Jochen Flasbarth
Der globale Schutz der biologischen Vielfalt hat 2008 eine besondere Aufmerksamkeit gefunden. Bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD) im Mai 2008 in Bonn ging es darum, den anhaltend dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt endlich entschlossener anzugehen als in den 16 Jahren seit Verabschiedung des Vertrages in Rio de Janeiro im Jahr 1992. Wunder hat die Bonner Konferenz nicht erbracht, doch ganz sicher eine Reihe zukunftsweisender Beschlüsse, die eine Trendwende bewirken können. Und die ist dringend nötig.
Die Staats- und Regierungschefs hatten beim Weltgipfel über Nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg vereinbart, die Verlustrate an biologischer Vielfalt bis 2010 signifikant zu reduzieren. Wahrlich kein klares und auch kein besonders ehrgeiziges Ziel, müsste es doch eigentlich darum gehen, das Artensterben und die Zerstörung von Ökosystemen gänzlich zu stoppen. Tatsächlich ist die Welt noch auf dem falschen Weg: Jahr für Jahr geht eine Waldfläche in der dreifachen Größe der Schweiz verloren, 16 000 der untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht, 35 % aller Mangroven sind bereits zerstört und 80 % der karibischen Korallenriffe; die ausbeuterischen Fischereipraktiken führen bei unveränderter Fortführung dazu, dass ab 2050 keine kommerzielle Meeresfischerei mehr möglich sein wird, weil es dann keine befischbaren Bestände mehr geben wird.
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