: International Labour Office
: Gefährliche Kinderarbeit - Leid und Lösung Was wir wissen - was wir tun müssen
: A7-24 Aumann
: 9783942230964
: 1
: CHF 7.00
:
: Politik
: German
: 175
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verrichten mehr als die Hälfte der weltweit 215 Millionen Kinderarbeiter gefährliche Arbeit. Die Grundlage zur Prävention und Beseitigung dieser gefährlichen Kinderarbeit bildet das Wissen um die Konsequenzen der Arbeitsbedingungen auf die Entwicklung der Kinder. Dieses Wissen will das vorliegende Buch der ILO vermitteln. Der Bericht Gefährliche Kinderarbeit - Leid und Lösung. Was wir wissen. Was wir tun müssen. überprüft den aktuellen Kenntnisstand über gefährliche Kinderarbeit und präsentiert eine neue, umfassendere Sicht auf das Ziel, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen. Er hebt die jüngsten, weltweiten Entwicklungen heraus und fasst gleichzeitig die wissenschaftlichen Befunde bezüglich Gesundheit und Wohlbefinden von arbeitenden Kindern zusammen. Neben dieser Offenlegung der Arbeitsbedingungen der Kinder, bietet das Buch allerdings auch konkrete Lösungsmaßnahmen zur Beseitigung von gefährlicher Kinderarbeit an, die global Erfolg versprechen. Bei diesem Buch handelt es sich um die deutsche Übersetzung der englischen Originalausgabe eines Berichtes der Internationalen Arbeitsorganisation im Auftrag der Vereinten Nationen.

Im Goldrausch


Es gibt bestimmte Goldminen in Westafrika, über die die Bewohner sagen, dass zwar die Gefahren hoch sind, dafür aber auch die Bezahlung. Und es ist wahr, die Arbeit dort ist hart und gefährlich: die Tunnel und Schächte werden, wenn überhaupt, nur von wackeligen Gerüsten gehalten und können jederzeit einstürzen; niemand hat sich je mit einem Sicherheitsplan auseinandergesetzt, sollten je giftige oder entflammbare Gase aus den Tiefen emporsteigen; es gibt keine Schutzausrüstungen und so arbeiten viele barfuß und ohne Handschuhe. Kurzum, die Arbeitsbedingungen sind erbärmlich und täglich geschehen Unfälle. Die Lebensbedingungen sind mindestens ebenso hart. Wasser ist Mangelware; es gibt weder Kliniken, noch Toiletten oder eine Polizei.

Die Minenarbeiter sehen das Sonnenlicht nur selten, sie treten in die engen Schächte schon vor dem Sonnenaufgang und kommen, während ihres langen Arbeitstages, nur selten an die Oberfläche. Andere wiederum arbeiten unter fast gegensätzlichen Bedingungen. Ungeschützt vor der heißen Sonne zerschlagen sie Steinbrocken zu Kieselsteinen, um diese dann zu Sand zu verarbeiten. Die einzige Gefahr, derer die Arbeiter sich bewusst sind, ist der erstickende Staub, der ihre Lungen nicht mehr verlassen will; die Gefahr, über die sie hingegen nicht viel wissen, sind die Folgen, die Quecksilber auf das Gehirn hat. Und so benutzen sie Quecksilber, um Gold von zerkleinertem Erz zu trennen.

Minen wie diese sind, gemäß Schätzungen der UN,1 für ein Fünftel der Goldproduktion weltweit verantwortlich. Sie produzieren auch Edelsteine für unseren Schmuck und seltene Mineralien für unsere Mobiltelefone. Meist sehr abgelegen und inoffiziell, sind sie außerordentlich gut organisiert. Die Verdopplung des Goldpreises am Weltmarkt, in den letzten Jahren, tat ihr übriges, um das Schürfen nach Gold für die bitterarme Bevölkerung reizvoller und noch gefährlicher zu machen.

Nicht unerwartet befindet sich unter diesen Arbeitern, die von Gold-,