: Gisbert Haefs
: Mord am Millionenhügel Baltasar Matzbachs erster Fall
: KBV Verlags-& Medien GmbH
: 9783954411078
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 221
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach einer arg durchzechten Nacht findet Baltasar Matzbach morgens in seinem Bad eine zweite Zahnbürste, die abends noch nicht da war. Nun ist selbst in Bonn anno 1980, wo viele Dinge möglich sind und viele unmögliche Dinge Gesetz werden, das Eindringen einer Zahnbürste in eine abgeschlossene Wohnung ein seltsamer Vorgang. Matzbach, einem seiner angeblichen Freunde zufolge 'Mischung aus Falstaff und Kater Garfield, als Hobbydetektiv auf die Menschheit losgelassen', macht sich daran, die Herkunft der Bürste zu ermitteln. Hinter einem winzigen Ding könnte sich ja etwas Großes verbergen. Tatsächlich stellt er bald fest, daß ein Mann, der mit ihm nachts die letzte Kneipe verlassen hat, nicht mehr aufzufinden ist. Ein paar Bekannte, schräge Vögel, helfen Matzbach bei der Spurensuche, bis sie schließlich in einer noblen Wohngegend etwas finden, was man so in der Hauptstadt der rheinischen Republik nicht erwartet hätte.

Gisbert Haefs, Jahrgang 1950, lebt und schreibt in Bonn; als Übersetzer/Herausgeber verantwortlich für Borges, Kipling, Brassens, Dylan u.a., als Autor haftbar für Erzählungen, historische Romane (Hannibal, Troja, Raja, Die Rache des Kaisers, Das Labyrinth von Ragusa u.a.) und Krimis (Matzbach).

2. Kapitel


Auf der Fahrt in die Stadt fiel Baltasar plötzlich ein, daß er am vergangenen Abend auch Moritz von Morungen gesehen hatte, einen weiteren Bekannten, zu dessen Obliegenheiten als Lokalreporter einer der Zeitungen des Umkreises auch die Berichterstattung über Kriminalfälle gehört.

»Vielleicht«, sagte Baltasar zum Lenkrad, »hat er ja ausnahmsweise mal einen kriminalistischen Tip.«

Moritz wohnt in der Nähe der Poppelsdorfer Allee, in einem vornehm renovierten, villenartigen Bau von etwa 1890, zweite Etage. Von der Straße aus war zu sehen, daß bei ihm Licht brannte. Ich schaute auf die Uhr: kurz nach elf. Wie üblich gab es keine Parkplätze, aber jede Menge Blech zwischen den alten Kastanien und den neuen Neonlaternen, und wie üblich parkte Baltasar sein Vehikel unter souveräner Mißachtung aller Verkehrsregeln.

Die Eingangstür des Hauses war nur angelehnt. Wir stiegen die Treppen zur zweiten Etage hinauf; Baltasar klingelte mehrmals und energisch. Nach einer kleinen Weile öffnete sich die Tür; Moritz stand vor uns und lächelte. »Ah, die günstig