Evidenzbasierte Leitlinie zur Psychotherapie der Panikstörung und Agoraphobie (Evidenzbasierte Leitlinien Psychotherapie)
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Nina Heinrichs, Georg W. Alpers, Alexander L. Gerlach
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Evidenzbasierte Leitlinie zur Psychotherapie der Panikstörung und Agoraphobie (Evidenzbasierte Leitlinien Psychotherapie)
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Hogrefe Verlag Göttingen
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9783840920745
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1
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CHF 16.20
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Angewandte Psychologie
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German
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85
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Die evidenzbasierte Leitlinie gibt Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie der drei Angststörungen - Panikstörung mit und ohne Agoraphobie sowie Agoraphobie ohne Panikstörung. Die Behandlungsleitlinien wurden von einem Expertenteam der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) entwickelt. Die Leitlinien basieren auf dem aktuellen Kenntnisstand zu wirksamen Psychotherapien sowie zur Kombination von Psychotherapie mit Pharmakotherapie bei diesen drei Angststörungen. Der Band bietet eine knappe Beschreibung der Störungen, gibt Hinweise zur Diagnostik und liefert spezifische Empfehlungen für die Therapie. Die derzeit vorliegende Evidenz für verschiedene psychotherapeutische Ansätze wird in übersichtlichen Tabellen gegenübergestellt. Abgerundet werden die Leitlinien durch Hinweise für besondere Rahmenbedingungen der Therapie, z. B. die Paar- und Gruppentherapie, besondere Patientengruppen sowie dem Vorgehen nach gescheiterten fachgerechten Behandlungsversuchen. Mit den Empfehlungen in dieser Leitlinie wird die Sicherung und Verbesserung der Versorgung, die Vermeidung unnötiger, unwirksamer, nicht dem Stand des Wissens entsprechender und unwirtschaftlicher psychotherapeutischer Maßnahmen, die Verminderung von Qualitätsschwankungen im psychotherapeutischen Versorgungsangebot sowie die Information der Fach- und Laienöffentlichkeit angestrebt.
3 Empfehlungen zur Diagnostik
(S. 25-26)
Es liegen Empfehlungen für die Verwendung von Messinstrumenten in der klinischen Angstforschung vor (Margraf& Bandelow, 1997), die als Orientierung für die Auswahl geeigneter Maße für die klinische Praxis dienen können. Knappe Zusammenfassungen und die Bezugsquellen für eine Vielfalt von spezifischen Verfahren zur Diagnostik von Angststörungen sind bei Hoyer und Margraf (2003) aufgeführt.
3.1 Screening
Vor der Anwendung strukturierter Interviews oder spezifischer Fragebogen bieten sich Screeningverfahren an, um die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie abzuschätzen. Der Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D, Gräfe et al., 2004, Löwe et al., 2001) ermöglicht bereits im Vorfeld die Erstellung einer Verdachtsdiagnose. Auch der Fragebogen zu angstbezogenen Empfindungen kann hierfür eingesetzt werden. Diese Screeningverfahren lassen sich besonders gut in der Primärversorgung (Hausarzt, Beratungsstellen) einsetzen, um bei erhöhten Werten eine fachliche Abklärung zu veranlassen.
3.2 Medizinische Abklärung
Bei Verdacht auf eine Panikstörung ist eine medizinische Abklärung in besonderem Maße relevant. In einem ärztlichen Konsil müssen mögliche medizinische Krankheitsfaktoren ausgeschlossen werden (vgl. Kapitel 2.5). Meist erforderliche Laboruntersuchungen sind ein internistischer sowie ein kardiologischer und ein endokrinologischer Befund.
Gegen eine wiederholte, zu ausgedehnte somatische Diagnostik kann angeführt werden, dass diese die Behandlungsmotivation unterminieren und eine iatrogene Fixierung fördern kann. Wenn Panikpatienten zum Psychotherapeuten überwiesen werden, hat meist bereits eine ausführliche somatische Abklärung stattgefunden. Daher ist eine Indikation für solche diagnostischen Maßnahmen sehr genau abzuwägen, insbesondere wenn bereits ausführliche medizinische Untersuchungen stattgefunden haben.
3.3 Interviews
Es liegen mehrere strukturierte Interviews vor, die eine reliable und valide Diagnose der Panikstörung ermöglichen. Am besten etabliert sind das Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV Achse I (SKID, Wittchen et al., 1997), das Diagnostische Interview für psychische Störungen (DIPS, Schneider& Margraf, 2006) sowie das diagnostische Kurz-Interview für Psychische Störungen (Mini-DIPS, Margraf, 1994). Vor allem für die Differenzialdiagnostik sind Interviewdaten unerlässlich. Die Abgrenzung zwischen Panikstörung mit Agoraphobie und situationsbezogenen, spezifischen Phobien sowie die Abgrenzung der Panikstörung zur sozialen Phobie sind häufig schwierig, da Panikattacken bei allen genannten Störungen auftreten können. Als allgemeine Faustregeln bei besonders problematischer Abgrenzung von anderen Angststörungen können dabei die folgenden Hinweise gelten:"
Inhaltsverzeichnis
6
Vorwort
10
1 Ausgangspunkt, Ziele und Methoden dieser Psychotherapieleitlinie
12
2 Die Störungsbilder
19
3 Empfehlungen zur Diagnostik
26
4 Prädispositionen und aufrechterhaltende Mechanismen
31
5 Schilderung der therapeutischen Ansätze
34
6 Psychotherapieverfahren zur Behandlung der Panikstörung ohne Agoraphobie
38
7 Psychotherapieverfahren zur Behandlung der Panikstörung mit Agoraphobie
40
8 Psychotherapieverfahren zur Behandlung der Agoraphobie ohne Panikstörung
44
9 Medikation als Teil einer Kombinations-behandlung mit Psychotherapieverfahren
47
10 Übertragbarkeit in die Psychotherapiepraxis
49
11 Mediengestützte Psychotherapien
51
12 Gruppen- und Paartherapie
56
13 Empfehlungen für besondere Patientengruppen
57
14 Empfehlungen zum Vorgehen nach gescheiterten fachgerechten Behandlungsversuchen
59
15 Zusammenfassung
61
Literatur
62
Anhang
72