: Mary Higgins Clark
: Du entkommst mir nicht Roman
: Heyne Verlag
: 9783641100728
: 1
: CHF 4.50
:
: Spannung
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als die Strafverteidigerin Emily Graham in das Haus ihrer Urgroßmutter zieht, ahnt sie nichts von den schrecklichen Funden, die man auf dem Grundstück machen wird: die sterblichen Überreste zweier Frauen, die im Abstand von über 100 Jahren spurlos verschwanden. Emily forscht nach. Sie kommt der Wahrheit gefährlich nahe – und einem Killer, der keine Gnade kennt.

»Hoch spannend bis zum letzten Kapitel.«
DER STERN

Mary Higgins Clark (1927–2020), geboren in New York, lebte und arbeitete in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Ihre große Stärke waren ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führte Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den begehrten Edgar Award. Zuletzt bei Heyne erschienen: »Denn du gehörst mir«.

Mittwoch, 21. März


Drei


Die Aktenmappe unter dem Arm, marschierte Will Stafford mit langen, raschen Schritten von der Seitentür seines Hauses zu der umgebauten Remise, die, wie meistens in Spring Lake, inzwischen als Garage diente. Irgendwann während der Nacht hatte der Regen aufgehört und der Wind nachgelassen. Dennoch war die Luft an diesem ersten Frühlingstag beißend kalt, und Will bedauerte kurz, dass er seinen Mantel nicht übergezogen hatte.

So sieht das also aus, wenn der letzte Geburtstag in den Dreißigern kurz bevorsteht, überlegte er bedrückt. Wenn das so weitergeht, brauche ich im Juli noch meine Ohrenschützer.

Er war Fachanwalt für Immobilienrecht und mit Emily Graham in einem schicken Café in Palm Springs zum Frühstück verabredet. Danach war eine letzte Besichtigung des Hauses geplant, das sie kaufen wollte. Und anschließend sollte in seiner Kanzlei die Vertragsunterzeichnung stattfinden.

Als Will seinen altersschwachen Jeep rückwärts die Auffahrt entlang lenkte, schoss ihm durch den Kopf, dass der Tag Ende Dezember, als Emily Graham in seine Kanzlei in der Third Avenue spaziert war, sich eigentlich nicht sehr vom heutigen unterschied. »Ich habe gerade eine Anzahlung auf ein Haus geleistet«, verkündete sie, »und die Maklerin gebeten, mir einen guten Anwalt für Immobilienrecht zu empfehlen. Sie hat mir zwar drei genannt, aber ich habe ziemlich viel Erfahrung mit Zeugenaussagen. Sie sind derjenige, dem sie anscheinend am meisten zutraut. Hier sind die Unterlagen.«

Sie war wegen des Hauses so aufgeregt, dass sie sich nicht einmal vorgestellt hat, erinnerte Will sich schmunzelnd. Ihren Namen hatte er erst erfahren, als er die Aufschrift auf der Akte las: Emily S. Graham.

Es gab nicht allzu viele attraktive Frauen, die zwei Millionen in bar für ein Haus hinblättern konnten. Doch als er vorschlug, sie solle sich überlegen, für mindestens die Hälfte einen Kredit aufzunehmen, hatte Emily ihm erklärt, sie könne die Vorstellung nicht ertragen, einer Bank eine Million Dollar zu schulden.

Obwohl er zehn Minuten zu früh kam, saß Emily bereits im Lokal und trank Kaffee. Will sie mir damit etwas beweisen?, fragte sich Will. Oder ist sie einfach zwanghaft pünktlich?

Im nächsten Moment wuchs in ihm der