: Rainer Sachse, Jana Fasbender, Janine Breil, Oliver Püschel
: Grundlagen und Konzepte Klärungsorientierter Psychotherapie
: Hogrefe Verlag Göttingen
: 9783840922725
: 1
: CHF 24.40
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 302
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Das Buch dokumentiert die gute psychologische Fundierung und starke Anwendungsorientierung der Klärungsorientierte Psychotherapie und verdeutlicht das hohe áklinische Potenzial dieses áneuen verhaltenstherapeutischen Verfahrens. Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist ein Therapieverfahren, das sich aus Zielorientierter Gesprächspsychotherapie, processoriented psychotherapy und Kognitiver Therapie entwickelt hat. Die KOP ist als sehr gut psychologisch und empirisch fundiertes schematherapeutisches System der dritten áWelle der Verhaltenstherapie zuzuordnen. Sie hat sich in den letzten zehn Jahren konzeptuell stark weiterentwickelt und umfasst heute psychotherapeutische Techniken der Beziehungsgestaltung, der Klärung, der Bearbeitung von Schemata sowie störungsspezifische Konzepte, insbesondere für Klienten mit Psychosomatischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen. Dieses Buch stellt die neuesten Entwicklungen der theoretischen Konzepte, átherapeutischen Strategien und Anwendungen zusammen. Es stellt therapeutische Heuristiken dar und diskutiert Gemeinsamkeiten mit und Unterschiede zu anderen Therapieformen sowie motivationstheoretische Grundlagen und Fragen der therapeutischen Expertise. Auf diese Weise wird deutlich, dass die KOP ein therapeutischer Ansatz von sehr hohem klinischen Potenzial ist, der gut mit anderen verhaltenstherapeutischen und kognitiven Strategien kompatibel ist.
11 Klärungsorientierte Psychotherapie: Empirische Ergebnisse und Schlussfolgerungen für die Praxis (S. 233-234)

Rainer Sachse und Meike Sachse

11.1 Empirische Forschung in der Klärungsorientierten Psychotherapie

In der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP) wird seit langem sehr intensiv empirische Forschung betrieben, diese bezieht sich insbesondere auf den Bereich der Prozessforschung, in jüngerer Zeit werden aber auch Studien zur Effektivitätsforschung stark forciert. Die Forschung begann mit der Prozessanalyse von Sachse und Maus (1987), in der zum ersten Mal gezeigt wurde, dass Therapeuten in der Gesprächspsychotherapie einen hohen steuernden Einfluss auf Klientenprozesse ausüben, von da an entwickelten sich die Konzepte der KOP und die empirische Forschung Hand in Hand, die Forschungsergebnisse gingen in die therapeutischen Konzepte ein und diese wurden systematisch weiter empirisch validiert.

Daraus ergibt sich heute eine Situation, in der die therapeutischen Regeln und Strategien der KOP auf der Mikro-Ebene von Psychotherapie außerordentlich gut empirisch validiert sind. Inzwischen sind die Ergebnisse von mehreren Forschungsgruppen unabhängig voneinander bestätigt worden, sodass es eine breite empirische Basis gibt, auf der Klärungsorientierte Psychotherapie beruht.

11.2 Empirische Ergebnisse, auf denen Klärungsorientierte Psychotherapie beruht

Es sollen nun die Forschungsergebnisse kurz dargestellt werden, auf denen Klärungsorientierte Psychotherapie basiert: Es sind Ergebnisse der Erfolgs-, aber vor allem von Prozessforschungsstudien, die Mikro-Interaktionsprozesse zwischen Therapeut und Klient erforschen (zur Methodik siehe Sachse& Takens, 2003). Aus diesen Ergebnissen wurden Schlussfolgerungen gezogen über das, was Therapeuten im Therapieprozess konkret tun sollten, um die Klärungsprozesse von Klienten optimal zu fördern: Die Schlussfolgerungen sind es, auf denen die Handlungskonzeption der KOP basiert.

11.2.1 Klärungsorientierte Psychotherapie ist eine effektive Psychotherapieform Klärungsorientierte

Psychotherapie enthält in den Aspekten der therapeutischen Beziehungsgestaltung die sogenannten"Basisvariablen", der Gesprächspsychotherapie sowie Interventionsstrategien der"process-experiential psychotherapy", (vgl. Greenberg et al., 1993): Daher muss man folgern, dass diese Aspekte des Therapieprozesses auch in der KOP wirksam sind. Außerdem enthält KOP auch das"Klärungsinventar",, das es schon in der Gesprächspsychotherapie in der Ausrichtung von Truax (vgl. 1963, Truax& Mitchell, 1977) gab (KOP erweitert dieses jedoch sehr stark und formt es in hohem Maße störungsspezifisch aus, Sachse, 1992a), daraus folgt die Annahme, dass KOP mindestens die Effektivität aufweisen muss, die Gesprächspsychotherapie aufweist, und deren Effektivität ist nachgewiesen (vgl. Greenberg et al., 1994, Sachse, 1999c, Sachse& Elliott, 2002). Diese Nachweise bestätigen somit indirekt auch die Effektivität von KOP."
Inhalt6
1 Einleitung14
2 Was ist Klärungsorientierte Psychotherapie?16
2.1 Definition16
2.2 Ziele der Klärungsorientierten Psychotherapie16
2.3 Teilbereiche der Klärungsorientierten Psychotherapie17
2.4 Eine Hauptaufgabe in der Klärungsorientierten Psychotherapie: Der Klärungsprozess des Klienten20
2.5 Klärungsorientierte Psychotherapie ist ein Expertise-System und ein System für Experten!24
2.6 Charakteristika der Klärungsorientierten Psychotherapie26
2.7 Unterschiede Klärungsorientierter Psychotherapie zu anderen Therapieformen30
Literatur32
3 Klärungsprozesse: Was soll im Therapieprozess wie geklärt werden?37
3.1 Was soll geklärt werden?37
3.2 Was bedeutet Klärung?51
3.3 Wie verläuft Klärung?52
3.4 Wie unterstützt ein Therapeut den Klärungsprozess?58
Literatur65
4 Beziehungsmotive und Schemata: Eine Heuristik67
4.1 Einleitung67
4.2 Einige grundlegende Anmerkungen zu Schemata68
4.3 Die Beziehungen zwischen Beziehungsmotiven und Schemata und die Beziehungen von Schemata untereinander68
4.4 Beziehungsmotive und Schemata74
4.5 Die Heuristik80
Literatur89
5 Eine motivationstheoretische Fundierung Klärungsorientierter Psychotherapie90
5.1 Einleitung90
5.2 Modelle der Realität und Motivation90
5.3 Das Realitätsmodellierungssystem91
5.4 Das motivationale System92
5.5 Repräsentationscode100
5.6 Affekte: Informationen der impliziten Motive102
5.7 Affektive Schemata und affektive Schema-Aspekte104
5.8 Affekte und Emotionen106
5.9 Therapeutische Folgerungen aus den unterschiedlichen Repräsentationscodes108
5.10 Therapeutische Konsequenzen109
Literatur111
6 Das Motivkonzept: Ein Vergleich zwischen Klärungsorientierter Psychotherapie und allgemeiner Motivationspsychologie118
6.1 Einleitung118
6.2 Taxonomie119
6.3 Dynamik der Motiventstehung und -anregung123
6.4 Diagnostik128
6.5 Wie äußeren sich zentrale Beziehungsmotive im TAT?130
6.6 Zentrale Beziehungsmotive: Die meidende Komponente klassischer Motive138
6.7 Schlussfolgerungen und Perspektiven139
Literatur140
7 Reflexionsfähigkeit und Selbstentwicklung143
7.1 Einleitung143
7.2 Ich und Selbst in der PSI-Theorie144
7.3 Zur Entstehung der Selbst-Reflexion in der Ontogenese146
7.4 Zum Unterschied zwischen Ich- und Selbstreflexion151
7.5 Förderung der Selbst-Reflexion in der Psychotherapie156
7.6 Schlussbetrachtung161
Literatur162
8 Klärungsorientierte Psychotherapi