: Hermann Urbanek
: Perry Rhodan - Die Chornik Biografie der größten Science Fiction-Serie der Welt (Band 3 von 1981 - 1995)
: Hannibal
: 9783854453963
: 1
: CHF 8.90
:
: Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
: German
: 528
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Gesamtauflage: Mehr als eine Milliarde! Seit 1961 erscheint jede Woche ein neuer Roman, dazu gibt es Bücher, Computerspiel, Sammelkarten und vieles mehr für die zahlreichen Fans. PERRY RHODAN ist eine einmalige Erfolgsgeschichte, geschrieben von mehr als 50 ausnahmslos deutschsprachigen Autoren. Band 3 dieser ungewöhnlichen Biografie einer Romanserie thematisiert die spannende Geschichte von PERRY RHODAN und der gesamten deutschen SF-Szene in den 1980er und 1990er Jahren. Eine interessante Epoche, denn in diese Zeit fallen sowohl der letzte große Science Fiction-Boom, in dem zahlreiche neue Reihen und Serien gestartet wurden, als auch das große Heftromansterben. Das alles wird in Wort und Bild dokumentiert, ergänzt mit zahlreichen bislang unbekannten Geschichten, Briefwechseln und Hintergrundinformationen. Ein Fest für die zahllosen Fans!

Hermann Urbanek war schon 1980 Mitarbeiter des PERRY RHODAN MAGAZINS. Der gebürtige Wiener verfasste zudem mehrere hundert Biografien von SF- und Fantasy-Autoren - darunter fast alle PERRY RHODAN-Autoren. Seine Berichte erscheinen seit 1986 in dem Kompendium 'SF-Jahr' des Heyne Verlags sowie seit 2000 im Fantasy-Jahrbuch Magira des Fantasy-Clubs. Von 2004 bis 2011 war er Redakteur bei Space View. Für seine Arbeiten erhielt er 1980 den Deutschen Fantasy Preis und 1997 den Kurd Laßwitz-Sonderpreis, außerdem für die Mitherausgabe des Lexikon der Fantasy-Literatur den Deutschen Fantasy Preis 2005.

Ein Leben lang Perry

Von Susan Schwartz

Ich habe in jeder Hinsicht eine besondere Beziehung zu PERRY RHODAN.

Angefangen bei der Tatsache, dass ich etwa vier Wochen älter bin als die Serie, kam ich bereits sehr früh in Kontakt mit ihr. Mein Bruder brachte jede Woche das Heft mit nach Hause, das mein Vater sofort konfiszierte, um es zuerst zu lesen. Als Dritte bekam ich dann die ausgelesenen Hefte und ging mit ihnen auf meine Weise um, angemessen meinem Alter: Ich begrapschte, beschnüffelte, beleckte und zerfetzte sie. Wahrscheinlich habe ich dabei irgendwas assimiliert.

Als ich im lesefähigen Alter war, hatte mein Bruder längst andere Interessen, und so geriet PERRY RHODAN für einige Jahre in Vergessenheit.

Bis ich eines Tages mal ein Heft in die Hand bekam, mit einem fantastischen Titelbild, das von fernen Welten und Abenteuern sprach. Science Fiction sollte das sein? Kannte ich bis dahin nur von Asimov, Lem& Co., die ich bereits in meinem kleinen Zimmer stapelweise sammelte. Ich las rein, war angetan – und dabei blieb es. Lust auf Abo oder darauf, jede Woche an den Kiosk zu pilgern, hatte ich nicht.

Die Begegnung der dritten Art fand dann statt, als ich meinen jetzigen Mann kennenlernte. Wir kamen ins Gespräch, suchten nach Gemeinsamkeiten – und fanden sie. Science Fiction, Fantasy, Filme, und »was, du schreibst selbst?« Als Nächstes schleppte er mich zum Kiosk, zeigte mir MYTHOR, der damals gerade anlief – und PERRY RHODAN. Ich war jetzt »so wirklich« dabei und fing dann bald darauf mit dem Start der fünften Auflage von vorn an. (Krass – genau bei dieser Auflage werde ich in etwa zwei Jahren alsAutorin mit vertreten sein …)

So erlebte ich also die Welt der 1960er Jahre noch einmal aus einer interessanten Perspektive. Zu einer Zeit, da die Erde durch die Kubakrise knapp am dritten Weltkrieg vorbeischrammte, da der Kalte Krieg seinen Höhepunkt erreichte, gründete ein Mann, der auf dem Mond ein Wunder erlebt hatte, die »Dritte Macht« und leitete den Weltfrieden ein.

Trotz der dramatischen Abenteuer und Gefahren – die Menschen der Erde fanden untereinander zum Frieden. Ein schöner Traum.

Das ist unwiderstehlich, vor allem in der Rückschau. Dazu gehört auch das etwas … hm … sagen wir höflich,sexistischeFrauenbild. Meistens waren die Frauen »Mädchen« und hatten, obwohl hochdekorierte Wissenschaftlerinnen, häufig nicht mehr zu tun, als Kaffee zu bringen; doch es gab auch Ausnahmen, wie bei der Außerirdischen Thora und später Mory Abro, die Perry Rhodan ordentlich Zunder gab – bis er sie heiratete, dann versank sie leider in Bedeutungslosigkeit.

Was aber auch dazugehörte, waren die unglaublichen Werbeschnipsel. Arnold Schwarzeneggers Muskeln, die Röntgenbrille, das Haargel für den richtigen Scheitel, das beste Mittel gegen Bettnässen und natürlich die lustigen »Sea-Monkeys«, jene »Männchen, Frauen und Kinder«, die »miteinander spielen« sollten. Diese unvergesslichen Sammlerstücke wurden später nur noch von den YPS-Gimmicks übertroffen.

Bei PERRY RHODAN selbst war damals alles total ernst und seriös, wenn man die Herren (und erst viel später die Dame) Autoren so sah in ihren schicken Anzügen mit Krawatte, manchmal auch schon vor dem Porsche posierend. Auf der Leserkontaktseite war der Tonfall auch gediegen und distanziert. Dennoch entwickelte sich eine Fangemeinde, die sich beim e