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Sie kam als eines der letzten Kinder am achten November 1992 in der Frauenklinik von Österyd zur Welt. Die Entbindungsstation stand im Begriff, in den Zentralort Rimsta umzuziehen, und man hatte schon begonnen zu packen. Es waren nur eine Hebamme und eine Lehrschwester im Dienst.
Glücklicherweise war es eine leichte Geburt. Maria Svensson wurde um 14.42 Uhr aufgenommen, und eine Stunde und zwanzig Minuten später war das Kind geboren. Der Vater, Göran Svensson, wartete vor dem Zimmer, wie es seine Gewohnheit war. So hatte er es bereits bei den zwei älteren Kindern gehalten, und so hielt er es auch jetzt. Während er wartete, blätterte er in ein paar Ausgaben der ZeitschriftÅret runt.
Kurz nach vier Uhr kam die Hebamme heraus und teilte mit, dass er mit einer wohlgestalten Tochter beschenkt worden sei. Göran legte den Artikel über Kaninchenzucht, den er gerade gelesen hatte, zur Seite und ging zu seiner Frau hinein.
Als er das Zimmer betrat, beging er den Fehler, sich dort umzuschauen. Ein paar blutige Kompressen waren in eine Metallschale geworfen worden, und Göran wurde schlecht, bevor er den Blick abwenden konnte. Die Kombination aus steriler Umgebung und menschlichen Körperflüssigkeiten verursachte ihm Ekel. Deshalb konnte er auch nie bei einer Geburt dabei sein.
Er riss sich zusammen, ging zu seiner Frau und küsste ihre schweißgebadete Stirn. Das Kind lag auf ihrer Brust, ein zerknautschter, roter Klumpen. Es war unfassbar, dass daraus ein Mensch werden sollte. Er streichelte den feuchten Scheitel des Kindes mit dem Finger. Er wusste, was von ihm erwartet wurde.
»Ist alles gut gegangen?«, fragte er.
»Ja, doch«, sagte Maria. »Aber sie müssen wohl noch mit ein paar Stichen nähen.«
Göran nickte und schaute aus dem Fenster. Draußen war es fast schon dunkel, und nasse Schneeflocken glitten die Scheibe hinunter. Jetzt war er Vater dreier Kinder. Zwei Jungen und ein Mädchen. Er wusste, dass Maria sich ein Mädchen gewünscht hatte, für ihn spielte es im Grunde keine Rolle. Also hatte sich alles bestens gefügt. Sein Blick folgte einem dünnen Rinnsal, das am Fenster hinabfloss.
In diesem Augenblick beginnt ein Leben.
Ein Kind wurde an diesem Tag geboren. Sein Kind. Das Einzige, was er sich noch wünschte, war ein bisschen mehr Freude. Es kam vor, dass er deshalb zu Gott betete:Gib mir mehr Kraft, Freude zu empfinden. Aber er wurde nur selten erhört.
Ein Wunder war in diesem Raum geschehen, gerade eben. Er wusste es. Aber er konnte sich nicht dazu bewegen, es auch zu spüren. Das Rinnsal erreichte die Unterkante des Fensters, und Göran wandte sich wieder seiner F