Schelling lesen
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Wilhelm G. Jacobs
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Schelling lesen
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frommann-holzboog Verlag e.K.
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9783772830211
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legenda
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1
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CHF 28.40
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Deutscher Idealismus, 19. Jahrhundert
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German
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164
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Diese Einführung präsentiert einen ernstzunehmenden Gesprächspartner in aktuellen Fragestellungen: Ob es um die Interpretation der Umweltkrise nicht als Krise der Natur, sondern als Krise unserer selbst, ob es um die heutige Diskussion um Mono- oder Polytheismus oder um eine moderne Erklärung der Genialität geht - bei Schelling wird der Leser fündig. An Schlüsselbegriffen zeigt Jacobs Schelling als konsequenten Denker der Freiheit und gibt somit einen Ariadnefaden durch die Schellingsche Philosophie an die Hand. - Als Mitherausgeber der Historisch-kritischen Schelling-Ausgabe und Mitbegründer der Internationalen Schelling-Gesellschaft regt Jacobs auf kompetente und originelle Weise zur Lektüre an. '>Rama dama< - in der Schelling-Forschung, dies will W.G. Jacobs in seinem neusten Buch Schelling lesen:>Es ist viel, sehr viel Schutt wegzuräumen.< Da nimmt sich einer der besten Kenner, Mitherausgeber der historisch-kritischen Schelling-Ausgabe und 1986 Mitbegründer der rührigen Internationalen Schelling-Gesellschaft, viel vor und errreicht auf knapp 162 Seiten viel, räumt auf mit den Fehlurteilen und lädt auf leichte Weise ein, ein schwieriges Werk zu lesen. Dieses gute Buch passt aus zwei Gründen in die Zeit: Es streitet gegen die Verachtung der Philosophiehistorie, und es portraitiert einen Philosophen der Freiheit: Schelling, den Philosophen der>Wirklichkeit von Freiheit<. Dieser Akzent ist gut gesetzt.' Hans Jörg Sandkühler, Süddeutsche Zeitung (10.09.04) 'Die klare Sprache und Linienführung machen diese Einleitung zu einem Genuss. [.] Mit Jacobs können wir Schelling als einen frühen Kritiker der Moderne lesen, der uns den Gegenentwurf zu einer verwalteten Welt, einer ökonomisch denkenden und damit verkürzten Lebensweise an die Hand gibt.' Felix Heidenreich, Deutsche Allgemeine Zeitung' 'Wilhelm G. Jacobs [.] hat eine knappe, gut lesbare Einführung in das Gesamtwerk Schellings geschrieben, die jedem am deutschen Idealismus Interessierten, besonders natürlich Studenten der Philosophie und Germanistik, zu empfehlen ist.' Johannes U. Lechner, Marburger Forum
10. Vernunft und Offenbarung
(S. 129-130)
Die Zeit des Mythos ist zerfallen und vom Christentum abgelöst. Daher kann eine Philosophie, welche die Geschichte begreifen will, nicht genügen. Auch das Christentum verlangt, begriffen zu werden. Dieser Aufgabe wendet sich die‚Philosophie der Offenbarung‘, die Schelling in den letzten Jahrzehnten seines Lebens konzipiert, zu. Sie ist in zwei Texten erhalten, einmal in der sogenannten‚Urfassung‘1, sodann in den‚Sämmtlichen Werken‘ 2. Im ersten Text umfaßt sieüber siebenhundert, im zweiten garüber achthundert Seiten.
Es ist selbstverständlich, daß hier der ganze Gehalt dieses Werkes nicht zusammenzufassen und zu vermitteln ist. Es kann hier nur darum gehen, den Begriff der Philosophie der Offenbarung zu erläutern. Dazu ist es nötig, zuerst den Begriff der Philosophie des späten Schellingüberhaupt darzustellen. Für diesen teilt sich die Philosophie in zwei Weisen der Reflexion, in die negative und die positive Philosophie. Dieser Unterschied ist in einem zweiten Schritt zu erläutern. Die Philosophie der Offenbarung ist positive Philosophie. Dieser Zusammenhang ist im dritten Schritt vorzuführen. Zuletzt ist zu versuchen, den grundlegenden Gedanken der Philosophie der Offenbarung vorzustellen.
10.1. Schellings Begriff der Philosophie
In seiner‚Einleitung in die Philosophie‘ von 1830 formuliert Schelling so:„Die Philosophie ist, was schon ihr Name aussagt, ein Wollen, ein Streben nach Weisheit. Worin aber dieses primitive Wollen, dieses erste Bedürfnis der Menschheit besteht, darüber herrscht wohl kein Zweifel. Nicht um das, was jemand meint, sondern um das, was wirklich ist, ist derselben zu tun. Gott, Mensch, Natur, Freiheit und Moralität, diese sind die Angelpunkte jenes primitiven Bedürfnisses, darüber ist man auch von je her in allen Philosophien im Reinen, […] nurüber die Art der Begründung dieses Wissens kann man sich nicht vereinigen“.
Die Philosophen sind sich also einig, daß sie Wissen wollen, und zwar, wie die genannten Gegenstände des Wissens zeigen, das für den Menschen zu wissen Wichtigste. Dieses Wissen haben die Menschen nicht; es ist ihnen ein Bedürfnis und sie müssen danach streben. Die Differenzen der Philosophien liegen dort, wo sie nach der aufgezeigten Lage der Dinge liegen müssen, in den Versuchen, dieses Wissen als ein durch Gründe halt- und ausweisbares zu finden. In der ersten Vorlesung der‚Philosophie der Offenbarung‘ betont Schelling ebenfalls, daß es in der Philosophie um die„das menschliche Bewußtseyn aufrecht erhaltenden Ueberzeugungen“ geht, daß hier die beunruhigenden„Fragen beantwortet werden, auf welche es in allen andern Wissenschaften keine Antwort gibt“ und daß es in der Philosophie um das Ganze geht. Schelling erläutert die Stellung der Philosophie zu anderen Wissenschaften am Beispiel der Mathematik, die in sich selbst fortschreite, jedoch sich selbst nicht begreife;„denn sie gibt keine Rechenschaftüber sich selbst,über ihre eigne Möglichkeit“.
Inhaltsverzeichnis
8
Vorwort
10
Zur Zitierweise
12
Einleitung
14
1. Rama dama
20
2. Biographische Skizze
23
3. Der Anfang bei Kant
37
4. Frühe Mythologie
53
5. Selbstbewußtsein und Freiheit
63
6. Natur und Unbedingtheit
71
7. Kunst
89
8. Prinzipien und Geschichte
100
9. Späte Philosophie der Mythologie
110
10. Vernunft und Offenbarung
130
11. Schelling lesen?
148
Bibliographie
152
Namenregister
161
Biographische Notiz
163