: Charles Perrault
: Contes de Fées Märchen dtv zweisprachig für Fortgeschrittene - Französisch
: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
: 9783423419536
: 1
: CHF 7.10
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: Deutsch/Französisch
: German
: 156
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der gestiefelte Kater, Rotkäppchen, Blaubart und andere europäische Märchen, lange vor den Brüdern Grimm in klassischem Französisch aufgezeichnet Dieses Taschenbuch enthält in französisch-deutschem Paralleldruck sämtliche «Contes en Prose» von Perrault, also die Märchen vom Rotkäppchen und von der Schönen, die im Walde schlief (das ist unser Dornröschen), vom Blaubart und vom Gestiefelten Kater, von den Feen, vom Aschenputtel, von Riquet mit dem Schopf und vom Däumling. Charles Perrault (I628-1703) hat diese Märchen nicht erfunden, sondern er hat Märchen-Stoffe, die da und dort mündlich überliefert waren, aufgegriffen und literarisch gestaltet. Und zwar mit der Absicht, seinen und anderen Kindern im Rahmen spannender Erzählungen ein paar passable «Moralitäten» zu vermitteln - und zugleich in dem Wunsche, den erwachsenen Vorlesern und Lesern ein gebildetes Vergnügen zu machen. Beides gelingt seinen Märchen noch heute.   Texte für Fortgeschrittene.   dtv zweisprachig - Die Vielfalt der Sprachen auf einen Blick Die Reihe umfasst drei Sprach-Niveaus - Einsteiger, Fortgeschrittene und Könner - und mittlerweile über 130 Titel in vielen Sprachen. Landeskunde, Kulturgeschichte und Redewendungen, zeitgenössische und klassische Texte in unterschiedlichen Formen und Genres - von der Kurzgeschichte bis zum Krimi - für jeden Lesegeschmack ist etwas dabei. Einzigartig ist die konsequente Zeilengleichheit zwischen Originaltext und Übersetzung, damit man vom ersten bis zum letzten Wort in zwei Sprachwelten zuhause ist.  

Le Petit Chaperon Rouge

Rotkäppchen

Il était une fois une petite fille de village, la plus jolie qu’on eût su voir;

Es war einmal in einem Dorf ein kleines Mädchen, das hübscheste, das man sich vorstellen konnte;

sa mère en était folle, et sa mère-grand plus folle encore.

seine Mutter war in das Kind vernarrt, mehr aber noch seine Großmutter.

Cette bonne femme lui fit faire un petit chaperon rouge, qui lui seyait si bien, que partout on l’appelait le petit Chaperon rouge.

Diese gute Frau ließ ihm ein rotes Käppchen machen, und weil ihm das so gut stand, nannte man es überall nur Rotkäppchen.

Un jour sa mère ayant cuit et fait des galettes, lui dit:

Eines Tages sprach seine Mutter, die gerade Fladen gebacken und zubereitet hatte, zu ihm:

«Va voir comme se porte ta mère-grand, car on m’a dit qu’elle était malade. Porte-lui une galette et ce petit pot de beurre.»

«Sieh einmal nach, wie es deiner Großmutter geht, denn man hat mir gesagt, sie sei krank. Bring ihr einen Fladen und diesen kleinen Topf Butter.»

Le petit Chaperon rouge partit aussitôt pour aller chez sa mère-grand, qui demeurait dans un autre village.

Rotkäppchen lief sogleich davon, um zu seiner Großmutter zu gehen, die in einem anderen Dorf wohnte.

En passant dans un bois elle rencontra compère le Loup, qui eut bien envie de la manger,

Als es durch einen Wald kam, traf es den Gevatter Wolf, der große Lust hatte, es zu fressen;

mais il n’osa, à cause de quelques bûcherons qui étaient dans la forêt.

aber er wagte es nicht wegen einiger Holzfäller, die in dem Wald waren.

Il lui demanda où elle allait. La pauvre enfant qui ne savait pas qu’il est dangereux de s’arrêter à écouter un loup, lui dit:

Er fragte es, wohin es gehe. Das arme Mädchen wusste nicht, dass es gefährlich war, stehenzubleiben und einem Wolf zuzuhören, und sagte zu ihm:

«Je vais voir ma mère-grand, et lui porter une galette avec un petit pot de beurre que ma mère lui envoie.

«Ich besuche meine Großmutter und bringe ihr einen Fladen und einen kleinen Topf Butter, die meine Mutter ihr schickt.»

Demeure-t-elle bien loin? lui dit le Loup.

«Wohnt sie denn sehr weit?» fragte der Wolf.

Oh oui, dit le petit Chaperon rouge: c’est par delà le moulin que vous voyez tout là-bas, à la première maison du village.

«Oh ja», sagte Rotkäppchen, «es ist noch ein Stück hinter der Mühle, die Ihr da unten seht, im ersten Haus vom Dorf.»

Eh bien! dit le Loup, je veux l’aller voir aussi;

«Na schön!» sagte der Wolf. «Dann will ich sie auch besuchen.

je m’y en vais par ce chemin ici, et toi par ce chemin-là, et nous verrons qui plus tôt y sera.»

Ich gehe den Weg hier, und du gehst den anderen Weg da – mal sehen, wer eher dort ist.»

Le Loup se mit à courir de toute sa force par le chemin qui était le plus court, et la petite fille s’en alla par le chemin le plus long,

Der Wolf lief aus Leibeskräften den Weg, der kürzer war, und das kleine Mädchen ging den längeren Weg,

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