: Randi Gunther
: Beziehungssaboteure Verhaltensweisen erkennen und bewältigen, die Liebe zerstören
: Junfermann Verlag
: 9783873878754
: 1
: CHF 19.90
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 224
: DRM/kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Bei dem Wort 'Beziehungssaboteure' denken Sie vielleicht an berechnende Menschen, die nur auf ihren persönlichen Vorteil auf Kosten eines Partners bedacht sind. Doch um dieses offensichtlich destruktive Verhalten soll es in diesem Buch nicht gehen. Vielmehr geht es um ganz subtile Verhaltensweisen, die über einen längeren Zeitraum einer Beziehung enorm zusetzen können. Dieses Buch hilft Ihnen, die zehn gängigsten Beziehungskiller zu identifizieren. Wenn Sie die Muster erkennen, die Ihre Beziehung untergraben und mit ihnen umgehen können, steht auch einer glücklichen Partnerschaft nichts mehr im Wege.

Dr. Randi Gunther arbeitet als klinische Psychologin und Eheberaterin in Lomita, Kalifornien. In zahlreichen Seminaren und Vorträgen hat sie Paare dazu ermutigt, an ihrer Beziehung zu arbeiten.

1. Was führt zu Beziehungssabotage?


(zurück zur Einleitung)

Mit unserem ersten Atemzug beginnen wir, Beziehungen zu anderen zu knüpfen. Die Art und Weise, wie wir berührt werden, ob wir bestätigende oder abweisende Stimmen hören, und die Interaktionen, die wir wahrnehmen, tragen zu einer positiven oder negativen Alchemie bei, die uns zu dem einzigartigen Individuum macht, das zu werden wir bestimmt sind.

Die emotionalen und physischen Interaktionen mit den Bezugspersonen aus unserer Kindheit formen die Grundhaltung und Erwartungen, mit denen wir an unsere späteren Beziehungen herangehen. Als Kinder sind wir kleine machtlose Menschen, in deren Augen die Welt vorbestimmt und unveränderlich ist. Wir wissen nicht, ob unsere eigenen Erlebnisse besser oder schlechter sind, als sie sein sollten. Wir haben keine andere Möglichkeit als uns unseren Weg durch das Labyrinth aus Bestätigung und Ablehnung zu bahnen und für das eigene Überleben zu kämpfen.

1.1 Wann und wo entstehen Verhaltensmuster der Selbstsabotage?


Destruktive Verhaltensmuster können zu jedem Zeitpunkt im Leben eines Menschen entstehen, doch je früher sie beobachtet oder erlebt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der unbewussten Verinnerlichung. Zeigen sich negative Verhaltensmuster aus der Kindheit in den Beziehungen eines Erwachsenen, kann es schwierig werden zu bestimmen, wo und wie sie entstanden sind. Sie sind wie eine Art dreidimensionales Puzzle, in dem ausgerechnet die Teile fehlen, die uns Aufschluss über die Gegenwart geben.

Interaktionen in der Kindheit


Hat ein Kind Glück, dann wächst es in einer Welt mit gut funktionierenden Beziehungen auf, in der es zudem treffende und unterstützende Rückmeldungen darüber erhält, wie seine Charaktereigenschaften das Zusammenleben mit anderen Familienmitgliedern positiv oder negativ beeinflussen. Bedauerlicherweise sind viele Eltern nicht in der Lage, erfolgreiche Verhaltensmuster für Beziehungen vorzuleben, da sie diese selbst niemals erfahren haben.

Idealerweise erhalten Menschen in jeder Entwicklungsphase ihres Lebens die Möglichkeit, mögliche negative Verhaltensmuster aus ihrer Kindheit zu verändern. Sofern verinnerlichte Grenzen sie nicht daran hindern, können sie zusätzliche Informationen aufnehmen und aus den Erfolgen und Misserfolgen jeder neuen Interaktion lernen. Jede neue Möglichkeit kann dazu beitragen, das Gleichgewicht zwischen Zufriedenheit und Kummer zu verbessern.

Ererbte Dysfunktionen


Familiäre Verhaltensweisen und Beziehungsmuster werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sofern niemand sie infrage stellt, entwickeln sie sich zu Traditionen, die in immer gleicher Form übertragen werden.

Kindern ist es leider nicht möglich, zwischen dysfunktionalen und funktionalen Interaktionen zu unterscheiden. In ihren Augen sind sowohl positive als auch negative Wechselbeziehungen ein fester Bestandteil des Familienlebens und sie gehen davon aus, dass eine solche Form der Interaktion ein notwendiger Baustein einer jeden erfolgreichen Beziehung ist. Lernen Eltern nicht aus ihren eigenen Fehlern, solange ihre Kinder noch klein sind, geben sie ihre dysfunktionalen Verhaltensmuster an diese weiter.

Als Erwachsene werden diese Kinder ihre Beziehungen höchstwahrscheinlich so gestalten, wie sie es in ihrer Kindheit gesehen und erlebt haben. Vertrautheit übt eine starke Anziehungskraft aus. Sie veranlasst Menschen dazu, Erlerntes auch dann umzusetzen, wenn es sie nicht zufriedenstellt oder sogar schmerzlich ist. Die Partner dieser Menschen bringen zudem ihre eigenen gesunden oder schlechten Erwartungen in eine Beziehung mit ein. Angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten, bei denen sich positive und negative Verbindungen kreuzen können, ist es nicht weiter verwunderlich, dass so viele hoffnungsvolle Beziehungen auf lange Sicht ins Wanken geraten und am Ende scheitern.

1.2 Nicht meine Schuld, sondern deine – oder etwa doch nicht?


Ganz gleich, ob sie von Dingen ausgehen, die sie in der Kindheit gelernt haben oder von der Gesellschaft darin bestärkt werden: Die meisten Menschen glauben, dass ihre Beziehungen scheitern, weil sie den falschen Partner ausgesucht oder etwas anders hätten machen sollen. Es ist verführerisch einfach, in die Rationalisierungsfalle zu tappen, die dazu auffordert, jemand oder etwas anderem als sich selbst die Verantwortung zuzuschieben. Es fühlt sich besser an, eine der folgenden Aussagen zu glauben:

  • „Mein Partner ist einfach nie für mich da.“
  • „Ganz gleich, was ich tue oder sage, er ändert sich einfach nicht.“
  • „Da macht man einen einzigen großen Fehler und schon ist sie auf und davon.“
  • „Er ist so auf sich selbst bezogen, dass er mich niemals verstehen wird.“

Vielleicht versuchen wir unser Verhalten auch mit den folgenden Annahmen zu rationalisieren:

  • „Ich kann einfach keinen vernünftigen Partner finden und mache von Anfang an Kompromisse. Wie komme ich bloß darauf, überhaupt eine Chance zu haben?“
  • „Niemand hat mehr Langzeitbeziehungen.“
  • „Männer sind bindungsscheu, und Frauen bleiben nur mit Typen zusammen, die gut für sie sorgen können.“

Aber was wäre nun, wenn das Problem bei Ihnen läge? Hatten Sie bereits mehrere Beziehungen, die früher scheiterten, als Ihnen lieb war? Oder befinden Sie sich zurzeit in einer ernsthaften, aber problematischen Langzeitbeziehung, und wissen nicht, was schiefgelaufen ist?

Sabotieren Sie Ihre Beziehunge

Cover1
Inhalt6
Danksagung8
Vorwort10
Einleitung12
1. Was fu?hrt zu Beziehungssabotage?16
2. Der Heilungsprozess36
3. Unsicherheit: „Wirst du mich ewig lieben?“50
4. Der Drang nach Kontrolle: „Ich bestimme, wo’s langgeht!“64
5. Angst vor Nähe: „Ich brauche dich, aber auf Abstand“78
6. Der Drang zu gewinnen: „Fordere mich heraus, wenn du dich traust!“92
7. Pessimismus: „Wenn du keine Erwartungen hast, kannst du nicht enttäuscht werden“106
8. Der Drang, im Mittelpunkt zu stehen: „Schenkt mir eure ungeteilte Aufmerksamkeit!“120
9. Sucht: „Das muss ich einfach haben“134
10. Märtyrertum: „Vielleicht wird auch meine Zeit mal kommen“150
11. Abwehr: „Ich kann nichts dafu?r!“164
12 Vertrauensbrecher: „Ich war damit nie wirklich einverstanden“178
13. Die sieben Schritte zur Heilung noch einmal Revue passieren lassen192
14. Problemlösung: Fragen und Antworten210
Literatur220