Fundamente der Ethik Unzeitgemäße typologische und subjektivitätstheoretische Untersuchungen
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Klaus Düsing
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Fundamente der Ethik Unzeitgemäße typologische und subjektivitätstheoretische Untersuchungen
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frommann-holzboog Verlag e.K.
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9783772830044
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problemata
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1
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CHF 60.20
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20. und 21. Jahrhundert
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German
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334
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
In die Pluralität und Unübersichtlichkeit der zahlreichen Ethik-Ansätze bringt Düsing Ordnung durch seine Klassifizierung grundlegender Ethik-Typen in Geschichte und Gegenwart. Ausgehend von seiner Theorie der Selbstbewusstseinsmodelle, entwickelt der Autor ein ethisches Prinzipiengefüge, in dem eine ideale ethische Gemeinschaft rein sich selbst bestimmender Personen entworfen wird. Er zeigt in Auseinandersetzung mit neueren und neuesten Ethik-Ansätzen, wie die grundlegenden Realisierungsgebiete der Ethik von dieser Konzeption geprägt werden und gibt Anregungen zu Anwendungsproblemen.
VIERTES KAPITEL
(S. 187-188)
Das Prinzip der Ethik und seine grundlegenden Realisierungsgebiete
Einleitung
Wie eingangs dargelegt, ergeben sich aus der Struktur des selbstbewußten Willens die verschiedenen grundlegenden Gebiete und Arten der Ethik. Dies kann nun dahingehend präzisiert werden, daß es die ideale voluntative Selbstbestimmung des Selbst und das darin implizierte Ideal einer ethischen Gemeinschaft sind, die das eigentliche Fundament für jene verschiedenen Gebiete und Arten der Ethik ausmachen. Jenes Ideal enthält nur den noematischen Vorstellungsinhalt, daß Personen von sich aus einander wechselseitig anerkennen und achten in ihrer jeweiligen idealen voluntativen Selbstbestimmung.
Da dies Ideal, konstituiert von der idealen voluntativen Selbstbestimmung, praktische Bedeutung haben und den Willen in seinen freien Entschließungen dazu bestimmen soll, es zu befördern, wird solche Beförderung also als schlechthin gesollt vorgestellt. Darin gründen die ethischen Pflichten und damit auch die Lehreüber sie, die ethische Pflichtenlehre. Die sich in ihrem Wollen sittlich bestimmende Person faßt aber in der Beförderung dieses Ideals und spezifischer hinsichtlich der Ausführung ethischer Pflichten nicht lediglich verstreute, punktuelle Entschlüsse; sie bildet vielmehr aufgrund der Identität und synthetischen Einheit ihrer voluntativen Selbstbestimmung bestimmte ethische Haltungen aus als dauerhafte, konstante, subjektive Möglichkeiten oder Dispositionen zu handeln, in denen die Person sich zugleich selbst versteht, die Tugenden; die ethische Lehreüber sie ist die Tugendlehre.
Der Wille des endlichen Selbst ist zudem in der voluntativen Vorstellung des Spannungsfeldes zwischen seinen Möglichkeiten und seiner Wirklichkeit teleologisch strukturiert; er entwirft, ausgehend von seinem wirklichen Zustand, im Vollzug der Selbstbestimmung inhaltlich erfüllte eigene Zwecke, die modal nur möglich sind, und sucht sie zu verwirklichen. Sofern ethische voluntative Selbstbestimmung von solcher teleologischen Beschaffenheit ist, verfolgt sie ethische Zwecke und als deren leitendes Prinzip einen inhaltlich bestimmten höchsten Zweck oder ein höchstes Gut, was in einer Lehre von ethischen Zwecken und von einem höchsten ethischen Zweck oder Gut ausgeführt wird.
So zeigt sich anhand von Grundstrukturen der idealen voluntativen Selbstbestimmung, daß eine subjektivitätstheoretisch fundierte Ethik alle drei entscheidenden Gebiete der Ethik in einer noch darzulegenden Ordnung zu behandeln hat. Solche Ordnung wird auch für den Typus dieser Ethik von prägender Bedeutung sein. Die ethische Darlegung dieser Pflichten-, Tugend- und Zweckelehre erfolgt nun jeweils in unterschiedlicher Weise, je nach dem ob deren primärer Referenzbereich der Einzelne oder die Gesellschaft ist, ob die Ethik also als Individualethik oder als politische Ethik durchgeführt wird. Beides ist hier erforderlich; da die ideale voluntative Selbstbestimmung vom einzelnen Selbst vollzogen wird, erweist sich die hiesige Ethik vorrangig als Ethik des Einzelnen und konkreter: des Individuums. Auf dieser Grundlage kann dann in spezifischer Explikation des Ideals einer ethischen Gemeinschaft auch die gesellschaftlich- politische Dimension dieser Ethik entwickelt werden.
Zusammenfassung
6
Summary
7
Inhalt
10
Vorwort
14
Einleitung: Die Diversität moderner Ethik-Entwürfe
16
1 Grundtypen der Ethik
24
Einleitung
24
1. Deontologie
25
2. Utilitarismus und Eudämonismus
34
3. Tugendlehre
42
4. Politische Ethik
48
5. Individualethik
54
6. Rationale oder empirische Ethikfundierungen
58
Resümee
73
2 Grundlagen und Probleme moderner Ethik-Entwürfe. Eine kritische Analyse
80
Einleitung
80
1. Neuere und neueste deontologische Lehren
81
2. Varianten des Utilitarismus
96
3. Typen evolutionärer Ethik
116
4. Ansätze zu einer Ethik als Tugendlehre
138
3 Subjektivität als Prinzip der Ethik
144
Einleitung: Handlungssubjekte in konkreten Beispielen
144
1. Selbstbewußtseinsmodelle. Eine Übersicht
149
2. Idealisierte voluntative Selbstbestimmung als Grundlage der Ethik
164
4 Das Prinzip der Ethik und seine grundlegenden Realisierungsgebiete
202
Einleitung
202
1. Ethische Subjektivität und Intersubjektivität als Begründungssinn der Pflichten
204
2. Das ethische Selbst und seine Tugenden
231
3. Das ethische Selbst, seine Zwecke und Güter sowie sein höchstes Gut
264
4. Individualethik und politische Ethik auf der Grundlage sittlicher Subjektivität und Intersubjektivität
285
5. Die subjektive Fundierung sittlicher Selbstbestimmung in Vernunft, in Gefühlen, in Selbstbewußtseinsmodellen
297
Schluß: Zur Methode der Idealisierung und der Realisierung
316
Verzeichnis der zitierten Literatur
322
Personenregister
338
Sachregister
342