: Britta Hahn
: Ich will anders als du willst, Mama Kinder dürfen ihren Willen haben - Eltern auch! Erfahrungen mit der Anwendung von GFK in der Familie
: Junfermann Verlag
: 9783873878044
: 1
: CHF 21.70
:
: Familie
: German
: 176
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Im Zusammenleben mit Kindern treten in der Regel zwei Auslöser von Konflikten auf: Die Kinder wollen etwas und die Eltern sagen nein - oder die Eltern wollen etwas und die Kinder sagen nein. Die Autorin zeigt, wie es mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation möglich ist, dass in solchen Konflikten eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern bestehen bleibt und jedes Mitglied der Familie sich zu Hause wohlfühlen kann. Im Zusammenleben mit Kindern geht es insbesondere auch um die Frage nach Schutz und Grenzen. Dabei gilt es abzuwägen, wo ein Kind Schutz und damit Grenzen braucht und wo es selber entscheiden darf, weil es die Folgen seines Handelns schon überblicken kann. Auch gilt es abzuwägen, wo Eltern dem Kind Freiraum geben, damit es selbst Erfahrungen sammeln kann. Diesen Fragen rund um das Thema der schützenden Macht geht die Autorin in vielen Beispielen nach.

Dr. med. Britta Hahn, Jahrgang 1957, hat vier Kinder und ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie. Sie arbeitet und lebt in Villingen-Schwenningen. Dort hat sie den Waldkindergarten und in Trossingen das Lebenshaus im Verein für soziale Integration mitgegründet. Sie hält Vorträge und leitet Seminare. Weitere Informationen unter www.echtstattnett.de.
<P>Leas Vater bittet seine Tochter um Hilfe und sie lehnt ab. Später möchte Lea Gummibärchen. Der Vater antwortet, jetzt habe er auch keine Lust, etwas für sie zu tun. Im Elterntraining stellt der Vater die Frage, ob seine Antwort Rache oder Konsequenz sei.<BR>Die Gummibärchen stehen nicht im Zusammenhang mit Unterstützung im Haushalt. Der Vater, der seiner Tochter keine Gummibärchen geben möchte, weil er wegen der mangelnden Mithilfe noch enttäuscht ist, möchte, dass die Tochter dies spürt nach dem Motto:"Wie du mir, so ich dir." Dies ist Rache. Rache wenden wir Menschen an, damit der Täter merkt, dass wir durch ihn verletzt sind. Wir glauben, der andere könne unseren Schmerz wahrnehmen, wenn auch wir ihm wehtun. Der Vater möchte Lea die Gummibärchen nicht geben, weil er die Chance sieht, dass sie Folgendes lernt:"Ich hätte vorhin Papa helfen sollen, denn es ging ihm so, wie es mir jetzt geht, nämlich schlecht." Leider ging diese Logik, sich gegenseitig Schmerzen zuzufügen, noch nie auf. Lea wird Wut auf den Vater entwickeln, der so gemein ist, ihr das nicht zu geben, was er sich selbst nehmen kann. Sie wird lernen, dass der Mensch, der sich Gemeinheiten ausdenkt, zum Ziel gelangt.</P><P>Der Vater braucht Unterstützung im Haushalt. Um diese zu bekommen, tut er seiner Tochter weh. Er würde die Unterstützung viel eher bekommen, wenn er den Mut entwickeln würde, auf Rache zu verzichten und die Kraft fände zu verstehen, was Lea bewegt:"Du fragst nach Gummibärchen, hier hast du welche. Ich schenke sie dir gern. Als ich dich vorhin fragte, ob du mir hilfst, hast du Nein gesagt. Bist du bereit, mir zu erzählen, was dich davon abgehalten hat? Ich würde es gern verstehen."</P><P>Von klein auf wird Kindern beigebracht, dass ein schuldiger Mensch ein schlechter Mensch ist. Schuldige Kinder wurden früher in die Ecke gestellt und heute werden sie auf einen stillen Stuhl gesetzt. Beschämung ist seelisch schmerzhaft und weil gerade ein kleines Kind wieder in die Gemeinschaft zurück will, wird es aus Angst vor der Zurückweisung vieles tun, das von ihm verlangt wird.<BR></P>
Cover1
Inhalt6
Einleitende Gedanken10
Dank11
Einfu?hrung: Wozu das Kind seinen Willen braucht14
Eltern wollen das Beste fu?r das eigene Kind14
Der Wille der Eltern und der Wille des Kindes17
Jeder Mensch braucht einen eigenen Willen17
Der Unterschied von Wille und Wunsch18
Der Wille gestaltet – ohne den Willen bleiben Wu?nsche unerfu?llt20
Willenskonflikte21
Teil I: Das Kind will – die Eltern sagen Nein24
Das Kind darf wollen25
Stopp in Gefahrensituationen26
1. Wann setzen Eltern Grenzen?28
1.1 Schutz fu?r den Körper28
1.1.1 Körperliche Grenzen28
1.1.2 Schu?tzende Kraft in Verbindung mit Einfu?hlung: „Ich will allein u?ber die Straße!“29
1.2 Schutz fu?r die Seele31
1.2.1 Seelische Bedu?rfnisse31
1.3 Schutz fu?r die Gemeinschaft40
1.3.1 Werte vermitteln40
1.3.2 Ein Messinstrument fu?r Werte63
1.3.3 Gewissen72
1.3.4 Verantwortung und Einsicht in Lebenszusammenhänge73
1.3.5 Kinder lernen Zusammenhänge kennen76
1.3.6 Eltern tragen noch Verantwortung fu?r das Kind79
1.3.7 Eltern u?bergeben zu fru?h Verantwortung an das Kind82
1.3.8 Dem Kind Verantwortung u?bergeben83
2. Wie setzen Eltern Grenzen?86
2.1 Autoritäre und harmonisierende Erziehung89
2.2 Der Wille des Kindes ist immer in Ordnung92
2.3 Nein Sagen93
2.4 Zusammenfassung96
Teil II: Die Eltern wollen – das Kind sagt Nein98
Eltern erbitten Mitarbeit vom Kind99
3. Stellvertretende Kraft: das Kind ins Bett tragen102
3.1 Eltern handeln fu?r das Kind105
3.2 Eltern entscheiden fu?r das Kind: Villinger Fasnet?109
3.3 Das Kind bekommt Verantwortung113
3.4 Kommunikation ohne Handeln u?berfordert Kinder115
3.5 Kinder brauchen Freiheit und Grenzen116
4. Zwingende Kraft: Ist Strafe sinnvoll?118
4.1 Mit Scham strafen120
4.2 Mit Schuld strafen121
4.3 Aber man MUSS doch einfach ...125
4.4 Iss sofort die Schokolade126
4.5 Der Mut, Nein zu sagen127
5. Freiwilligkeit128
5.1 Nie mehr MÜSSEN129
5.2 Gegenseitige Hilfe130
5.3 Freiwillig lernen132
5.4 Selbstverantwortung134
5.4.1 Im Beruf sich unterordnen?134
5.4.2 Mithilfe im Haushalt: freiwillig134
5.5 Stellvertretende oder zwingende Kraft: Essen wir gemeinsam?136
5.6 Den Willen des Kindes stärken138
5.7 Verantwortung fu?r Entscheidungen tragen: Sollen Kinder Strafarbeiten machen?143
5.8 Jeder gibt gern freiwillig145
5.8.1 Mu?lleimer hinaustragen: Bitte oder Forderung?146
5.8.2 Deckst du den Tisch?147
5.8.3 Holst du den Sprudel?148
5.8.4 Gern fru?h aufstehen!149
5.8.5 Keine Lust auf Schule!150
5.9 Mit „Fehlern“ umgehen151
5.9.1 Elisa lässt das Baby fallen151
5.9.2 Der Laptop fällt runter153
5.9.3 Wachs auf der Tischdecke153
5.10 Vom Ärger zur Gelassenheit154
5.10.1 Zu spät gekommen154
5.11 Konflikte in der Familie156
5.11.1 Eine Feder fu?r zwei Mädchen156
5.11.2 „Hausschuhkrieg“157
5.11.3 Neue Wege fu?r Familien157
5.12 Einfu?hlung fu?r Mama159
5.12.1 Meine Wolldecke liegt im Dreck!159
5.12.2 Glu?ckliche Kinder160
5.13 Glu?ckliche Eltern, wu?tende Eltern161
Die Gewaltfreie Kommunikationin der Begleitung von Kindern162
Einleitung162
1. Wer hat ein Problem?163
2. Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation164
3. Deine Seite: „Wie geht es dir gerade?“ – Empathie geben165
4. Meine Seite165
5. Gewaltfrei Nein sagen oder schu?tzende Macht anwenden166
6. Immer dieser Ärger167
7. Danke168
8. So wollte ich es nicht169
9. Beziehungsfreundlich169
Literaturnachweis und Empfehlungen171