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Die wenige Freizeit, die Antonino und Domenico bei ihrem anspruchsvollen Job blieb, teilten sie unter anderem in Joggen und Reiten auf. Vergeblich bemühten sie sich, Juliane dazu zu bewegen, mit ihnen abends eine Stunde Joggen zu gehen. Sie versuchte es zwar ein paar Mal, gab dann aber auf. Es war ihr zu anstrengend und die beiden waren zu gut durchtrainiert, um mit ihnen mitzuhalten. Sport war noch nie ihre Domäne gewesen. Ihr genügten ein paar morgendliche Dehn- und Rückenübungen, um sich wohlzufühlen.
Am Reiten fand Juliane dagegen schnell Gefallen. Antonino und Domenico hatten ihre beiden Wallache in einem Reitstall in der Nähe eines Waldes stehen, nur etwa fünfzehn Minuten mit dem Auto von ihrem Haus entfernt. Sie buchten für Juliane einige Reitstunden und als sich abzeichnete, dass es ihr Spaß machte, fuhren sie eines Tages zu einer Pferdeauktion. Sorgfältig und mit Sachkenntnis nahmen sie die Pferde in Augenschein und machten Juliane schließlich drei Vorschläge. Sie entschied sich mit klopfendem Herzen für Penny, eine fuchsrote Stute mit einer kleinen weißen Blesse zwischen den Augen. Dann staffierten die Brüder Juliane passend aus. Reiterhose, Weste, Kappe, Stiefel, Reitgerte.
Vom Reitstall aus gab es verschiedene Wege zwischen den Feldern und durch den Wald, die als Reitwege ausgezeichnet waren. Einer davon führte an einer einsam gelegenen und kaum benutzten Wochenendhütte vorbei, die unweit des an den Wald angrenzenden kleinen Sees lag. Davon abgesehen gab es nur einen einfachen Zufahrtsweg, wie ihn Waldarbeiter benutzten.
Eines Tages hielt Juliane ihre Stute an und stieg ab, weil sie an der Tür der Hütte mehrere Zettel angepinnt sah. Sie riss einen davon ab und nahm ihn mit. Die Hütte war zu mieten oder zu kaufen, vielleicht war das mal eine Idee fürs Wochenende. Sie ging zu Fuß in Richtung See weiter, auch die beiden Männer stiegen ab und banden schließlich unweit des Ufers ihre Pferde an einem Baum fest. Juliane streichelte sanft den Kopf ihrer Stute.
«Sag mal, Juliane», fragte Domenico mit unverfrorenem Blick auf ihren Po. «Trägst du eigentlich keinen Slip unter deiner Reithose?»
«Wie kommst du denn darauf?», entgegnete sie, ohne sich umzudrehen. Sie war sich durchaus bewusst, dass die schwarze Reithose eng anlag und ihre Formen betonte.
«Na, bis jetzt hat sich unter dieser verboten engen Reithose stets ein wenig der Rand deines Höschens abgezeichnet. Heute sehe ich aber nichts.»
Juliane