: Joe Abercrombie
: Königsklingen Roman
: Heyne
: 9783641068820
: Die Klingen-Romane
: 1
: CHF 11.70
:
: Fantasy
: German
: 944
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Band 3 der großen 'Klingen-Saga'
Erneut muss Logen Neunfinger in die Schlacht ziehen, denn überall im Land herrscht Krieg, der König liegt im Sterben, und das Reich versinkt im Chaos. Das weiß auch Großinquisitor Glokta, und mit List und Tücke versucht er den größtmöglichen Vorteil für sich herauszuschlagen. Nur der erste Magier Bayaz ahnt, was bei all dem wirklich auf dem Spiel steht: das Schicksal ihrer Welt. Doch um diese zu retten, muss er die obersten Gesetze der Magie brechen ...

Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Fernsehredakteur und Autor. Mit seinen weltweit erfolgreichen 'Klingen'-Romanen hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schafft es regelmäßig auf die internationalen Bestsellerlisten. Mit 'The Devils' schlägt er nun ein neues Kapitel seines fantastischen Erzählens auf. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath.

DIE WAFFEN DES EHRBAREN HANDWERKS


Superior Glokta stand in der Halle und wartete. Er streckte seinen verdrehten Hals erst zur einen, dann zur anderen Seite, bis er das gewohnte Knacken hörte und die vertrauten Schmerzfinger die verknoteten Muskeln zwischen seinen Schulterblättern packten.Wieso mache ich das, wenn es mir doch jedes Mal wehtut? Wieso fordern wir den Schmerz heraus? Lecken am Geschwür, reiben an der Schürfwunde, kratzen am Schorf?

»Nun?«, fauchte er.

Die Marmorbüste am Fuß der Treppe strafte ihn mit schweigender Verachtung.Davon bekomme ich auch sonst schon genug. Glokta schlurfte davon, seinen nutzlosen Fuß über die Fliesen nachziehend, und das Klappern seines Stocks hallte von der hoch über ihm schwebenden, stuckverzierten Decke.

Unter den großen Edelleuten des Offenen Rates war Lord Ingelstad, der Besitzer dieser überdimensionierten Halle, ein eher kleines Licht. Das Oberhaupt einer Familie, von dem sich das Glück im Lauf der Jahre abgewandt hatte und dessen Reichtum und Einfluss beinahe völlig dahingeschmolzen waren.Und je kleiner der Mann, desto größer seine Anmaßung. Wieso begreifen sie es nie? Kleine Dinge sehen in einem großen Rahmen noch unbedeutender aus.

Irgendwo in den Schatten würgte eine Uhr ein paar nachlässige Schläge hervor.Schon recht spät. Je kleiner der Mann, desto länger lässt er auf sich warten. Aber ich kann geduldig sein, wenn ich muss. Auf mich warten keine atemberaubenden Bankette, keine begeisterten Menschenmengen, keine schönen Frauen. Das ist vorbei. Dafür haben die Gurkhisen gesorgt, in der Dunkelheit unter den Gefängnissen des Imperators. Er drückte seine Zunge gegen das leere Zahnfleisch und keuchte, als er sein Bein verlagerte, die Nadelstiche von dort bis in den Rücken schossen und sein Augenlid zu zucken begann.Ich habe Geduld. Das ist das einzig Gute daran, wenn jeder Schritt zur Qual wird. Man lernt schnell, vorsichtig aufzutreten.

Die Tür neben ihm öffnete sich abrupt, und Glokta warf den Kopf herum; dabei versuchte er sein Bestes, nicht das Gesicht zu verziehen, als seine Halswirbel knackten. Lord Ingelstad stand in der Tür, ein breiter, väterlich wirkender Mann mit gerötetem Gesicht. Er setzte ein freundliches Lächeln auf, als er Glokta ins Zimmer bat.Als ob ich ihm einen Anstandsbesuch abstattete, noch dazu einen willkommenen.

»Bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie habe warten lassen, Superior. Ich hatte so viele Gäste, seit ich in Adua angekommen bin, dass ich gar nicht weiß, wo mir der Kopf steht.«Hauptsache, er ist noch dran. »So viele Gäste!«Gäste mit gewissen Angeboten, davon bin ich überzeugt. Angeboten für Ihre Stimme. Angeboten für Ihre Hilfe bei der Wahl des nächsten Königs. Aber mein Angebot, so denke ich, werden Sie kaum ablehnen können. »Darf ich Ihnen einen Schluck Wein anbieten, Herr Superior?«

»Nein, Lord Ingelstad, vielen Dank.« Glokta humpelte unter Schmerzen über die Schwelle. »Ich