: Christoph Fasbender
: Der 'Wigelis' Dietrichs von Hopfgarten und die erzählende Literatur des Spätmittelalters im mitteldeutschen Raum
: S.Hirzel Verlag
: 9783777621937
: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur ? Beihefte
: 1
: CHF 39.10
:
: Sprach- und Literaturwissenschaft
: German
: 208
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Die Monographie stellt den im Jahr 2006 in einer Erfurter Bibliothek aufgefundenen einzigen Textzeugen einer strophischen Bearbeitung  des 'Wigalois' Wirnts von Grafenberg vor. Als Verfasser der Bearbeitung wird im Epilog des Erfurter Fragments (1455) Dietrich von Hopfgarten genannt.
Dietrich bearbeitete Wirnts Artusroman gerade so, als handelte es sich um einen heldenepischen Stoff, in dessen Zentrum mit dem Ritter Wigelis ein faktisch unproblematischer Held steht. Konsequent baute Dietrich damit Wirnts Konzept nach den Gesetzen heroisierenden Erzählens weiter aus.
Der vorliegende Band ediert den Text des Erfurter Fragments erstmals, ordnet ihn sprachlich und überlieferungsgeschichtlich ein, ermittelt Fakten zum mutmaßlichen Autor und analysiert die erhaltenen Szenen vor dem Hintergrund der breiten Tradition der Retextualisierung von Wirnts Roman. Er behandelt ausführlich die Problematik des Gattungstransfers und lokalisiert das ungewöhnliche Werk in den Kontext der im mitteldeutschen Raum präsenten erzählenden Literatur des Mittelalters.

Christoph Fasbender ist Professor für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der regionalen Literaturgeschichte des Mittelalters.
Inhalt8
I. EINLEITUNG10
II. DIE HANDSCHRIFT14
1. BESCHREIBUNG DES ERFURTER FRAGMENTS14
2. ZUR SPRACHSCHICHTUNG DES ERFURTER ‘WIGELIS’21
A. Vokalismus der Stammsilben23
B. Vokalismus der druckschwachen Silben26
Zusammenfassung A.-B.27
C. Konsonantismus27
Zusammenfassung C.31
D. Besonderheiten der Formenbildung31
Zusammenfassung D.33
E. Reime33
F. Zusammenfassung35
III. DER AUTOR36
1. DIE HERREN VON HOPFGARTEN IM 13. UND 14. JAHRHUNDERT36
2. ZWEI DIETRICHE VON HOPFGARTEN39
3. DER SANGSPRUCHDICHTER HOPFGART44
4. LITERARISCHE INTERESSENBILDUNG?45
5. ZUSAMMENFASSUNG49
IV. TEXT UND KOMMENTAR50
1. GRUNDSÄTZE DER EDITION50
2. ZUR KOMMENTIERUNG50
3. VORGESCHICHTE51
4. TEXT53
Namenverzeichnis zum Text75
Wortverzeichnis75
V. ‘WIGELIS’ UND ‘WIGALOIS’80
1. EIN HÖFISCHER ROMAN IN STROPHEN80
2. VORLAGE87
2. A. Zur Überlieferung des ‘Wigalois’87
2. B. Die Schweriner ‘Wigalois’-Handschrift92
2. C. Textkritische Anmerkungen95
2. D. Der Wortschatz im Vergleich99
3. TECHNIKEN UND TENDENZEN DER BEARBEITUNG112
3. A. Schwertrad und Kampf mit dem Zentauren112
3. B. Die Werbung um Larie121
3. C. Hochzeit und Krönung126
3. D. Gottesdienst und Taufe134
3. E. Zusammenfassung138
4. DER UMFANG DES ‘WIGELIS’140
VI. DER ‘WIGELIS’ — EIN GATTUNGSGESCHICHTLICHES EXPERIMENT?144
1. AUFBAU UND STRUKTUR DES ‘WIGALOIS’144
2. DER ‘WIGALOIS’ ZWISCHEN ARTUSROMAN, LEGENDE UND HEROISIERENDER DICHTUNG147
3. DER ‘WIGELIS’ AlS HEROISIERENDES GEDICHT154
VII. DER ‘WIGELIS’ UND DIE ERZÄHLDICHTUNG IM MITTELDEUTSCHEN RAUM158
1. ZUR MITTELDEUTSCHEN TRADITION DES HÖFISCHEN ROMANS IM 14. UND 15. JAHRHUNDERT162
2. ZUR MITTELDEUTSCHEN ÜBERLIEFERUNG HEROISIERENDER DICHTUNG166
BESCHLUSS184
ABKÜRZUNGEN186
LITERATURVERZEICHNIS188
1. Verzeichnisse und Hilfsmittel188
2. Regionalgeschichtliches189
3. Ausgaben190
4. Literaturgeschichtliches191
REGISTER202
1. HANDSCHRIFTEN202
2. PERSONEN UND ANONYME WERKE204
ANHANG208
ABBILDUNGEN DES ERFURTER FRAGMENTS208