: Tom Clancy
: Jagd auf Roter Oktober Thriller
: Heyne
: 9783641081348
: Jack Ryan
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der höchste Politoffizier der russischen Marine erfährt, dass 'Roter Oktober', das modernste russische Raketen-U-Boot, in den Westen überzuwechseln droht. Innerhalb kürzester Zeit machen sich 30 Kriegsschiffe und 58 Jagd-U-Boote an die Verfolgung. Es beginnt ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Großmächten.

Tom Clancy, der Meister des Technothrillers, stand seit seinem ErstlingJagd auf Roter Oktober mit all seinen Romanen an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten. Er starb im Oktober 2013.

Erster Tag


Freitag, 3. Dezember


Roter Oktober

Kapitän Ersten Ranges Marko Alexandrowitsch Ramius von der Sowjetmarine war entsprechend den arktischen Witterungsverhältnissen gekleidet, die bei dem U-Boot-Stützpunkt Polyarniji der Nordflotte normalerweise herrschten: Er steckte unter fünf Schichten Wolle und Ölzeug. Ein schmutziger Hafenschlepper bugsierte den Bug seines Unterseebootes nordwärts, in Richtung Kanal. Das Trockendock, in dem seinRoter Oktober zwei endlose Monate lang gelegen hatte, war nun ein gefluteter Betonkasten, einer der vielen, die eigens gebaut worden waren, um strategische Raketen-U-Boote vor den Elementen zu schützen. Am Dockrand sah eine Ansammlung von Matrosen und Werftarbeitern dem Auslaufen seines Bootes teilnahmslos zu.

»Langsam voraus, Kamarow«, befahl er. Der Schlepper glitt aus dem Weg, und Ramius warf einen Blick zum Heck, wo die beiden Bronzeschrauben das Wasser aufwühlten. Der Kapitän des Schleppers winkte. Ramius erwiderte den Gruß.Roter Oktober, ein Boot derTyphoon-Klasse, lief nun mit eigener Kraft auf den Hauptschifffahrtskanal des Kola-Fiords zu.

»Dort ist diePurga, Genosse Kapitän.« Gregorij Kamarow wies auf den Eisbrecher, der sie hinaus aufs offene Meer begleiten sollte. Ramius nickte. Die zweistündige Kanaldurchfahrt würde nicht seine Seemannschaft, wohl aber seine Geduld auf die Probe stellen. Ein kalter Nordwind wehte. Der Spätherbst war erstaunlich mild gewesen, es hatte kaum geschneit, aber vor einer Woche war ein großer Wintersturm über die Murmansk-Küste hinweggefegt und hatte Brocken vom Packeis gerissen. Der Eisbrecher war keine Formsache. DiePurga sollte Eisberge, die über Nacht in den Kanal getrieben sein konnten, beiseite schieben.

Das Wasser im Fjord war kabbelig, getrieben von der steifen Brise. Es begann nun, über den runden Bug vonOktober zu schwappen und rollte dann über das flache Raketendeck vor dem hohen schwarzen Turm. Auf der Oberfläche trieb Öl aus dem Bilgenwasser zahlloser Schiffe, das bei den niedrigen Temperaturen nicht verdunsten konnte und am Fjordufer einen schwarzen Rand bildete.

»Fahrt auf ein Drittel steigern«, sagte Ramius. Kamarow wiederholte den Befehl am Brückentelefon. Das Wasser wallte heftiger auf, alsRoter Oktober sich hinter diePurga setzte. Kapitänleutnant Kamarow, der Navigationsoffizier, hatte bisher als Lotse für die großen Kriegsschiffe gedient, die beidseits des breiten Sunds stationiert waren. Die beiden Offiziere behielten den dreihundert Meter vor ihnen laufenden bewaffneten Eisbrecher scharf im Auge. Auf dem Achterdeck derPurga stampfte eine Hand voll Besatzu