: Karl May
: Zepter und Hammer Karl May´s Gesammelte Werke Band 45
: Karl-May-Verlag
: 9783780215451
: 1
: CHF 6.10
:
: Erzählende Literatur
: German
: 560
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB

Der Roman beginnt in den Wäldern des Nordens und führt zu den sonnendurchglühten Ufern des Nils. Die märchenhaft-geheimnisvol e Handlung erzählt von Abenteuern in der Wüste und im Mittelmeer und vom Aufstieg eines Nilbarkenführers zum Kapudan-Pascha, zum Großadmiral des Sultans. I. Der schwarze Kapitän, II. Das Geheimnis der Gitana. Fortsetzung in Band 46.

"2. Teil Das Geheimnis der Gitana(S. 253-254)

1. Der Sohn des Schmieds

Auf der breiten Landstraße, die durch das Dorf nach Fürstenberg, der Hauptstadt Norlands, führte, schritt ein junger Mann. Er mochte kaum mehr als zweiundzwanzig Jahre zäh- len, doch lagüber seinem ganzen Wesen der Ausdruck des Gereiften, Charaktervollen. Seine hohe, kräftige Ge- stalt, die Sicherheit seiner Bewegungen und die männ- lich schönen Züge seines von der Röte der Gesundheitüberhauchten Angesichts konnten gewiss nur einen ange- nehmen Eindruck hervorbringen. Selbst das kleine, wohl- gepflegte Bärtchen, das in einem anderen Antlitz vielleicht stutzerhaft erschienen wäre, schien hier zur Gesamt- wirkung notwendig zu sein.

Er trug einen guten Anzug, der das Geschmeidige der ganzen Erscheinung noch mehr hervorhob. Zu beiden Seiten reihte sich, hinter schattigen Vorgär- ten halb verborgen oder anspruchsvoll bis an die Straße tretend, Landhaus an Landhaus. Dazwischen lag, stark von ihrer Bauart abstoßend, ein kleines einstöckiges, schwarz geräuchertes Häuschen, das sich durch den ho- hen Schornstein, dasüber der Tür angebrachte Wetter- dach und mehrere Gerätschaften deutlich als Schmiede erkennen ließ. Vor der Einfahrt hielt ein leichter Wagen. Seine hintere Achse war zerbrochen und ein reich be- tresster Diener stand zu Häupten des dampfenden Ge- spanns, bemüht, dieses zu beruhigen.

Die Insassen waren abgestiegen. Es waren ein Herr und eine Dame. Der Herr mochte dreiundzwanzig Jahre zäh- len und besaß jenesÄußere, das man sich nur in den höheren Kreisen anzueignen vermag. Aber schon auf den ersten Blick konnte man erkennen, dass Stolz und Hoch- mut bei ihm zu einer bedeutenden Entwicklung gelangt seien. Die Dame trug sich nach dem Schnitt der große Mode. Sie zählte etwa siebzehn, zeigte aber das sichere Benehmen höherer Jahre. Ihre noch kindlich weichen und einnehmenden Züge ließen erraten, dass die liebliche Knospe sich in nicht langer Zeit zu einer Rose von voll- endeter Schönheit entfalten werde, zu einer Rose, nach der wohl nicht jeder die Hand ausstrecken durfte.

Ihre Wangen waren jetzt bleich, wie infolge eines ausgestan- denen Schrecks. In ihren großen, blauen Augen schim- merte es nochängstlich feucht, aber ihre Stimme klang mild und ruhig:„Keine Sorge, Herr Graf! Ich wusste mich mitten in der Gefahr unter dem starken Schutz eines Ritters, des- sen Rang allein genügt, das höchste Vertrauen zu bean- spruchen.“"

INHALT4
1. Teil Der schwarze Kapitän6
1. Die Zigeunerbande8
2. Herrenrecht30
3. Am Nil52
4. Die Sklavin des Mudîr90
5. Eine grausige Hochzeitsnacht111
6. Vom Reïs zum Kapudan-Pascha138
7. Die Rache des Khediven172
8. Leben um Leben191
9. Unter der roten Flagge218
10. Unter der schwarzen Flagge241
2. Teil Das Geheimnis der Gitana252
1. Der Sohn des Schmieds254
2. Im Irrenhaus278
3. Die ‚Lichtspender‘297
4. Schachzüge320
5. Zwei Jugendfreunde349
6. In der Zigeunerburg375
7. In der Schmugglerschenke394
8. Auf Schloss Falkenau419
9. Der Siebenbrüdertag453
10. Vor der Entscheidung486
11. Die Schleier fallen525