: Jasmin Eden
: Persische Nächte Erotischer Roman
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783838719139
: 1
: CHF 6.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 176
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Die Perserin Shahira ist ein einfaches Mädchen vom Land. Eines Nachts wird ihre Welt jedoch auf den Kopf gestellt: Ein verschleierter Mann, ein Djinn, taucht in ihrem Zimmer auf und verführt sie. Fortan besucht er sie jede Nacht. Shahira verfällt dem geheimnisvollen Mann immer mehr. Was sie nicht ahnt: Der Djinn hat den Befehl, das zu töten, was er am meisten liebt. Und das ist Shahira -

Der Nachtgeist


Wind blähte die Vorhänge vor dem offenen Fenster, schob sie zur Seite und kroch in einer kühlen Böe über den Boden, zum Bett. Shahira fröstelte, als der Wind sie erreichte, und zog das weiche Laken höher. Tagsüber hatte die Sonne die Erde rund um das einfache Bauernhaus aufgeheizt, aber die Räume im Innern des Lehmziegelbaus waren davon verschont geblieben. Der nächtliche Wind war daher unangenehm kalt. Die Kälte weckte Shahira, und sie schlug die Augen auf. Das Zimmer war dunkel, bis auf das spärliche Mondlicht, das zwischen den Vorhängen hindurchlugte. Sie rieb sich über die Augen und glitt unter dem Laken hervor. Die kühle Luft im Zimmer kroch als Gänsehaut über Shahiras nackten Körper und formte aus ihren rosigen Brustspitzen harte, feste Nippel.

Eine weitere Böe verschaffte sich Zugang zum Zimmer, und Shahira beeilte sich, zum Fenster zu gehen und die Holzläden zu schließen.

Bevor ihre Finger das Holz des Ladens auch nur berührt hatten, löste sich ein Schatten aus einer Ecke des Zimmers. Er war groß, halb noch mit dem Dunkel hinter dem Vorhang verschmolzen. Nur sein Blick schien trotz des spärlichen Lichts zu brennen. Es war die Silhouette eines Mannes: Sein Oberkörper war nackt – bronzefarbene Haut, auf der sich seltsame Muster wanden. Man mochte sie für ein Schattenspiel des Mondes halten oder eintätowierte Symbole.

Shahira wollte schreien, doch er bewegte sich schnell und packte sie, noch bevor sie einen Ton von sich geben konnte. Sein Griff war fest, und seine Hand legte sich auf ihren Mund. Er drückte sie mit dem Rücken an seine nackte Brust und ignorierte ihr Zappeln. An ihrer bloßen Schulter spürte Shahira weichen Stoff und wurde sich nur allzu deutlich ihrer Nacktheit bewusst. Die Haut auf der ihren war unnatürlich heiß, und sie hätte schwören können, dass die Zeichnungen auf seinem Körper sich deutlich unter ihr bewegten.

Sie wandte den Kopf, so gut es ging, zur Seite und bemerkte, warum sie sein Gesicht nicht hatte vollständig erkennen können: Ein schwarzes Tuch verdeckte seine Nase und seinen Mund und ließ seine Augen umso bedrohlicher leuchten. Er hielt ihren Blick fest und senkte langsam seine Hand. »Versuch zu schreien, und du wirst es bereuen«, warnte er sie. Seine Stimme war rau, ein wenig heiser, und doch glaubte Shahira etwas Vertrautes darin zu erkennen. Doch das war vielleicht nur ihre verängstigte Fantasie.

Sie fuhr sich mit der Zunge über die trockenen Lippen. Zaghaft versuchte sie sich loszumachen, aber sein Griff wurde sofort fester, und er hielt sie umso stärker an sich gepresst. »Halt still«, murmelte er, und Shahira tat es aus Angst vor dem, was er ihr antun könnte. Wer war er und wa