: Ella Griffin
: An und für dich Roman
: Verlag Kiepenheuer& Witsch GmbH
: 9783462306125
: 1
: CHF 10.00
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn Liebe die Antwort ist, wie war verdammt noch mal die Frage? Saffy ist angestellt in einer erfolgreichen Werbeagentur und vielbeneidete Langzeitfreundin des Seriendarstellers Greg, der als leicht bekleideter Feuerwehrmann im Fernsehen für hohe Einschaltquoten sorgt. Am Valentinstag, so hofft Saffy, wird er um ihre Hand anhalten. Doch der Abend verläuft ganz anders als erwartet...Saffy könnte sich in den Hintern beißen, vielleicht hätte sie am Valentinstagsabend doch nicht so viel trinken sollen. Aber Greg hätte sie endlich fragen müssen, schließlich sind sie schon seit Jahren zusammen. Hat ihre Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Zukunft? Ganz und gar glücklich dagegen sind ihre Freunde Connor und Jess, trotz der zu kleinen Wohnung und der ständigen Geldsorgen. Bis Connor eine positive Antwort von einer Agentin bekommt, die sein Buch unter Vertrag nehmen will, und er nichts anderes mehr im Kopf hat als Schreiben.Geheimnisse, Ausflüchte und heimliche Träume - das kann nicht gut gehen und das tut es auch nicht. So jagen alle dem Glück hinterher. Ella Griffin hat einen hinreißenden Roman geschrieben, der beste Frauenunterhaltung garantiert und begeisterte Fans hat. Wer beim Lesen einmal den Alltag ausschalten will, liegt hier genau richtig. »Eine frische und lustige neue Stimme. Ella Griffin schafft es, dass man lachen und auf der nächsten Seite weinen muss.« Marian Keyes

Ella Griffin wuchs in Dublin auf, wo sie heute noch lebt. Sie arbeitete viele Jahre erfolgreich in der Werbebranche. »An und für Dich« ist ihr erster Roman, der viele begeisterte Reaktionen hervorrief.

TEIL EINS



1


Es war erst kurz nach neun, und trotzdem war jeder zweite Mann auf der Grafton Street bereits mit Blumen in der Hand unterwegs. Saffy fand es wundervoll, dass am Valentinstag selbst Menschen zu Romantikern mutierten, von denen man es überhaupt nicht erwartet hätte.

Wie der schlecht gelaunte Managertyp da drüben vor Bewleys, der irgendwelche Anweisungen in sein Handy bellte, einen Blumenstrauß mit Schleifchen unter den Arm geklemmt. Oder der Goth mit dem »Inflected Malignity«-Sweatshirt, der verstohlen an einer einzelnen roten Rose schnupperte, die er gerade im Blumenladen Ecke Duke Street erstanden hatte.

Greg würde ihr niemals eine einzelne rote Rose schicken, dachte sie, während sie die Duke Street entlangeilte. Rosen verschenkte ja jeder am Valentinstag. Greg war immer gern ein bisschen anders. Er hatte ihr schon einen blühenden Kaktus geschenkt, schwarze Orchideen und letztes Jahr eine riesige Venusfliegenfalle. Sie war ja ganz hübsch, aber im Februar gab es wenig Fliegen, und sie war gestorben, nachdem Saffy sie mit einem Stück Räucherlachs von ihrem Bagel gefüttert hatte.

 

Komodos Philosophie »Bei uns müssen Sie mit allem rechnen« prangte an der Wand des Empfangsraums unter dem riesigen, aus Stahl geschnittenen Logo der Agentur – einer fleischfressenden Echse. Sie sah bemerkenswert echt aus und schreckte alle ab, außer Ciara, der Rezeptionistin, die sie nicht sehen konnte, weil sie genau darunter saß. Heute nahm auch Saffy den Waran gar nicht wahr, denn auf dem riesigen Empfangstisch stand der schönste Rosenstrauß, den sie je gesehen hatte, und Ciara winkte sie heran. Ihr wasserstoffblonder Kopf tauchte kurz hinter dem schimmernden Gebirge aus weißem Seidenpapier und Zellophan auf.

»Saffy!«, hauchte sie und schwenkte ihr Asthmaspray. »Kannst du diese scheiß Blumen bitte hier wegnehmen, bevor ich …« Das Telefon klingelte. »Willk-hommen bei Komodo Advertising«, keuchte sie in den Hörer. »Wie k-hann ich Ihnen helfen?«

Saffy grinste. Greg hatte in der Tat keine einzelne Rose geschickt. Er hatte, wie es aussah, mindestens drei Dutzend geschickt. Saffy beugte sich darüber und atmete ihren süßen, würzigen Duft ein. Zwischen den samtigen, dunkelroten Blütenköpfen steckte ein winziger weißer Umschlag.

Das Asthmaspray tauchte wieder auf. »W-harte! Die Rosen sind für Marsh. Wahrscheinlich von Marsh. Selbstverliebt, wie sie ist.« Ciara deutete auf einen noch größeren Strauß, der fast den gesamten Raum hinter ihrem Schreibtisch einnahm. »Das da sind deine. Ich glaube, ich bin all-hergisch gegen die große violette, die mit den H-härchen.«

»Hast du einen heimlichen Verehrer?« Simon grinste, als Saffy sich auf dem Weg zu ihrem Büro mit dem Strauß an ihm vorbeiquetschte. »Ist es zufällig Tim Burton?«

 

»Na, Süße? Was hast du gerade an?«

Auch nach sechs Jahren hatte Saffy immer noch Schmetterlinge im Bauch, wenn sie diese Stimme hörte. Aus Gregs Mund klang sogar eineIKEA-Aufbauanleitung sexy. Als er noch Sprecher für Radiowerbung war, also bevor er zu berühmt für solche Jobs wurde, hatte die Werbeaufsicht einmal siebenundvierzig Beschwerden erhalten, weil der Haftungsausschluss einer Bank, »Zinsen können steigen und fallen«, unanständig klingen würde.

Sie sah an ihrer taillierten weißen Bluse und der grauen Nadelstreifenhose vonDKNY herunter. Sie trug ihre Lieblingspumps von Kurt Geiger, aber Greg mochte es nicht, wenn sie hohe Absätze trug – außer im Sitzen oder Liegen.

»Willst du nicht lieber wissen, was ich nicht anhabe? Ist vielleicht ein bisschen