: Jasmin Eden
: Im Auftrag der Lust
: Ullstein
: 9783843700313
: 1
: CHF 6.70
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: Erzählende Literatur
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sex vor den Augen von Fremden, ein romantisches Liebesspiel hoch über den Dächern von New York - Sara, die schöne junge Chefin einer Agentur für erotische Phantasien erhält ein Angebot, dem sie nicht widerstehen kann: Ein Kunde bietet ihr eine Million Euro für eine Woche, in der sie ihm jeden Wunsch erfüllen muss. Sara willigt ein, und so beginnt ein Spiel mit dem Feuer - und mit Saras Lust ...

Jasmin Eden, 1982 in Duisburg geboren, schreibt seit ihrer Studienzeit. Unter verschiedenen Namen hat sie bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht.

Kapitel 1

Sara schob sich an den anderen Passagieren des Flugzeugs vorbei, die am Gepäckband standen. Überall die gleichen gelangweilten Gesichter von Businessmen, die auf ihre fein verpackten Anzüge und Krawatten warteten, oder Touristen, denen der Flug und die Vorfreude auf New York City deutlich anzumerken waren. Sie selbst musste nicht anstehen – Sara trug nicht mehr als ihre Handtasche bei sich, und in dieser Handtasche lag ein Scheck. Die letzte Rate ihres Gehalts, bezahlt von einem weiteren sehr glücklichen Kunden. Die Höhe der Summe auf dem Scheck war für Sara förmlich spürbar, und dieses imaginäre Gewicht ließ sie lächeln.

Beschwingt winkte sie den Zollbeamten zu, als sie an ihnen vorbei durch die Schiebetüren ging. Sie konnte die bewundernden Blicke im Rücken spüren, eine Reaktion, die Sara nur zu vertraut war und aus der sie gelernt hatte, Kapital zu schlagen. Ein sinnliches Schneewittchen, hatte ihr Exmann Jared sie immer genannt, und in der Zeit mit ihm hatte sie gelernt, das zu glauben. Immerhin waren es die nahezu weiße Haut, die langen Beine und die Kaskade aus schwarzen Locken, die ihn damals auf sie aufmerksam gemacht hatten. Sara spürte so etwas wie einen wehmütigen Stich, als die Erinnerungen vor ihrem inneren Auge vorbeihuschten, aber sie verdrängte sie schnell in die Tiefen ihres Gedächtnisses.

Vor den Milchglastüren befanden sich verschiedene Personen und warteten auf die Ankömmlinge, aber Sara ignorierte sie. Mit gezielten Schritten ging sie zum Ausgang des J. F.K- Flughafens. Ihre hohen Absätze klackten auf dem gefliesten Boden der Ein- und Ausgangshalle des Flughafens. Stimmengewirr umgab Sara, seit sie aus dem Zollbereich gekommen war, aber sie hieß die Geräuschkulisse willkommen. Sie liebte Flughäfen. Ihr rastloses Wesen konnte sich hier jederzeit auf neue und aufregende Eindrücke freuen. Hier waren alle gleich – jeder war auf dem Sprung, manche nur auf dem Weg in einen kurzen Urlaub oder einen Job, manche änderten ihr Leben. Sara mochte diesen Gedanken. Sie selbst schlüpfte auch gern in verschiedene Rollen und dank ihrer Agentur, die erotische Wünsche jeder Art und für jeden, der es sich leisten konnte, erfüllte, konnte sie ihre Rollen so oft wechseln wie ihre Wohnorte.

Ein Mann löste sich von einer Säule, an der er bisher gelehnt hatte, und kam auf sie zu. Bevor Sara die Ausgangstür erreichen konnte, schnitt er ihr den Weg ab und musterte sie durch die halbdunklen Gläser seiner Sonnenbrille. Er war groß und leger gekleidet: ein einfaches graues T-Shirt schmiegte sich an muskulöse Schultern und gab gebräunte trainierte Oberarme frei