: Karl May
: Halbblut Karl May´s Gesammelte Werke Band 38
: Karl-May-Verlag
: 9783780215383
: 1
: CHF 8.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 510
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB

"Die Titelerzählung und""Der Pfahlmann"" führen in den Wilden Westen. Es folgt die Geschichte des""Kaperkapitäns"" Robert Surcouf. Erlebnisse in der afrikanischen Wüste (""Von Mursuk bis Kairwan"") beschließen den Band. Der Band enthält folgende Erzählungen: 1.) Halbblut (Der schwarze Mustang) 2.) Der Kaperkapitän 3.) Der Pfahlmann 4.) Von Mursuk bis Kairwan"

2. Der Savannendichter(S. 352-353)

Im Staat Arkansas an dem gleichnamigen Fluss liegt einige Stunden oberhalb Little Rock die Stadt Stenton. Sie bildet durch ihre Lage an der Einmündung zweier Seitenlüsse den Knotenpunkt einesüberaus regen Land- und Wasserverkehrs. Mit echt amerikanischer Schnelligkeit ist Haus an Haus, Straße an Straße gewachsen, und wo vor kurzer Zeit noch der wilde Sohn der Prärie sein Ross im Wasser des Stromes tränkte, dehnt sich jetzt sein‚weißer Bruder‘ im behaglichen Bett und freut sich des Segens– es könnte auch ein Fluch sein– der Zivilisation. Da, wo einige englische Meilen vor der Stadt die Berge zur Ebene niederstiegen, tummelte eine Gesellschaft junger Herren und Damen ihre Pferde in dem biegsamen, von gelben Helianthusblüten durchschossenen Gras.

Der einzigeältere Mann, der sich bei der Gesellschaft befand, zeichnete sich zugleich auch durch seinÄußeres vor allenübrigen aus. Er war ungemein dick und saß auf einem Schimmel, der ihm an Körperumfang ebenbürtig war. Die Bewegung der beiden hatte etwas Dickhäuterähnliches an sich, zu dem die grellen Farben, in die sich der Reiter gekleidet hatte, recht possierlich aussahen. Er trug ein gelbes Beinkleid, rotkarierte Weste, lichtblauen Rock und einen breitkrempigen, in Schwarz und Weiß gelochtenen Pferdehaarhut.

Unter dem umgelegten, steif gestärkten Hemdkragen war ein grün und lila gestreiftes Tuch in einen mächtigen Knoten geschlungen und schickte seine wohlgefaltenen Zipfel bis auf die kostbaren Anhängsel herab, die klingelnd an der dicken Uhrkette baumelten. Das jetzt vom Ritt gerötete Gesicht des Mannes hatte einen höchst gutmütigen Ausdruck. Nur deutete der eigentümlich scharfe Zug um den Mund auf eine bittere Beimischung und der kurze, dicke Nacken schien ein Zeichen hartnäckiger Ausdauer zu sein.

Eben machten er und sein Schimmel eine keuchende Anstrengung, einer der Damen zu folgen, die, als die Gewandteste von allen, in tollen Kapriolen und Zickzackwendungen umherfegte, während ihr langer, blauer Schleier hoch in den Lüften latterte. Wer sie eine reizende Erscheinung nennen mochte, hätte viel zu wenig gesagt; eine so wundervolle Schönheit durfte nicht jetzt während des kühnen Ritts, sie musste im Augenblick der Ruhe und Beschaulichkeit beobachtet und dem Herzen eingezeichnet werden.

Inhalt4
HALBBLUT6
1. Der Mestize7
2. Der schwarze Mustang56
3. Am Erlenquell98
4. Die Birkenschlucht124
5. Trügendes Gold187
DER KAPERKAPITÄN242
1. Vor Toulon243
2. Der Blockadebrecher263
3. Der Flug des Falken284
4. Falke und Adler296
5. In Paris322
DER PFAHLMANN340
1. In der Todessteppe341
2. Der Savannendichter353
3. Rache366
4. Beim Grafen Hernano394
5. Fürstlich belohnt415
VON MURSUK BIS KAÏRWAN424
1. Der Tedetu425
2. „Ich bin der Beschützte“439
3. Der Mann aus Bilâd Amirika459
4. Manasse Ben Aharabs Tod476
5. Kaïrwan, die heilige Stadt494
Nachwort507