: Sophie Kinsella
: Charleston Girl Roman
: Manhattan
: 9783641069834
: 1
: CHF 11.70
:
:
: German
: 496
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Für alle Kinsellaholics!

Lara Lington könnte etwas Ablenkung gut gebrauchen: Ihr Freund hat sie verlassen, ihr Job ist ein Katastrophengebiet und ihre Familie ein Fall für sich. Dann taucht auch noch eine junge Frau auf, die Laras Leben restlos auf den Kopf stellt: Sadie Lancaster, ein Wirbelwind mit Federboa und einer Vorliebe für Charleston. Sadie hat nur ein Problem: Sie ist der Geist von Laras Großtante und gehört eigentlich in die Zwanzigerjahre. Nun ist sie ins London der Gegenwart geraten, wo sie nach einem Mann zum Flirten und nach einer verschwundenen Perlenkette sucht. Und für beides braucht sie Laras Hilfe ...

Sophie Kinsella ist ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre romantischen Komödien und Shopaholic-Romane werden von einem Millionenpublikum verschlungen und erobern regelmäßig die Bestsellerlisten. Sie lebt mit ihrer Familie in London.
"24(S. 314-315)

Es ist gewaltig. Es leuchtet. Es ist tausend Mal besser als das in diesem Pfarrhaus. Seit zwei Stunden sitze ich vor Sadies Bild in der London Portrait Gallery. Ich kann mich gar nicht losreißen. Mit festem Blick schaut sie den Betrachter an, die Stirn ganz glatt, die Augen wie dunkelgrüner Samt, die schönste Göttin, die man je gesehen hat. Die Art und Weise, wie Cecil Malory das Licht auf ihrer Haut schillern lässt, ist einzigartig in seinem Werk. Ich weiß es, weil ich vor einer halben Stunde gehört habe, wie eine Kunstlehrerin es ihrer Klasse erklärt hat. Dann gingen sie alle nah heran, um nachzusehen, ob sie das winzige Porträt in der Kette finden konnten. Bestimmt hundert Leute waren schon da und haben sie sich angesehen. Seufzend vor Begeisterung. Lächelnd.

Oder einfach nur sitzend und staunend.»Ist sie nicht hübsch?« Eine dunkelhaarige Frau im Regenmantel lächelt mich an und setzt sich neben mich auf die Bank.»Das ist mein liebstes Porträt im ganzen Museum.«»Meins auch.« Ich nicke.»Ich frage mich, was sie denkt«, sinniert die Frau.»Ich glaube, sie ist verliebt.« Noch einmal sehe ich mir Sadies leuchtende Augen an, ihre geröteten Wangen.»Und ich glaube, sie ist wirklich, wirklich glücklich.«»Wahrscheinlich haben Sie recht.« Einen Moment schweigen wir beide, lassen sie auf uns wirken.»Sie tut einem gut, nicht wahr?«, sagt die Frau.

»Ich komme oft in der Mittagspause hierher und sehe sie mir an. Einfach um mich aufzuheitern. Ich habe auch ein Poster von ihr zu Hause. Meine Tochter hat es mir geschenkt. Aber es geht doch nichtsüber das Echte, oder?« Plötzlich habe ich einen Kloß im Hals. Mit Müh und Not schaffe ich es, ihr Lächeln zu erwidern.»Nein. Nichts gehtüber das Echte.« Während ich spreche, tritt eine japanische Familie an das Bild heran. Ich sehe, wie die Mutter ihre Tochter auf die Kette aufmerksam macht. Beide seufzen selig, dann nehmen sie dieselbe Pose ein– die Arme verschränkt, die Köpfe leicht geneigt– und sehen sie nur an.

Alle diese Leute bewundern Sadie. Hunderte, Tausende. Und sie weiß es nicht einmal. Ich habe nach ihr gerufen, bis ich heiser wurde, immer wieder, aus dem Fenster, die Straße rauf und runter. Aber sie hört mich nicht. Oder sie will mich nicht hören. Abrupt stehe ich auf und sehe auf meine Uhr. Ich muss sowieso los. Es ist fünf Uhr. Zeit für meinen Termin bei Malcolm Gledhill, dem Museumsdirektor. Ich suche mir den Weg zum Foyer, nenne der Frau am Eingang meinen Namen und warte umringt von französischen Schulkindern, bis hinter mir eine Stimme sagt:

»Miss Lington?« Ich drehe mich um und sehe einen Mann im roten Hemd, mit kastanienbraunem Bart und Haarbüscheln, die ihm aus den Ohren wachsen. Mit blitzenden Augen strahlt er mich an. Er sieht aus wie der Weihnachtsmann in jungen Jahren, und unwillkürlich ist er mir sympathisch.»Hi. Ja, ich bin Lara Lington.«»Malcolm Gledhill. Kommen Sie hier entlang…« Er führt mich durch eine versteckte Tür hinter dem Kassentresen, ein paar Stufen hinauf und in ein Eckbüro mit Blicküber die Themse. Alles ist voller Postkarten und Reproduktionen von Gemälden– an die Wände gepinnt, gegen Bücher gelehnt, an den riesigen Computer geklebt.»Also…« Er reicht mir eine Tasse Tee und setzt sich.»Sie wollten mich wegen des Mädchens mit der Kette sprechen?«"