: Anja Pannewitz
: Das Geschlecht der Führung Supervisorische Interaktion zwischen Tradition und Transformation
: Vandenhoeck& Ruprecht Unipress
: 9783647403557
: Interdisziplinäre Beratungsforschung
: 1
: CHF 35.30
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 385
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Dieses Buch setzt sich erstmals und empirisch mit der Beziehung von Geschlecht und Führung in Supervisions- bzw. Coachingsituationen auseinander. Wie auf dieser »Probebühne« für Führungshandeln mit der gesellschaftlichen Dimension »Gender« umgegangen wird, welche Grenzen der Einflussnahme auf das Beratungsgeschehen es diesbezüglich gibt, welche Eigendynamiken von Interaktion wirken und welchen Stellenwert gesellschaftliche Bedingungen für die Beratungssituation haben, wird anhand von hermeneutischen Interaktionsanalysen gezeigt.

Dr. phil. Anja Pannewitz, Diplom-Soziologin, Systemische Coach (SG), ist Professorin für Sozialarbeitswissenschaften an der HTWK Leipzig und arbeitet freiberuflich als Coach sowie als Erwachsenenbildnerin.
Cover1
Title Page4
Copyright5
Table of Contents6
Body16
Vorbemerkung16
Einleitung18
Kapitel I?Theoretische Grundlagen28
1Doing Gender und Geschlechternormen29
2»Heim und Welt« – Vergeschlechtlichte Dissoziation von Erwerbsarbeit und Familienleben32
3Berufsfelder und Hierarchie – Horizontale und vertikale Segregation von Erwerbsarbeit36
4Gendering in der Interaktion40
5Rhetorische Modernisierung und institutionelle Reflexivität – Verschränkung von Interaktion und Struktur42
6Sinnlich-anschauungsbezogene Erfahrungs- und Erwartungsorganisation in vokalen Interaktionen45
Kapitel II?Stand der Forschung zum Verhältnis von Geschlecht und Supervision bzw. Coaching51
1Die unreflektierte Perspektive der Geschlechts­kategorie – Interaktion von »Frauen« bzw. »Männern« in der Lehrsupervision53
2Geschlechtsbezogene Deutungen von Supervisionen bzw. Coachings58
2.1Geschlechtskategorien in der Deutung durch Supervisor_innen bzw. Coaches58
2.2Geschlechtskategorien in der Deutung durch Supervisand_innen62
3Anlässe von Frauen für Leitungssupervision bzw. -coaching70
4Soziales Geschlecht als Anlass für Supervision und Coaching70
5Zusammenfassung und Konsequenzen aus dem Forschungsstand für das Forschungsanliegen71
Kapitel III?Hermeneutische Methodik und Forschungspraxis75
1Reflexion der spezifischen Bedingtheit einer empirischen Erforschung von Interaktion in Supervision und Coaching78
1.1Öffentlichkeits- und Kontrollfunktion der Forschung für Supervision und Coaching78
1.2Implikationen der infrage kommenden Erhebungsmethoden: authentisches Gespräch versus Interview80
1.3Reflexion der Materialgewinnung und des Technikeinsatzes – Visuelle versus Auditive Medien82
2Zum Problem der Reifizierung von Geschlecht82
3Fallauswahl, Sampling und Feldzugang84
3.1Bestimmung eines Falls – Interaktion statt Person84
3.2Zugang zu einem heiklen Feld85
3.3Eigene Rolle im Feld90
3.4Theoretisches Sampling nach der Grounded Theory – Externe und interne Kontrastierung91
4Datengewinnung98
4.1Protokollierung eines authentischen Beratungsgesprächs98
4.2Transkription und Anonymisierung101
5Auswertung – Kombination sinnrekonstru­ierender hermeneutischer Verfahren zur Analyse von Interaktion und konditionaler Struktur102
5.1Gegenstandsbegründete Auswahl der Auswertungsverfahren102
5.2Gefahr der Reifizierung in der Auswertung und Gegenmaßnahmen105
5.3Die Sequenzielle Analyse als Methode zur Erforschung des »processual ordering« der Interaktion107
5.4Systematische Metaphernanalyse – Analyse von Erfahrungsschemata und impliziten Führungserwartungen109
5.5Integration von Interaktion und Struktur – das Kodierparadigma der Grounded Theory115
6Zwei wesentliche Perspektivenverschiebungen in der Geschichte des Forschungsprozesses117
7Hinweise zur Darstellung119
Kapitel IV?Fallrekonstruktionen – Beratungsinteraktionen über Führung und Geschlecht122
Fall A»So was machen die nur mit Frauen.« – Frauencoaching auf der Leitungsebene eines Familienzentrums Fall A?»So was machen die nur mit Frauen.«122
1Kurzporträt der Beratungssituation122
2Exklusion von »Weiblich«-Sein aus und Inklusion von »Mann«-Sein in Führung – Offene Reproduktion von Geschlechternormen124
2.1»Frau«-Sein begründet fehlende und »Mann«-Sein vorhandene finanzielle Anerkennung von Führung124
2.2»Bin ich hier die Mutter?« – Führung ist keine weibliche Familienrolle128
2.3»Mädchen für alles« und »Hausfrauentätigkeit« – Führung ist keine verweiblichte haushaltsnahe Dienstleistung132
3Verschränkung von »Weiblich«-Sein und Führung – Offene transformative Gestaltung135
3.1Führen ist keine »Hausfrauenarbeit«, sondern »Reproduktionsarbeit« – Ersatz eines abwertenden durch ein neutrales Erfahrungsschema135
3.2Führung ist »Mutter«- bzw. »Hausfrau«-Sein – Transformativer Gebrauch verweiblichter Erfahrungsschemata136
3.3»Amazonenschlag« – Führung ist der Kampfeiner Frau138
4Verdeckter Geschlechtsbezug – Erfahrungsschemata von Führung in metaphorischen Konzepten142
4.1Führen ist Kampf142
4.2Führen ist Haushalt145
4.3Führen ist Technik147
4.4Führen ist Pflege148
4.5Von »Sehen« bis »Ziehen« – Führen als Wahrnehmung, Körperorgan und Aktivität151
a)Führen ist gutes Sehen151
b)Führen ist »mit Herz dabei sein«152
c)Führen ist kontrolliertes Gehen153
d)Führen ist kein »Schleppen«154
4.6Reflexion über die Vergeschlechtlichung des Konzeptes der Führung in metaphorisierten Erfahrungsschemata und Erwartungen155
5Zusammenfassung Fall A161
Fall B»Damit nehmen wir uns aus der Schusslinie heraus.« – Leitungssupervision in einer Ganztagsschule mit Gender-Mainstreaming-Erfahrung der Beraterin Fall B?»Damit nehmen wir uns aus der Schusslinie heraus.«164
1Kurzporträt der Beratungssituation164
2Vom Fehlen offen reproduktiver bzw. transformativer Verhandlung von Geschlechternormen – Geschlechtsindifferenz166
3Verdeckter Geschlechtsbezug – Erfahrungsschemata für Führung in metaphorischen Konzepten166
3.1Führen ist Kampf167
3.2Führen ist Technik175
3.3Führen ist Pflege179
3.4Führen ist Naturwissenschaft181
3.5Führen ist Politik186
3.6Von »Sehen« bis »Fallen« – Führen als Wahrnehmung, Körperteil, Aktivität und Passivität189
a)Führen ist gutes Sehen189
b)Führen ist Gehen190
c)Führen findet »im Kopf« und »in der Hand« statt191
d)Führen ist nicht Stehen192
e)Führen ist nicht Fallen193
3.7Reflexion über die Vergeschlechtlichung des Konzeptes Führung in metaphorisierten Erfahrungsschemata und Erwartungen195
4Zusammenfassung Fall B197
Fall C»Wie mache ich meine Kolleginnen richtig fit?« – Leitungssupervision in einer Kindertagesstätte mit Gender-Mainstreaming-Erfahrung der Beraterin Fall C?»Wie mache ich meine Kolleginnen richtig fit?«200
1Kurzporträt der Beratungssitzung200
2Verdeckter Geschlechtsbezug – Erfahrungsschemata für Führung in metaphorischen Konzepten201
2.1Führen ist Kampf202
2.2Führen ist Technik205
2.3Führen ist Handwerk207
2.4Von »Sehen« bis »Gehen« – Führen als Wahrnehmung, Körperorgan und Aktivität211
a)Führen ist gutes Sehen211
b)Führen ist kontrolliertes V