wo die Ärzte an ihm herumgefummelt und ihn auf Herz und Nieren durchgecheckt hatten. Endlich, um Viertel nach fünf in der Früh, hatten sie ihn mit einer Packung Schmerztabletten und einem elastischen Verband nach Hause geschickt.

Immerhin hatte er eine ganze Stunde geschlafen.

Logan patschte in die Eingangshalle des Gebäudes in der Queen Street und blieb triefend vor der geschwungenen Empfangstheke stehen. Von seiner Wohnung waren es zu Fuß keine zwei Minuten bis hierher, aber er war trotzdem klatschnass.

»Guten Morgen, Sir«, begrüßte ihn ein spitzgesichtiger Sergeant, den Logan nicht kannte, von seinem Platz hinter der gläsernen Trennwand. »Was kann ich für Sie tun?« Er setzte ein höfliches Lächeln auf, und Logan seufzte.

»Morgen, Sergeant«, sagte er. »Ich sollte eigentlich DI McPherson zugeordnet werden …«

Das höfliche Lächeln verschwand, als der Wachhabende merkte, dass Logan gar kein Zivilist war.

»Das dürfte schwierig werden. Messer im Kopf.« Er demonstrierte die Bewegung des Zustechens mit der Hand, und Logan versuchte, nicht zusam