: Eduard von Hartmann
: Philosophie des Unbewußten
: Henricus - Edition Deutsche Klassik
: 9783847809784
: 1
: CHF 3.50
:
: Philosophie
: German
: 540
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eduard Hartmann: Philosophie des Unbewussten. Zehnte erweiterte Auflage in drei Theilen, Leipzig: Wilhelm Friedrich, o. J. Erstdruck: Berlin 1869. Der Text folgt der zehnten erweiterten Auflage, Leipzig (Wilhelm Friedrich) 1890, die außer den beiden wiedergegebenen Teilen der »Philosophie des Unbewußten« noch einen Ergänzungsband mit Schriften umfaßte, die der Autor bereits an anderer Stelle veröffentlicht hatte. Hartmann hatte es sich zum Grundsatz gemacht, am Text seiner Veröffentlichungen keine Änderungen vorzunehmen, und teilte seine Korrekturen und Ergänzungen in einem Anhang mit. Diese von den Fußnoten zu unterscheidenden Nachträge sind hier durch ein A vor der Anmerkungsziffer gekennzeichnet.

2. Der Zusammenhang meiner Schriften

Meine bisher erschienenen Schriften gliedern sich in zwei Hauptgruppen. Die erste Gruppe umfasst unter der Bezeichnung »Ausgewählte Werke« die systematisch wichtigeren unter meinen Werken, während die zweite Gruppe populäre Schriften, Sammlungen von Essais und Aufsätzen, philosophische Monographien, kritische und apologetische Erläuterungsschriften u.s.w. enthält.

Die »Ausgewählten Werke« zerfallen selbst wieder in zwei Unterabtheilungen, welche kurz als »Philosophie des Bewusstseins« und »Philosophie des Unbewussten« zu bezeichnen sind. Die erste behandelt in sechs Bänden das erkenntnisstheoretische, sittliche, ästhetische und religiöse Bewusstsein, die zweite in drei Bänden die Phänomenologie und Metaphysik des Unbewussten und das Verhältniss des »Unbewussten« zur modernen Physiologie und Descendenztheorie. Die erste Unterabtheilung beschäftigt sich also mit Erkenntnisstheorie, Ethik, Aesthetik und Religionsphilosophie, die zweite mit Naturphilosophie und Metaphysik, während die Psychologie in beiden gleichmässige Berücksichtigung findet. Der Umstand, dass ich meine Veröffentlichungen mit der »Philosophie des Unbewussten« begonnen habe, hat bei vielen das Missverständniss hervorgerufen, als ob ich die »Philosophie des Bewusstseins« geringschätzig bei Seite schieben oder durch eine Philosophie des Unbewussten nicht sowohl ergänzen als vielmehr ersetzen wollte. Dass dies nicht der Fall war, geht zur Genüge daraus hervor, dass meine »Philosophie des Bewusstseins« schon jetzt die doppelte Zahl von Bänden umfasst wie die »Philosophie des Unbewussten«. Während die »Philosophie des Unbewussten« ähnlich der Hegel'schen »Phänomenologie des Geistes« ein noch ausserhalb des Systems stehendes Programmwerk ist, bilden meine Werke über Ethik, Aesthetik und Religionsphilosophie organische Glieder meines Systems, die selbst schon mehr oder weniger systematisch durchgearbeitet sind, und deshalb muss ich auch den Schwerpunkt meiner bisherigen Wirksamkeit in diesen drei Werken sehen, deren Werth und geschichtliche Bedeutung von der Anerkennung oder Verwerfung meiner Philosophie des Unbewussten in der Hauptsache unabhängig sein dürfte. Dabei verkenne ich nicht, dass ich erst durch den in der Philosophie des Unbewussten mir errungenen Standpunkt persönlich befähigt worden bin, der Philosophie des Bewusstseins eine derartige systematische Durcharbeitung zu geben, ähnlich wie Hegel erst durch den in der »Phänomenologie des Geistes« errungenen Standpunkt befähigt wurde, seine übrigen Werke als Glieder seines Systems auszuarbeiten.

Für die Erkenntnisstheorie habe ich mich bisher mit einer systematischen Erörterung des »Grundproblems« begnügt und bin der Bearbeitung der in neuerer Zeit so reichlich behandelten Logik aus dem Wege gegangen, während ich der Sprachphilosophie und Methodologie besondere Studien18 gewidmet ha