: Natalie Frank
: Fingerspiele - Caprice Erotikserie
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783838718569
: Caprice
: 1
: CHF 0.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 80
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Während Sophie mit Maren telefonierte, nahm sie aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr. Langsam schälte sich ein nackter, muskulöser Männerrücken aus den Laken. Sophie beobachtete, wie sich der Rücken aufsetzte. Wem immer er gehörte, er war genau ihr Typ: dunkles Haar, muskulöser Oberkörper, ein männlich markantes Gesicht, das jetzt ein bisschen zerknittert aussah. 'Oui, ma chère, sechs Uhr im Benjamin.' Sie unterbrach die Verbindung, ehe Maren noch etwas sagen konnte, und wandte sich dem attraktiven Mitschläfer zu, der wieder in die Kissen gesunken war. Sophies Erinnerung war inzwischen zurückgekehrt. Wie der Typ hieß, das wusste sie zwar immer noch nicht. Aber dass sie eine heiße Nacht miteinander verbracht hatten, daran erinnerte sie sich inzwischen wieder sehr wohl. 'Bonjour mon amour.' Sie ließ ihr Smartphone achtlos zu Boden fallen und drehte sich zu ihrem Lover herum. 'Ausgeschlafen, Süßer?'

Er grinste und entblößte dabei eine Reihe schneeweißer Zähne. 'Und du?'

Sophie streckte sich wohlig, dann glitt sie in die Kissen zurück, achtete dabei aber darauf, dass die Decke nicht ihre Brüste verdeckte ...

Maren und Sophie sind beste Freundinnen und Journalistinnen bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Sie berichten von Events überall auf der Welt, die der internationale Adel, die High Society und Prominente aus dem Showgeschäft besuchen.

Für ihre Artikel recherchieren sie knallhart - mit vollem Körpereinsatz. Caprice ist eine Erotikserie, die monatlich in abgeschlossenen Folgen erscheint. In den einzelnen Folgen geht es mal härter und mal sanfter zu. Dafür sorgen die unterschiedlichen Autoren, die für diese Serie schreiben. Da jeder Autor seinen eigenen Stil hat, ist Caprice Folge für Folge ein neues erotisches Leseerlebnis.

 


Hamburg wirkte im Regen genauso übellaunig, durchweicht und ungemütlich wie alle Städte, egal, an welchem Punkt der Erde sie sich befinden. Dazu passend eilten genauso griesgrämig wirkende Passanten die Bürgersteige entlang, quollen aus den U-Bahn-Stationen und passierten die Übergänge, Regenschirme über sich aufgespannt und die Köpfe zwischen die aufgestellten Kragen ihrer Jacken und Mäntel gezogen.

Unter dem schiefergrauen Himmel, der über dem Alsterjuwel lastete, schien sich sogar der Michel zu ducken. Die Straßen glänzten vor Nässe und das Wasser der Elbe sah grau und trübe aus wie Wischwasser.

Schon der Januar hatte sich nicht gerade von seiner besten Seite gezeigt, der Februar schien diesen aber noch übertrumpfen zu wollen.

Maren Janson ließ den Michel links liegen und trieb im Strom der morgendlichen Rushour in nördlicher Richtung, wo sich im Stadtteil Barmbeck, unscheinbar geduckt zwischen Industriebauten und roten Backsteinhäusern, das Redaktionsgebäude der traditionsreichen Zeitschrift BLITZ befand.

Die Zeitschrift zählte zu den beliebtesten Boulevardblättern des Landes. Ihre Popularität verdankte sie unter anderem ihren topaktuellen Berichten aus aller Welt sowie den Reportagen über Politiker, Wirtschaftsbosse und alle Menschen, die reich, schön und/oder berühmt sind.

Wer die BLITZ kaufte, wollte aufregende Bilder von und Interviews mit internationalen Stars aus TV, Film, Sport oder der Musikszene nachlesen und wissen, ob zum Beispiel Seal und Heidi Klum entgegen aller Ankündigungen nun doch einen Rosenkrieg eröffnet hatten oder ob das Fürstenpaar von Monaco endlich Nachwuchs erwartete.

Maren Janson gehörte zu jener Sorte Journalisten, die diese Nachrichten besorgten. Das war nicht immer einfach, denn die meisten echten Stars waren, anders als die vielen Eintagsfliegen im Showbizz, nicht sehr auskunftsfreudig. Aber im Laufe der Jahre hatte Maren sich ein Netzwerk an Informanten aufgebaut, die nicht nur bereit waren, aus dem Nähkästchen zu plaudern, sondern auch die notwendigen Kontakte herstellen konnten.

Die Straße vor dem Zeitungsverlag war wie immer zugeparkt, aber für ihren Smart fand sich immer eine Lücke. Wenige Minuten später eilte Maren quer über die Straße und betrat gleich darauf das Redaktionsgebäude.

Noch bevor Maren ihr winziges Büro erreicht hatte, das gerade einmal Platz bot für ihren Schreibtisch, einen Stuhl und einen Garderobenständer, wurde sie von Lori Stein aufgehalten, die gerade aus dem Büro des Chefredakteurs kam.

»Ah, guten Morgen, Maren.« Sie lächelte Maren mit dezent roségeschminkten Lippen an. »Was für ein Wetter, nicht wahr?« Sie wartete Marens Antwort nicht ab. »Herr Stein möchte dich sehen«, teilte sie der Journalistin mit. »Gleich …« Hier hob Lori die fein gezupften Brauen. »Du weißt ja, wie er ist. Es muss immer alles und sofort passieren.«

»In Ordnung, danke, Lori.« Maren nickte der Chefsekretärin zu. Doch sie ging nicht sofort zu ihrem Vorgesetzten, sondern deponierte erst einmal ihre Laptoptasche in ihrem Büro und überprüfte im Spiegel neben dem Garderobenständer ihr Aussehen.

Was sie sah, stellte sie zufrieden. Ihr blondes Haar, das sie sich erst vorgestern von einem bekannten Friseur zu einem schicken Bob hatte schneiden lassen, saß perfekt, das zarte Make-up verlieh ihr ein jugendlich weiches Aussehen und das eng anliegende Kostüm betonte ihre schlanke Figur.

Da sie recht groß gewachsen war, verzichtete Maren auf allzu hohe Absätze. Die Pumps, die sie heute trug, machten sie nur fünf Zentimeter größer, genug für Walter Stein, der sich in Gegenwart hochgewachsener Frauen immer unwohl fühlte.

Was typisch war für Menschen wie ihn. Mit seinen einen Meter achtundsechzig pflegte er nämlich einen ausgewachsenen Napoleonkomplex, weshalb er glaubte, seine mangelnde Körperlänge durch besonders cholerisches und despotisches Gebaren ausgleichen zu müssen.

Die Tür zu seinem Büro stand offen. Trotzdem klopfte Maren kurz an, ehe sie den Raum betrat. Demonstrativ ließ Walter Stein sie einige Sekunden warten, ehe er von sein