: Christina Schaefer
: Konstruktivismus und Roman Erkenntnistheoretische Aspekte in Alain Robbe-Grillets Theorie und Praxis des Erzählens
: Franz Steiner Verlag
: 9783515103480
: Zeitschrift für französische Sprache und Literatur ? Beihefte. Neue Folge
: 1
: CHF 51.50
:
: Romanische Sprachwissenschaft / Literaturwissenschaft
: German
: 303
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Was veranlasst Alain Robbe-Grillet zu Beginn der 1950er Jahre dazu, einen 'neuen Roman' zu entwerfen? Nicht zuletzt eine neue, im Entstehen begriffene Epistemologie, die sich aus heutiger Sicht als eine konstruktivistische erweist. Mit dem Konstruktivismus teilt Robbe-Grillet eine dezidiert antirealistische Weltsicht, die davon ausgeht, dass die Wirklichkeit nur ein kognitives Konstrukt ist und der Mensch die Welt nie erkennen kann, wie sie 'eigentlich' ist. Schon in seinem DebütromanLes Gommes (1953) setzt Robbe-Grillet den Konstruktcharakter der Wirklichkeit eindrücklich in Szene. In den 60er/70er Jahren fokussiert er dann vor allem die Konstruktivität des Textes, ab den 80er Jahren zusätzlich die des Ich. Der vorliegende Band untersucht erstmals systematisch die Bezüge von Robbe-Grillets narrativer Ästhetik zur konstruktivistischen Erkenntnistheorie und zeigt ihre Bedeutung für das Gesamtwerk auf.

Christina Schaefer absolvierte Frankreichstudien (Dipl.) in Berlin und Paris. Promotion in Romanischer Philologie. Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Französische und Italienische Literaturwissenschaft am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin.

Forschungsschwerpunkte: Gegenwartsliteratur, Autofiktion/Autobiographische Schreiben, Literatur und Wissensgeschichte, Tre- und Cinquecento.

INHALTSVERZEICHNIS6
DANK10
1 EINLEITUNG12
1.1 LITERATUR, ERKENNTNISTHEORIE UND KONSTRUKTIVISMUS14
1.2 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND VORGEHEN16
2 DIE KONSTRUKTIVISTISCHE ERKENNTNISTHEORIE20
2.1 KONSTRUKTIVISMUS – ZUR BEGRIFFSBESTIMMUNG20
2.2 ZUR ENTSTEHUNG DES KONSTRUKTIVISTISCHEN PARADIGMAS24
2.3 DIE KONSTRUKTIVISTISCHE KOGNITIONSTHEORIE26
2.4 GRUNDTHESEN KONSTRUKTIVISTISCHER ERKENNTNISTHEORIE29
2.5 KONSTRUKTIVISMUS UND POSTMODERNE56
2.6 KONSTRUKTIVISMUS IN ÄSTHETIK UND KUNSTTHEORIE:ECOS ‚OFFENES KUNSTWERK‘59
3 ZUM FORSCHUNGSSTAND62
3.1 KONSTRUKTIVISMUS UND LITERATUR63
3.2 ROBBE-GRILLET UND DIE ERKENNTNISTHEORIE66
3.3 ROBBE-GRILLET UND DIE WISSENSCHAFT70
3.4 ZUR ZUORDNUNG VON ROBBE-GRILLETS WERK ZU MODERNEODER POSTMODERNE74
4 ROBBE-GRILLETS THEORIE DES ERZÄHLENS76
4.1 ZUR KONSTRUKTIVISMUS-REZEPTION BEI ROBBE-GRILLET76
4.2 DIE FRÜHPHASE: DIE WIRKLICHKEIT ALS KONSTRUKT78
4.3 DIE ‚MITTLERE‘ PHASE: DER TEXT ALS KONSTRUKT97
4.4 DIE SPÄTPHASE: DAS ICH ALS KONSTRUKT107
4.5 ZUSAMMENFASSUNG116
5 LES GOMMES (1953)120
5.1 ZUM INHALT120
5.2 DER ROMAN ALS RÉÉCRITURE VON KÖNIG ÖDIPUS123
5.3 DIE WIRKLICHKEIT ALS KONSTRUKT128
5.4 DER TEXT ALS KONSTRUKT154
5.5 DIE KONSTRUKTION DES ICH IM SPIEGEL165
5.6 ZUSAMMENFASSUNG (LES GOMMES)168
6 PROJET POUR UNE RÉVOLUTION À NEW YORK (1970)172
6.1 DIE ARTIFIZIALISIERUNG DER ROMANWIRKLICHKEIT173
6.2 METAFIKTIONALITÄT UND WAHRHEITSKRITIK176
6.3 DIE DYNAMISIERUNG DES ERZÄHLENS178
6.4 THEATRALITÄT: INSZENIERUNG, PLAN UND ABWEICHUNG183
6.5 PROJEKTIVITÄT187
6.8 WER SPRICHT? – ERZÄHLER, AUTOR, REFERENZPROBLEM205
6.9 ZUSAMMENFASSUNG218
7 LES ROMANESQUES (1984–1994)222
7.1 DAS PROJET AUTOBIOGRAPHIQUE – EINE ÜBERRASCHENDE WENDE?222
7.2 DIE DOPPELTE ABGRENZUNG VON RADIKALERA REFERENTIALITÄT UND AUTOBIOGRAPHISCHEM WAHRHEITSANSPRUCH226
7.3 DIE AUTOFIKTION ALS SELBSTSCHÖPFUNG DES SUJET DISPERSÉ231
7.4 DAS ICH ALS KONSTRUKT236
7.5 DIE DISKREDITIERUNG DES AUTOBIOGRAPHISCHENWAHRHEITSANSPRUCHS242
7.6 DIE DEKONSTRUKTION DES THEORETISCH-POETOLOGISCHEN DISKURSES248
7.7 KRITIK DER PSYCHOANALYSE255
7.8 DER TEXT ALS KONSTRUKT259
7.9 ZUSAMMENFASSUNG (LES ROMANESQUES)270
8 SCHLUSS274
9 LITERATURVERZEICHNIS284
9.1 PRIMÄRTEXTE284
9.2 SEKUNDÄRLITERATUR285
ABSTRACT302
SIGLENVERZEICHNIS304