: Thomas Gordon
: Gute Beziehungen Wie sie entstehen und stärker werden
: Klett-Cotta
: 9783608104837
: 5
: CHF 8.90
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 160
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Psychologe und Erfolgsautor Thomas Gordon bündelt in diesem Buch all sein Wissen und zeigt, wie sich Probleme mit Mitmenschen durch aktives Zuhören, Toleranz und Offenheit zielgerichtet lösen lassen. Ausgehend von der Analyse verschiedener Beziehungstypen stellt er leicht nachvollziehbare Strategien vor, mit denen man die Beziehungen zu Partnern, Freunden, Kindern, Vorgesetzten und Mitarbeitern verbessern und intensivieren kann. Das Buch enthält zahlreiche Beispiele und typische Fragen aus der Praxis.

Thomas Gordon (1918?-?2002): Er war dreimal für den Friedensnobelpreis nominiert. Sein »Gordon-Modell« ist in 43 Ländern der Welt verbreitet; seine Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt.

1. KAPITEL
Jeder hat Beziehungen


Ich habe es so oft und in so vielen Abwandlungen gehört, dass es wohl stimmt. Die Menschen sehen das so. Sie sagen: »Ich habe eine neue Beziehung«, »Die Beziehung habe ich hinter mir«, »Das ist das Ende dieser Beziehung« oder »Alle meine Beziehungen beginnen schön und enden schlecht«. Und jeder, denke ich, weiß, was damit gemeint ist. Man hat dasGefühl, denEindruck, dass Beziehungen – vor allem Liebesbeziehungen – eindeutige Anfänge und Enden haben.

Ganz anders die Auffassung, dass wir alle und immer irgendwie in Beziehung zueinander stehen. Wenn wir das einsehen, können wir dieForm unserer Beziehungen verändern. Für mich steht außer Frage, dass ich mein Leben lang Beziehungen zu Menschen habe, einige enger, etwa zu Angehörigen und Freunden, andere lockerer, beispielsweise zu Mitarbeitern, Lehrern, Geistlichen und Trainern, und schließlich zu denen, mit denen ich zwar zusammenkomme, mich unterhalte, aber die ich nie wirklich kennen lerne. Egal, ob ich Menschen nahe komme oder Abstand halte, ich habe eine Beziehung zu ihnen. Besser als ich haben Dichter, Philosophen und Theologen zum Ausdruck gebracht, in welcher Weise wir mit anderen Menschen verbunden sind und was sich daraus für Chancen und Verpflichtungen ergeben. Wenn ich meinem Leben wirklich eine Wende zum Besseren geben möchte, wenn ich wirklich gesünder und glücklicher leben möchte, kann ich bei meinen Beziehungen ansetzen – das hängt nur von mir ab. Ich bin der einzige, der es kann. Es liegt in meiner Verantwortung. Falls sich »Verantwortung« für Sie zu gewichtig und moralisch anhört, ist das nicht meine Absicht. Ich meine vielmehr, dass für jeden von uns eine Chance besteht, seine Beziehungen zu verbessern und wichtige Aspekte des Miteinanders zu verändern.

Was ist für gute und was ist für schlechte Beziehungen verantwortlich?


Vor einigen Jahren legte Rob Koegel, Professor an der State University of New York in Famingdale, Studenten einen Fragebogen vor, in dem sie über ihre besten und schlechtesten Beziehungen Auskunft geben sollten. Einige der Fragen betrafen die Beziehungen der Studenten zu Menschen von mehr oder weniger gleichem Status – Freunden, Partnern, Geschwistern etc. In anderen Fragen ging es um das Verhältnis zu Menschen mit höherem Status, um Vorgesetzte, Lehrer, Professoren, Eltern und so weiter. Die Studenten sollten diese Beziehungen beschreiben und bewerten. Die Ergebnisse waren aufschlussreich. Gegenseitige Achtung, Fürsorglichkeit, Vertrauen, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit seien, so die Befragten, charakteristisch für ihre besten Beziehungen gewesen. Unter diesen Bedingungen hätten sich Empathie, Mitgefühl, Verständnis und Toleranz für Unterschiede entwickelt. Wenn der andere diese