: Anna Burghardt
: Messen der Handlungsfähigkeit im Pflegeprozess: Beurteilung der Handlungskompetenz aus der Sicht des Europäischen Kompetenzrahmens Eine qualitative Studie
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783842808539
: 1
: CHF 31.10
:
: Pflege
: German
: 136
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Für Lehrende in Pflege- und Gesundheitsberufen! Im Rahmen einer europaweiten Modernisierung der beruflichen Bildung beschloss die Europäische Kommission in der Kopenhagener Deklaration die Entwicklung eines einheitlichen Europäischen Rahmens zur beruflichen Qualifikation. Diese dynamischen Entwicklungen in Europa sind Gegenstand der aktuellen berufsbildungspolitischen Diskussion in Deutschland. Die Institutionen der beruflichen Bildung werden vor die Herausforderung gestellt, die beruflichen Lernprozesse und die Prüfungsleistungen kompetenzorientiert aus der Perspektive der Lernergebnisse zu gestalten und zu beurteilen. Dieses Buch liefert konkrete und an Lernergebnissen orientierte konzeptionell begründete Vorschläge zur Beurteilung der Handlungskompetenz in der Berufsbildung. Die Beschreibung der Kompetenzen erfolgt aus der Sicht der Berufs- und Wirtschaftspädagogik und des Europäischen Kompetenzrahmens. Ausgehend vom kompetenzorientierten Rahmenlehrplan und Arbeitsprozess nach dem 'Rahmenmodell ganzheitlich-fördernder Prozesspflege' von Krohwinkel möchte ich die Lehrenden in Pflege- und Gesundheitsberufen mit der Beurteilung der Handlungsfähigkeit vertraut machen. Der hier vorgestellte Ansatz der kompetenzorientierten Beurteilung, am Beispiel der Altenpflegeausbildung, könnte für andere Gesundheitsberufe auch von Nutzen sein, denn die Pflegekompetenzen werden am Beispiel einer Pflegehandlung, als Anforderungen an die Handlungsfähigkeit, definiert. Sie bilden die Beurteilungskriterien im Kompetenzraster. Das Kompetenzraster dient als Instrument zur: - Diagnose, - Zielgerichteten und individuellen Anleitung in der Praxis, - Erfassung der Ausprägung der Handlungskompetenz und Qualitätssicherung. Die Messung outcome-orientierter Lernergebnisse erfolgt exemplarisch am Beispiel der Altenpflegeausbildung. Sie berücksichtigt die Erkenntnisse der Kompetenz- und Expertiseforschung, berufsbildungspolitische Entscheidungen in Deutschland, verbindliche gesetzliche Vorgaben und europäische Empfehlungen. Mit diesen Gedanken möchte ich den Lehrenden in Gesundheitsberufen mein Buch vorstellen und ihnen meine Ergebnisse zur kompetenzorientierten Beurteilung und Möglichkeiten zu deren Implementierung aufzeigen.

Anna Burghardt, M. A., wurde 1956 in Waldenburg/Polen geboren und ist seit 2009 Kursleiterin an der ältesten Altenpflegeschule Hessens - in Darmstadt. Ihre Schwerpunkte bilden der handlungsorientierte und auf den Erwerb der Handlungsfähigkeit ausgerichtete Unterricht und kompetenzorientierte Gestaltung der Blockplanung. In 2009 erlangte sie den Studienabschluss Master of Arts (M. A.) Pädagogin für Pflege- und Gesundheitsberufe im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel. Ihre Masterarbeit 'Messung der Handlungsfähigkeit in beruflichen Situationen' liefert konkrete, an Lernergebnissen orientierte und konzeptionell begründete, Vorschläge zur kompetenzorientierten Beurteilung. Aus der Sicht der Berufs- und Wirtschaftspädagogik entwickelte sie ein Kompetenzraster nach dem Europäischen Kompetenzrahmen zur Beurteilung der Handlungskompetenz in der Berufsbildung. Ein besonderes Interesse an der kompetenzorientierten Beurteilung entstand während der Begleitung des Projektes 'Begleitender Besuch' an der Altenpflegeschule in Darmstadt. Als Abschluss des Studiums, im Fachbereich Pflege- und Gesundheitswissenschaften an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, untersuchte sie in 2005 in ihrer Diplomarbeit 'Formen und Möglichkeiten der Lernortkooperation beim Begleitenden Besuch'. Von 2005-2009 war Sie als Diplom-Pflegewirtin (FH), Dozentin und Prüferin an Berufsschulen für Gesundheit, Gutachterin an Sozialgerichten, gesetzliche Betreuerin und Referentin am DemenzForum tätig. Nachdem sie in 1995 eine Weiterbildung zur 'Leitung des Pflegedienstes' an der Akademie DAA DAG bei IWK in Darmstadt abgeschlossen hatte, leitete sie von 1995-2002 als Pflegedienstleiterin ambulante und stationäre Altenpflegeeinrichtungen. Mit Erfolg konnte sie die von Ihr erstellten Innovationskonzepte zur Gründung einer Tagespflege und Optimierung der Arbeitsabläufe als Projektarbeit umsetzen. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Erstausbildung in 1977 in Waldenburg war Sie von 1977-1992 als Diplom-Krankenschwester und Hygienefachkraft in verschiedenen Krankenhausbereichen tätig.
Textprobe: Kapitel 2, Handlungskompetenz in der Altenpflegeausbildung: Der `Konzeptionelle Rahmen der Handlungskompetenz´, wie in Kapitel 1 behandelt, wird in die Altenpflegeausbildung übertragen, um auf diesen Grundsätzen Kompetenzen beurteilen zu können. In der Altenpflegeausbildung wird der Erwerb der Handlungsfähigkeit im Zusammenhang mit dem Lernfeldkonzept und dessen didaktischen Bezugspunkten, den Lernfeldern und den typischen Arbeitssituationen thematisiert. Die gesetzlichen Richtlinien, das Altenpflegegesetz, die Ausbildungsprüfungsverordnung und der Rahmenlehrplan bilden die inhaltliche und konzeptionelle Basis für die Altenpflegeausbildung und auch für die Beurteilung der Handlungskompetenz. Die Ausbildungskonzepte unterstützen die Unterrichtsprozesse und sind für die Sicherstellung der Lernergebnisse und die kompetenzorientierten praktischen Prüfungen notwendig. Dieses Kapitel behandelt abschließend die Auswirkungen des `Konzeptionellen Rahmens der Handlungskompetenz´ und der Gesetzgebung auf die praktische Prüfung, die Erstellung der Beurteilungskriterien und deren Integration in das Kompetenzraster. 2.1, Berufspolitische und didaktische Ziele der Handlungskompetenz: Die Erlangung von Handlungskompetenz ist das Leitziel der beruflichen Bildung und Voraussetzung für die Erfüllung der aktuellen Anforderungen in der Arbeitswelt. Storz bezeichnet die Handlungskompetenz als 'Zielgröße für berufliche Bildung'. Mit der bundeseinheitlichen Neuregelung der Altenpflegeausbildung und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ist die Lernfeldorientierung als Ausbildungskonzept verbindlich. Das oberste Ziel der Berufsausbildung ist es den Auszubildenden zur Handlungsfähigkeit zu verhelfen, damit sie professionelle Selbstsicherheit erhalten, die sie dazu befähigt, neue Anforderungen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft verantwortungsbewusst zu bewältigen. Das Ziel der handlungsorientierten Altenpflegeausbildung ist es, die eigenständig gesteuerten Versorgungsprozesse, in realen beruflichen Situationen nach dem Prinzip der vollständigen Handlung und nach sechs Schritten des Pflegeprozesses, einzuleiten. Siebert hält das Verfolgen der Handlungsschritte für notwendig, um strukturie
Inhaltsverzeichnis5
Einleitung7
1 Konzeptioneller Rahmen der Handlungskompetenz10
1.1 Kompetenzkonzept10
1.2 Grundlagen des Kompetenzmodells15
1.2.1 Lernfeld- und Handlungsorientierung16
1.2.2 Lernen im Arbeitsprozess18
1.2.3 Kompetenzentwicklung im Beruf21
1.2.4 Zwei Perspektiven der Kompetenzen25
1.2.5 Die Umsetzung des Europäischen Kompetenzrahmens31
1.3 Beurteilung der Handlungskompetenz34
1.4 Kompetenzen bei ganzheitlich fördernder Prozesspflege35
1.5 Zusammenfassung38
2 Handlungskompetenz in der Altenpflegeausbildung39
2.1 Berufspolitische und didaktische Ziele der Handlungskompetenz39
2.2 Handlungskompetenz im Lernfeldkonzept41
2.3 Gesetzliche Grundlagen der Handlungskompetenz42
2.4 Rahmenbedingungen der praktischen Prüfung46
2.5 Auswirkungen des konzeptionellen Rahmens der Handlungskompetenz48
2.5.1 Kompetenzorientierte praktische Prüfung48
2.5.2 Beschreibung und Ordnung kompetenzbasierter Kriterien51
2.5.3 Kompetenzraster53
3 Methodik55
3.1 Wissenschaftliche Forschungsüberlegungen55
3.2 Forschungsdesign und Methoden58
3.3 Durchführung der Untersuchung und Festlegung der Kategorien62
3.3.1 Kompetenzstufen im Pflegeprozess63
3.3.2 Konzeption einer typischen beruflichen Situation65
3.3.3 Lernfelder für die Pflegehandlung68
3.3.4 Kompetenzen für das dritte und vierte EQR-Niveau69
3.3.5 Pflegekompetenzen im dritten und vierten EQR-Niveau71
3.3.6 Erstellung der Beurteilungskriterien und Kompetenzbeschreibung74
3.3.7 Kompetenzraster zur Beurteilung der Handlungskompetenz91
3.4 Zusammenfassung zum Kategoriensystem95
4 Diskussion der Ergebnisse97
4.1 Interpretation und Gültigkeit der Ergebnisse97
4.2 Überprüfung der Gültigkeit der Kriterien an Bildungszielen110
4.3 Empfehlungen111
5 Schlussfolgerungen115
Literaturverzeichnis120
Tabellenverzeichnis128
Abbildungsverzeichnis130
Anhang132