Im Reiche des roten Adlers Sonderband
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Anton Haider
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Im Reiche des roten Adlers Sonderband
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Karl-May-Verlag
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9783780218094
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1
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CHF 8.80
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Erzählende Literatur
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German
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492
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
"Über 30 Jahre von Karl Mays Leben spannt sich der Bogen, den Anton Haider in diesem Sonderband untersucht. In der Biografie Karl Mays spielen seine Beziehungen zu Tirol eine wichtige Rolle. Sie begannen mit einem frühen Abdruck der Erzählung „Der Krumir“ in einer Beilage der „Innsbrucker Nachrichter“. In den 1890er-Jahren erschienen weitere Texte Mays im „Tiroler Marienkalender“. Ein Markstein war Mays Freundschaft mit der Familie des Grafen Jancovic, die er mit seiner ersten Frau mehrmals am Achensee besuchte. Immer wieder führten Urlaubsreisen die Mays nach Südtirol und auf die Mendel, hier entschied sich 1902 auch das Ende von Karl Mays erster Ehe. Von großer literarischer Bedeutung war Mays Bekanntschaft mit dem Maler, Schriftsteller und Redakteur Leopold Gheri, einem gebürtigen Innsbrucker. In den Jahren der Karl-May-Hetze stellte er sich auf die Seite des großen Erzählers und veröffentlichte in der Zeitschrift „Der Kunstfreund“ Karl Mays „Kunstbriefe“. Das Buch ist reich mit Dokumentarmaterial – Fotos, Briefe, Zeitungsartikel – ausgestattet. Der maßgebliche Teil der Briefe Mays an Gheri sowie von May inspirierte kleinere Erzählungen des Letzteren sind enthalten."
7.„Deutschlands größter und gelesenster Dichter“ Leopold Gheriüber Karl May
(S. 349-350)
Karl May und Professor Sascha Schneider
Wer kennt nicht diese zwei leuchtenden Sterne am Himmel der Kunst, der eine, Karl May, der so viel Gefeierte, ja fast Vergötterte, der Liebling der deutschen Leserwelt, den wohl jeder kennt, auch wer nicht im persönlichen Verkehr mit ihm steht. Die„Buersche Zeitung“ bringt in ihrer Nummer vom 7. Juli d. J. [1906] einen Artikelüber May, den wir zu Nutz und Frommen seiner Neider und Feinde hier wiedergeben wollen:„Karl May.
Sein Name besagt alles, denn jeder Gebildete weiß, wer er ist, ohne in persönlichem Verkehr mit ihm zu stehen. Wir kennen ihn und schätzen seine Feinde; denn jeder Vorwurf von ihnen rückt ihn und seine Werke denen näher, die Karl May zu lesen und zu begreifen verstehen. Gift und Galle schleuderte niedriger Konkurrenzneid seiner minder glücklichen Kollegen und gewisser Verleger nach ihm, und geben wir beifolgend eine Abwehr Mays unseren Lesern wieder, einen Brief, den er an seinen Verleger Fehsenfeld schrieb: ,Vor den Romanen, welche die Kolportagefirma H. G. Münchmeyer (Inhaber Adalbert Fischer) in Niedersedlitz bei Dresden jetzt mit ungeheurer Reklame unter meinen Namen verbreitet, muss ich ernstlich warnen!
Sie erscheinen erstens gegen meinen Willen und zweitens ganz anders, als ich sie vor nunüber zwanzig Jahren geschrieben habe. Sie sind Fälschungen meiner Originale! Sie wurden von der gesamten Presse Deutschlands als abgrundtief unsittlich gebrandmarkt. Ich prozessiere nun schon vier Jahre lang gegen den früheren und jetzigen Besitzer der Firma, um das Verschwinden dieser Machwerke zu erzwingen, aber besonders der Letztere wendet alle möglichen Mittel an, sich die Einnahmequelle, welche so eine moralische Eiterbeule bildet, zu erhalten. Ich gewann den Prozess May-Münchmeyer schon in erster Instanz; soeben habe ich ihn nun auch in zweiter Instanz, beim Oberlandesgericht, gewonnen; ich werde auch nicht eher ruhen und rasten, als bis diese vergiftende Beule verschwunden ist. Inzwischen ist es meine heilige Pflicht, alle Leser vor ihr, also vor diesen Münchmeyerschen so genannten‚Karl-May-Romanen‘ zu warnen! Sie bilden eine Gefahr für jeden, der sie liest.
Sie sind Gift, und vor Gift soll sich ein jeder hüten!‘“ Soweit die„Buersche Zeitung“. Und wer sind denn eigentlich seine Neider und Widersacher? Ich lasse den bekannten Publizisten und May-Biografen Max Dittrich selbst sprechen; dieser sagt in seinem Buchüber Karl May unter anderem Folgendes:„Bücher, welche für Erwachsene geschrieben sind, und doch in geradezu stürmischer Weise auch von der Jugend begehrt und gelesen werden– das lässt tief blicken!
INHALT
3
Einleitung
5
1. Auf Karl Mays literarischen Pfaden in Tirol
11
2. „Am viel schönen blauen Achensee“. Die Bekanntschaft mit der gräflichen Familie Jankovics
27
3. Rosenkrieg am Rosengarten. Privates und Allzuprivates in Südtirol
97
4. Das Mendelseelchen - Henriette Schrott
152
5. ‚Kunstfreund‘, Maler und Poet dazu - Karl May und Leopold Gheri
178
6. „Gheri und May, Blasrohr und Schalmei“. Erinnerungen des ‚Tiroler Karl May‘
313
7. „Deutschlands größter und gelesenster Dichter“ - Leopold Gheri über Karl May
349
8. Im Kielwasser des ‚Maysters‘ - Leopold Gheri als Erzähler und Poet
371