: Gottfried Orth
: Friedensarbeit mit der Bibel Eva, Kain& Co
: Vandenhoeck& Ruprecht Unipress
: 9783647630021
: 1
: CHF 20.80
:
: Praktische Theologie
: German
: 143
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Mit diesem Material möchte der Autor des Methodenbuchs Friedensarbeit mit der Bibel Pfarrerinnen und Pfarrer einladen, mit »Eva, Kain& Co.« im Konfirmandenunterricht zu arbeiten. Der Zugang zu biblischen Texten ist hier über Personen gewählt, deren Namen die Konfirmandinnen und Konfirmanden vielleicht kennen - Eva, Kain, Judas. Aus folgenden Gründen ist dies zugleich Friedensarbeit: Wir haben gelernt in Entweder-Oder-Kategorien zu fühlen, zu denken und zu reden: Entweder ich bin gut oder böse, entweder schwarz oder weiß, entweder krank oder gesund, entweder engagiert oder desinteressiert, entweder up to date oder altmodisch und antiquiert ... Das, was böse, schwarz, desinteressiert, krank oder altmodisch und antiquiert ist, wird dann leicht ausgesondert, ausgegrenzt - mit dem wollen die guten, weißen, engagierten, gesunden, die, die up to date sind, nichts zu tun haben. Was hat ein Amokläufer mit uns zu tun? Was haben wir mit Kain zu schaffen? Solche Entweder-Oder-Einteilungen gefährden den Frieden: Sie gefährden innergesellschaftlich das gute Leben der Gemeinschaft und international ein verträgliches Leben auf dieser einen Erde. Der Weg über Verurteilungen verbaut Chancen. Er teilt die Welt in Schwarz und Weiß. Es schafft Eindeutigkeiten und diese sind immer gewaltförmig. Dabei gibt es gerade in den Grauzonen viel zu erleben und viel zu erfahren, vor allem dies: Jeder Mensch hat zunächst einmal das Recht, geliebt zu werden. Mehr noch: Er hat die Zusage Gottes, geliebt zu sein.Die Arbeit mit Eva, Kain und Judas kann zum einen zeigen, wie solche gesellschaftlichen, kirchlichen, theologischen und kulturgeschichtlichen Ausgrenzungen vor sich gehen - wie an Menschen kein gutes Haar mehr gelassen wird, wie sie buchstäblich zum Bösen schlechthin, ja zum Teufel gemacht werden. Sich solche Ausgrenzungsprozesse und ihr Funktionieren bewusst zu machen, um ihnen ggf. widerstehen zu können, ist für Jugendliche von entscheidender Bedeutung. Zum andern kann die Arbeit mit Eva, Kain& Co. zeigen, dass Menschen mehr und anderes sind als das, wozu sie gemacht werden, dass auch Menschen, die böse Taten tun, solche sind, die uns nahe kommen können, wenn wir uns in sie einfühlen, ja: die Menschen sind - wie wir.So ist es ein weiteres zentrales Anliegen dieses Materials und mit den hierin angebotenen Möglichkeiten gewaltfreier Kommunikation Empathie einzuüben und zu lernen. Einfühlung in andere Menschen, seien es mythische oder historische Gestalten der Bibel, seien es gegenwärtig lebende Menschen ist vielleicht das wichtigste gewaltpräventive Element, was Jugendliche im Konfirmandenunterricht kennenlernen und üben können.

Dr. Gottfried Orth ist Professor für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Technischen Universität Braunschweig.
Cover1
Title Page4
Copyright5
Table of Contents6
Body8
Vorwort8
Die Methode: Gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg12
Zum Konzept12
Zu den spirituellen Grundlagen15
Biblische Texte gewaltfrei lesen16
I Eva24
Die biblische Schöpfungs- und Paradieserzählung25
Wie aus Eva die Sünderin wurde …28
Theologische Lesarten34
Lesarten der Kunst37
Lesarten in der Literatur42
Eva – gewaltfrei interpretieren44
II Kain51
Die biblische Geschichte von Kain und Abel52
Wie aus Kain der Böse schlechthin wurde …53
Theologische Lesarten56
Lesarten der Kunst58
Lesarten in der Literatur61
Kain – gewaltfrei interpretieren69
III Judas76
Biblische Überlieferungen zu Judas76
Judas wird zum „Negativtyp“78
Lesarten der Kunst84
Lesarten in der Literatur86
Judas – gewaltfrei interpretieren89
IV Pilatus93
Eine biblische Erzählung zu Pilatus93
Pilatus – wie stellen ihn die Evangelien dar?94
Pilatus – wie stellen ihn antike Autoren dar?96
Pilatus – eine historische Person im Glaubensbekenntnis . .97
Pilatus – Legenden um einen Machthaber und ihre Folgen98
Lesarten der Kunst100
Lesarten in der Literatur104
Pilatus – gewaltfrei interpretieren106
V Pharisäer110
Die Pharisäer im Lukasevangelium111
Die Pharisäer bei Lukas und in anderen neutestamentlichen Texten114
Die Pharisäer – jüdische und christliche Stimmen116
Theologische Lesarten119
Lesarten der Kunst120
Lesarten in der Literatur122
Die Pharisäer – gewaltfrei interpretieren125
Gewaltfreie Hermeneutik als Möglichkeit – Oder: Zur Auseinandersetzung um den Vorwurf unkontrollierter Subjektivität innerhalb psychologisierender Exegese128
„Es ist ein seltsames Paradox, dass ich mich ändern kann, wenn ich mich selbst annehme“ – Ein Schlusswort131
Anmerkungen133