: Pavlo Baron, Michael Hüttermann
: Fragile Agile Agile Softwareentwicklung richtig verstehen und leben
: Carl Hanser Fachbuchverlag
: 9783446425057
: 1
: CHF 17.60
:
: Programmiersprachen
: German
: 178
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
FRAGILE AGILE

Gehören Sie auch zu denen, die sich schon in einem agilen Projekt quälen mussten und enttäuscht waren, dass die Agilität nicht funktioniert hat? Und das, obwohl man doch immer wieder hört, mit agilen Methoden oder Vorgehensweisen sei der Erfolg quasi garantiert.

Woran liegt es, dass viele agile Projekte nicht erfolgreich sind? Der agilen Softwareentwicklung liegen vier Wertepaare und zwölf Prinzipien zugrunde, die verinnerlichen sollte, wer Projekterfolg haben will. Aber wie setzt man zum Beispiel dieses Prinzip um:"Einfachheit - die Kunst der Maximierung der Arbeit, die nicht getan wird - ist wesentlich."

In diesem Buch zeigen Pavlo Baron und Michael Hüttermann mit Witz und Esprit, welche Fallstricke die agilen Werte und Prinzipien bereithalten und wie sie in vielen Projekten falsch interpretiert werden. Natürlich zeigen sie auch, wie man es besser machen kann, wie man Agilität richtig versteht und im Projekt lebt. Sie greifen dabei auf ihre Erfahrungen aus zahlreichen Projekten zurück und erzählen eine Reihe von lehrreichen Anekdoten, die Sie zum Schmunzeln bringen werden.

"Wir haben über viele Jahre in diversen Projekten und Teams festgestellt, dass viele Menschen nicht genau verstehen, was die agile Softwareentwicklung eigentlich ausmacht. Für viele scheint sie im Spannungsfeld zwischen Marketing-Hype und Halbwissen ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Und genau an dieser Stelle setzen wir an, hier wollen wir helfen." Pavlo Baron und Michael Hüttermann

Die Autoren

Pavlo Baron hat viele Erfahrungen auf fast allen Gebieten des IT-Lebens gesammelt, die er in Büchern und auf Konferenzen weiter gibt. Dabei geht es ihm besonders um den Einklang zwischen technischen und psychologischen bzw. organisatorischen Faktoren.
Java Champion Michael Hüttermann ist freiberuflicher Entwickler, Coach und Dozent für Java/JEE, ALM/SCM und agile Strategien. Er schreibt Bücher und Artikel, und hält regelmäßig Vorträge. Weitere Details unter http://huettermann.net.
12 Einfachheit (S. 127-128)

"Simplicity– the art of maximizing the amount of work not done– is essential."

„Einfachheit– die Kunst der Maximierung der nicht getanen Arbeit– ist essenziell.“

Anekdote

Ein Mann bewirbt sich um einen Job auf einer Baustelle. Der verantwortliche Manager fragt ihn:„Und– was können Sie so alles machen?“ Der Bewerber:„Nun ja, ich kann z.B. graben.“ Der Manager:„Aha. Und was können Sie noch?“ Der Bewerberüberlegt lange und sagt:„Na, ich kann außerdem auch mal nicht graben“.

Ganz schlicht und einfach gehalten, sagt einem das Prinzip der Einfachheit: Tue nur das Nötigste, um Erfolg zu haben. Machen Sie nichts, was Sie nicht brauchen. Definieren Sie Ihr kontextabhängiges Minimum und erreiche es. Versuchen Sie, Ihre Projekte in Bescheidenheit und angemessener Askese abzuwickeln.

Verzichten Sie auf Schnickschnack, den niemand honorieren wird. Stattdessen wird man Sie höchstwahrscheinlich dafür verfluchen oder ans Kreuz nageln. Denn Sie können entweder die Termine nicht halten oder die, die nach Ihnen kommen, brechen sich die Hirnwindungen bei dem Versuch, Ihre komplexen künstlerischen Ergüsse nachzuvollziehen. Versuchen Sie nicht, in Schönheit zu sterben.

Die Konstruktion von Einfachheit ist um einiges schwieriger als die der Komplexität. Und das Loswerden des unnötigen Ballasts ist noch viel schwieriger. In die gleiche Kerbe wie das Einfachheitsprinzip schlägtübrigens das landläufig bekannte KISS-Prinzip. Das Akronym KISS steht für„Keep It Simple, Stupid“ und betont ebenfalls, wie wichtig es ist, ein Problem möglichst einfach, minimalistisch und verständlich zu lösen. Befolgen Sie dieses Prinzip, so gut Sie können.

12.1 Die Bedeutung

Die Geschichte des Prinzips der Einfachheit ist etwasälter als das Agile Manifesto. Sie geht zurück in die Antike und hinsichtlich der Wissenschaft bis ins Mittelalter. Der Philosoph Johannes Clauberg (1622-1665) prägte mit„Ockhams Rasiermesser“1 ein wichtiges Prinzip der wissenschaftlichen Methodik, das Sparsamkeitsprinzip der Wissenschaft. Das Prinzip lässt sich wie folgt zusammenfassen.
Inhalt6
1 Einleitung8
1.1 Warum dieses Buch?8
1.2 Wer sollte dieses Buch lesen?9
1.3 Aufbau des Buches10
1.4 Danksagung11
1.5 Über die Autoren11
2 Das Agile Manifest12
2.1 Die Bedeutung13
2.2 Wertepaar 1: Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge18
2.3 Wertepaar 2: Lauffähige Programme sind wichtiger als ausführliche Dokumentation18
2.4 Wertepaar 3: Die stetige Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen19
2.5 Wertepaar 4: Der Mut und die Offenheit für Änderungen sind wichtiger als das Befolgen eines Plans20
2.6 Von „agil“ und „Agil“20
3 Nützliche Software22
3.1 Die Bedeutung23
3.2 Die Fehlinterpretationen26
4 Wechselnde Anforderungen34
4.1 Die Bedeutung36
4.2 Die Fehlinterpretationen43
5 Fortlaufend ausliefern48
5.1 Die Bedeutung49
5.2 Die Fehlinterpretationen54
6 Zusammenarbeit58
6.1 Die Bedeutung60
6.2 Die Fehlinterpretationen63
7 Motivierte Individuen68
7.1 Die Bedeutung69
7.2 Die Fehlinterpretationen71
8 Konversation von Angesicht zu Angesicht78
8.1 Die Bedeutung79
8.2 Die Fehlinterpretationen83
9 Funktionierende Software92
9.1 Die Bedeutung94
9.2 Die Fehlinterpretationen99
10 Nachhaltige Geschwindigkeit104
10.1 Die Bedeutung106
10.2 Die Fehlinterpretationen113
11 Technische Güte und gutes Design120
11.1 Die Bedeutung122
11.2 Die Fehlinterpretationen127
12 Einfachheit134
12.1 Die Bedeutung135
12.2 Die Fehlinterpretationen141
13 Selbstorganisierende Teams146
13.1 Die Bedeutung147
13.2 Die Fehlinterpretationen151
14 Kontinuierliche Adaption156
14.1 Die Bedeutung158
14.2 Die Fehlinterpretationen162
15 Ein paar abschließende Gedanken168
16 Eine Reise in die Zukunft170
Register174